Die Humanisierung des Versuchstiers


Quelle: cinestream

Ein Bericht der britischen Academy of Medical Sciences fordert schärfere Kontrollen bei einigen Experimenten, in denen menschliche Zellen und Gene in Tiere eingebracht werden

Von Florian Rötzertp

Mehr und mehr wird mit Tieren experimentiert, die aus Zwecken der medizinischen Forschung menschliche Zellen enthalten. Damit sollen neue Medikamente, diagnostische Verfahren und Therapien für den Menschen an Versuchstieren getestet werden. Die britische Academy of Medical Sciences, die den Fortschritt in der Medizin unterstützt und diesen für die Patienten nutzbar machen will, hat sich in einem Bericht mit den möglichen Folgen solcher Versuche beschäftigt und ist der Ansicht, dass bestimmte Versuche über die bislang existierenden Richtlinien für Tierversuche hinausgehen.

Da Tiere keine Menschen seien, sei eine Möglichkeit, die Unterschiede zu mindern und Tierversuche aussagekräftiger zu machen, Embryonen oder erwachsene Tiere zu schaffen, die menschliche Zellen enthalten, wenn Zellkulturen oder Computersimulationen nicht ausreichen. Meist würden für solche Versuche Mäuse verwendet, die zu Millionen „verbraucht“ werden. In Deutschland alleine wurden 2008, dem letzten Jahr, aus dem Zahlen vorliegen, 1,7 Millionen Mäuse, fast 500.000 Ratten, 100.000 Kaninchen, mehr als 1.700 Affen, insgesamt mehr als 2,7 Millionen Tiere in Versuchen verwendet. Bei den Mäusen waren bereits mehr als eine halbe Million transgene Tiere.

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