Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Subkuttan geht in den wohlverdienten Sommerurlaub, Castel Gandolfo ruft :mrgreen:

Quelle: bruedergemeinde.de

Historiker Althoff macht katholische Kirche für fundamentalistische Gewaltfantasien mitverantwortlich
[…]Berlin (dts) – Der Historiker und Mittelalter-Experte Gerd Althoff schreibt der katholischen Kirche eine Mitverantwortung für fundamentalistische Gewaltfantasien zu. Sie habe “durch Untätigkeit Raum gelassen für eine Legitimierung und Heiligung von Gewalt”, schreibt Althoff in der “Frankfurter Rundschau” (Freitagausgabe). Der “verhängnisvolle Mythos der Kreuzzüge”, auf den sich auch der Attentäter von Oslo, Anders Breivik, bezog, hätte erst gar nicht entstehen müssen, wenn die Kirche “das Unchristliche am Tun der Kreuzfahrer mehr in den Vordergrund gestellt hätte”, so Althoff.
Auch die von christlichen oder christlich geprägten Forschern dominierte Geschichtswissenschaft habe die distanzierte Behandlung “gerade der erschreckenden Seiten kirchlich legitimierter Gewalt” vermissen lassen. Das habe zu einer verklärten Sicht auf die Kreuzritter geführt, zu einer “Romantisierung und Mythisierung, die nun fatale Konsequenzen hatte”. Althoff, der auch Sprecher des Exzellenz-Clusters “Religion und Politik” an der Universität Münster ist, betonte die entscheidende Rolle der mittelalterlichen Päpste für religiös motivierte Gewalt im Christentum. Die Kreuzritter hätten die Erlaubnis zu Gewaltexzessen gegen “Ungläubige” sowie deren Rechtfertigung unmittelbar und ausdrücklich von Rom erhalten.[…]

Christlicher Fundamentalismus, wo gibt’s denn sowas??? da ist der Teufel am Werk
[…]Als einen „Widerspruch in sich“ hat Kardinal Christoph Schönborn den Begriff eines „christlichen Fundamentalismus“ bezeichnet. Der Wiener Erzbischof äußerte sich in einem Kommentar in der Gratiszeitung „Heute“ am Freitag mit Blick auf die Diskussion nach dem Massaker auf der norwegischen Insel Utöya. „Was hat die Tat des Anders B. mit dem Evangelium zu tun, mit dem Auftrag Jesu: ‚Liebe deinen Nächsten‘ oder sogar ‚Liebe deine Feinde‘?“, hob der Kardinal hervor. „Es gibt überall Fundamentalisten, in der Politik, in der Wirtschaft, der Religion“, so Kardinal Schönborn. „Überall verfälschen sie die Grundlagen, weil sie maßlos sind.“ Der Erzbischof mahnte eine „Nachdenklichkeit“ an, die auch dann noch bleiben sollte, wenn das Massaker bereits aus den Schlagzeilen verschwunden sei. Schönborn: „Hat das Schreckliche, das da geschehen ist, einem jeden von uns etwas zu sagen?“ Der Kardinal warnte in diesem Zusammenhang auch vor den Auswirkungen gewaltvoller Computerspiele auf Menschen sowie den Gefahren des Internets: „Alle müssen wir uns prüfen, ob die Anonymität des Internets nicht eine Verrohung der Sprache fördert, die im persönlichen Kontakt kaum möglich wäre.“ Schönborn erinnerte auch an die Opfer, deren Angehörigen und Freunde, für die „das Erlittene noch lange nicht zu Ende“ sei. „Das Böse ist keine Illusion“, betonte er. Die jungen Menschen auf der Insel Utöya hätten ihm in die Augen geschaut. „Es kann von Menschen Besitz ergreifen. Dass dies nicht geschieht, dafür lohnt es sich zu kämpfen.“[…]

Mehr Kirchenaustritte als Taufen bei katholischer Kirche, ach wie traurig
[…]Nach offiziellen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz vom Freitag in Bonn erklärten im vergangenen Jahr 181.193 Katholiken ihren Austritt aus der Kirche. Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent. Die Zahl der registrierten Taufen lag bei 170.339. Damit verließen laut Kirchenstatistik der vergangenen Jahrzehnte in einem Jahr erstmals mehr Mitglieder die Kirche als neu getauft wurden.[…]

