R. Steiner: Dunkle Gestalt


(Bild: picture alliance / dpa)

Von Manuel GogosDeutschlandfunk

Rudolf Steiner, der Mann im schwarzen Kaiserrock, der Mann hinter dem Spiegel. Jedem scheint er etwas anderes gewesen zu sein. Seine Anhänger riefen ihn als Lichtgestalt aus, Künstler wie Wassily Kandinsky oder Franz Kafka umschwirrten ihn wie die Motten das Licht.

Oder war sein Charisma nichts anderes als das hohle Pathos eines Hochstaplers, wie Erich Mühsam meinte? An die 5000 Vorträge hat der manische Redner gehalten, überall in Europa.

Vor Bauern, die ihn fragen, warum die Kartoffeln nicht mehr schmecken; vor Pädagogen, die die Macht der Erziehung fürchten; vor Ärzten, die wieder richtige Heiler sein wollen.

Während Steiners Anthroposophie 150 Jahre nach seiner Geburt weiterhin des Okkultismus verdächtigt wird, rücken die „Früchte“ ihrer praktischen Anwendung immer näher an unseren Alltag heran: in der Bewegung der Waldorf-Schulen, in deren Refugien immer mehr Eltern ihre Kinder in Sicherheit zu bringen suchen; im Bio-Kult, der uns ein Stück „heile Welt“ zurück gibt; oder in der Hinwendung zu alternativen Heilverfahren, um den Tatorten der Schulmedizin zu entkommen.

Steiner bleibt zukunftsträchtig. Woher hatte er diese Weitsicht? War er tatsächlich ein Hellseher?
Und kann, wie Steiner behauptete, jeder zum Hellseher werden?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die „Lange Nacht“ als kritische Annäherung an Rudolf Steiner und sein Lebens- und Menschenbild.

2 Comments

  1. Die Welt braucht scheinbar all diese Spinner um die Hohlköpfe zufrieden zu stellen. Dieser Steiner war doch genau so bekloppt wie alle anderen Heilsprediger, Schnapsideeler, Stellvertreter und Alleswisser (sprich Dummschwätzer mit ausgeprägtem Geschäftssinn). Beim dödeligen Volk kommt das immer wieder gut an und für die „superschlauen Verdummer“ heißt das: „Der Rubel rollt“.

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  2. Auch der Filzkünstler Joseph Beuys (seinerzeit Mitglied von Bündnis90/Die Grünen) war ein eifriger Anhänger Steiners und der Pseudowissenschaft Anthroposophie. Die Stadt Stuttgart widmete dem Scharlatan Steiner aus Anlaß seines 150. Geburtstages vom 5.2. bis 22.5.2011 sogar eine große Gedenkausstellung. Gefördert wurde die Ausstellung durch die Kulturstiftung des Bundes, dem Hersteller anthroposophischer Heilmittel WALA, der Firma WELEDA, der MAHLE-Stiftung und Iona Stichting. Auch das Kunstmuseum Wolfsburg gedachte des Esoterikers und Rassisten Steiner mit einer Ausstellung.

    Die renommierte „Neue Zürcher Zeitung“ wiederum veröffentlichte unter
    http://www.skeptiker-blog.ch/…/nzz-artikel-serie-zum-150-gebur... eine kritische Artikelserie über Steiner.

    Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Kunstmuseum Stuttgart gGmbH war übrigens die CDU-Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann. Sie unterlag übrigens kürzlich in der Abstimmung über den CDU-Landesvorsitz in Baden-Württ. ihrem Mitbewerber Dr. Stefan Kaufmann, MdB.

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