Gladiatoren-Gefangene-Narren


Hitler mit dem Präsidenten des IOK, Henry Graf Baillet-Latour, und dem Chef des deutschen Organisationskomitees, Theodor Lewald, vor der Eröffnung der Wettkämpfe (1. August 1936) Foto: jW-Archiv

Geschichte. Vor 75 Jahren eröffnete Hitler die Spiele der XI. Olympiade der Neuzeit

Von Kurt PätzoldjW

Die Legende vom unpolitischen Sport glauben heute wohl nicht einmal mehr aufgeweckte Kinder. Ob Regierungen ein Meinungshoch genießen oder ein Ansehenstief verkraften müssen, das Volk bei Laune zu halten, ist immer nützlich, und Sport­ereignisse sind dafür erwiesenermaßen besonders tauglich. Jedes Jahr ein kleines »Sommermärchen« – das bringt Freude ins nationale Haus, vor allem, wenn sich erweisen läßt, daß »wir« die Größten, also die Erfolgreichsten sind. Nicht mehr »Nicht Sieg, sondern Teilnahme« lautet die Parole, sondern die Unsrigen »erfüllen eine Mission«. Die Mission heißt Sieg. So ähnlich hat sich vor einem dreiviertel Jahrhundert schon »der Führer« die Sache gedacht. Und daher konnte ihm die Tatsache, daß dem Deutschen Reich 1931 gegen Konkurrenten, von denen zuletzt nur noch Barcelona blieb, der Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 1936 gegeben worden war, wie ein Geschenk vorkommen. Das Spektakel sollte genutzt werden und davon kein Preis abschrecken.

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