Gottesstaatsanbeter, pfui Teufel!
[…]Auf dem Jahresempfang im Kardinal-Wendel-Haus in München forderte Erzbischof Marx auch eine Wiederbelebung der Idee Europas aus dem christlichen Menschenbild heraus. Mit Blick auf die Krise der europäischen Gemeinschaftswährung sagte Marx vor den rund 600 geladenen Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Politik: „Wir haben eine Notoperation erlebt. Jetzt muss der Gedanke von uns Christen wieder in Bewegung kommen: Was ist die Idee Europas für das 21. Jahrhundert?“ Der Kardinal erinnerte an die Aussage des großen Europäers Jean Monnet, Europa solle ein Beitrag sein für eine bessere Welt. „Europa braucht Ziele, die über den Tag hinausgehen“, sagte Marx: „Europa hat eine eigene Berufung. Hier müssen wir uns als Christen auf den Weg machen. Das kann nicht von anderen Kontinenten kommen, davon bin ich überzeugt.“ Marx warnte davor, dass sich die Staaten den Takt von der Wirtschaft vorgeben lassen: „Wenn das passiert, ist eine Verkürzung des christlichen Menschenbilds gegeben.“ Die Finanz- und Wirtschaftskrise sei noch nicht überwunden: „Der entfesselte Kapitalismus ist nicht eingehegt. Er ist auch nicht produktiv auf ein Weltgemeinwohl ausgerichtet.“ Marx erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Papst Benedikt XVI. eine „neue humanistische Synthese“ forderte, die eine ganzheitliche Entwicklung des Menschen ermögliche und nicht nur Kapitalverwertungsinteressen diene. Der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken der Erzdiözese, Hans Tremmel, sagte, Kirche sei „eingebettet in die moderne Gesellschaft“ und habe ihren genuinen Beitrag für den Staat und die Gesellschaft zu leisten: „Wir haben als Kirche Christi schlichtweg die Pflicht, unsere großartige Botschaft von der gleichen Würde aller Menschen als Abbild Gottes in die Gesellschaft hineinzutragen.“ Christen hätten eine  Weltgestaltungsverantwortung, die im familiären und nachbarschaftlichen Nahbereich beginne und bis in die globale Verantwortung für gerechtere öko-soziale Strukturen reiche. „Politikverdrossenheit ist, genauso wie Kirchenverdrossenheit, keine christlich verantwortbare Option“, so Tremmel. Gleichzeitig lud Tremmel die Politik ein, sich in kirchliche Debatten einzubringen: „Die Kirche darf dankbar sein für eine konstruktive innerkirchliche Einmischung von christlichen Politikern aller Parteien.“ Beispielhaft nannte er Landes- und Bundespolitiker, die Mitglieder im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken sind: „Katholisch zu sein ist für sie kein Randphänomen in ihrer Biografie, sondern integraler Bestandteil ihres Einsatzes für das Allgemeinwohl. Christ-Sein und Politisch-Sein ist für sie kein Widerspruch, ganz im Gegenteil.“ Tremmel dankte den Eingeladenen, die sich „in großartiger Weise“ für andere Menschen engagierten, und rief sie auf: „Wir brauchen noch mehr davon! Mehr Christinnen und Christen, die sich in die Politik einmischen und mehr Politikerinnen und Politiker, die sich in der Kirche einmischen.“ In seinem Grußwort betonte der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Ludwig Spaenle, die große Bedeutung der christlichen Kirchen in der bayerischen Gesellschaft. Spaenle würdigte die Rolle der Kirche als „gesellschaftliche Wertevermittlungsinstanz“. Zwar sei der Staat religiös und weltanschaulich neutral, aber nicht wertneutral. Spaenle nannte die Kirchen „konkrete Partner des Staates“, etwa im Bereich der Kindergärten und im Schulwesen.[…]

Kohle spielt doch keine Rolle, wenn es um Religiotie geht, dafür akzeptiert man gerne unzählige Hunger-Tote
[…]Im Vorfeld des Deutschland-Besuches von Papst Benedikt XVI. vom 22. bis 25. September hat die Kirchen-Volksbewegung „Wir sind Kirche“ die „mangelhafte Bereitschaft in der katholischen Kirche zur Ökumene“ kritisiert. „Wenn dieser Papstbesuch den Dialog innerhalb unserer Kirche voranbringt und es auch zu Fortschritten in der Ökumene mit der evangelischen Kirche kommt, dann ist das Geld gut angelegt“, sagte Sprecher Christian Weisner der „Rhein-Zeitung“ (Freitagausgabe). Er nimmt damit Stellung zur wachsenden Kritik, dass die Kosten für den Besuch von 25 bis 30 Millionen Euro zu hoch seien. Dennoch sei seine Erwartungshaltung gedämpft, sagte Weisner weiter. „Ich hoffe, dass für die ökumenische Begegnung in Erfurt, für die laut Protokoll bislang nur 35 Minuten vorgesehen sind, auch wirklich etwas bewegt werden kann.“ Die Frage sei, ob diese Reise nur eine Predigtreise werde, oder auch eine des Zuhörens.

EKD startet bundesweite „Verblödungs“-Kampagne mit Fernsehgottesdienst
[…]Mit einem ZDF-Fernsehgottesdienst aus Osnabrück eröffnet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am 4. September ihre bundesweite Kampagne „Kurse zum Glauben“. Immer weniger Menschen wüchsen heute selbstverständlich in den christlichen Glauben hinein, sagte der Projektleiter der Aktion in der hannoverschen Landeskirche, Pastor Philipp Elhaus, am Mittwoch dem epd. „Wenn Menschen Golgatha für eine Zahncreme und das Goldene Kalb für einen Filmpreis halten, ist Aufklärung angesagt.“ Die Kurse seien eine Art „Konfirmandenunterricht für Erwachsene“ und lüden die Teilnehmer an sieben bis zehn Abenden zu einer persönlichen Entdeckungsreise ein. „Das Ziel ist, ganz lebensbezogen zu beschreiben, worum es beim Christsein geht. Wir wollen zur Auseinandersetzung anregen und Lust auf Gott machen“, sagte Elhaus. Allein in der hannoverschen Landeskirche werde es mehr als 40 Angebote geben[…]

Homo-‚Ehe‘ in New York: Christianiban fechtet Gesetz an
[…]Am 24. Juli war ein Gesetz in Kraft getreten, das die Homo-“Ehe“ zulässt. Mehrere Tausend Christen demonstrierten gegen die Regelung und verlangten eine Volksabstimmung. Mit Sprechchören „Lasst das Volk wählen“ hatten sie ein Referendum über das Gesetz verlangt. Eine christlich-konservative Juristenvereinigung will das Gesetz nachträglich aus formalen Gründen zu Fall bringen. Nach Ansicht der „New Yorkers for Constitutional Freedoms“ (New Yorker für Verfassungsfreiheiten) sind bei der Abstimmung über den „Marriage Equality Act“ (Gesetz zur Gleichstellung mit der Ehe) im Senat verfassungsrechtliche Bestimmungen missachtet worden. So habe Gouverneur Andrew M. Cuomo (Demokratische Partei) keine hinreichende Grundlage für eine Dringlichkeitserklärung gehabt, mit der die Abgeordneten sofort über die Vorlage abstimmen konnten, statt wie üblich drei Tage Bedenkzeit einzuhalten. Das habe dazu geführt, dass Abgeordnete, die die Vorlage ablehnten, nicht sprechen konnten. Die Juristenvereinigung will das Gesetz für nichtig erklären lassen. Sie wird dabei von der orthodoxen jüdischen Gruppierung „Torah Jews for Decency“ (Torah-Juden für Anstand) unterstützt. New York ist nach Connecticut, Iowa, Massachusetts, New Hampshire und Vermont der sechste und mit 19,3 Millionen Bürgern größte US-Bundesstaat, der die Homo-“Ehe“ zulässt. Sie ist auch im „District of Columbia“ mit der Hauptstadt Washington erlaubt. Im Staat New York können auch gleichgeschlechtliche Bürger aus anderen Bundesstaaten „heiraten“.

Kleiderordnung für die Messe
[…] Der Erzbischof der mexikanischen Diözese Leon hat die Gläubigen aufgerufen, sich in der Messe angemessen und anständig zu kleiden. Das meldet die CNA. “Wenn jemand Respekt für diesen Ort (die Kirche) hat, kleide er sich angemessen”, sagte Erzbischof Jose Guadalupe Martin Rabago nach einer Messe gegenüber Journalisten. Auch im weltlichen Bereich gebe es „Dresscodes“. „Die Frauen wissen, dass sie sich für eine Hochzeit oder eine Quinceanera auf eine bestimmte Art anziehen sollen, und für einen Strandausflug auf eine andere Art.“ (Die Quinceanera ist ein Fest zum 15. Geburtstag eines Mädchens, der in Mexiko als Übergang vom Kind zur Frau sehr groß gefeiert wird.) Auch für Männer gelte das: “Manche Männer tauchen in der Kirche in einer Kleidung auf, die unwürdig ist, sie tragen Shorts oder Sandalen. Der Ort, an dem sie hier sind, verlangt etwas anderes“, erläutert der mexikanische Bischof. Dies heiße aber nicht, dass es nur Anzug und Kravatte sein dürften. Vorwürfe von Reportern, dass seine Bitte um anständig-dezente Kleidung frauenfeindlich sei, weist er zurück: “Es geht mir einfach um die Würde und den Anstand, den dieser Ort verlangt, das ist alles.“[…]

1 Comment

  1. Ciao, caro Subkuttan e arrivederci. Speriamo nel bel tempo. Bon divertimento in Italia.

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