Barbara Steffens: Gewinnerin des Dodos Juli 2011


Dodo des Monat Juli 2011

Lange Zeit sah es anders aus. Frau Barbara Steffens, ihres Zeichens Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter der nordrhein-westfälischen Landesregierung, wurde wohl von den Wählern für zu leicht befunden. Thomas Goppel schien das Rennen zu machen. Mit einem nachhaltigen Endspurt, gansheitlich dem grünen Credo der Politikerin angepasst, darf sie nun die Dronte mit nach Hause nehmen.

Rekapitulieren wir: Frau Steffens möchte unter anderem Master-Studienlehrgänge für Homöopathie an nordrhein-westfälischen Universitäten.  Es kommt ihr nicht in den Sinn, kein Erröten ist festzustellen, dass mit solchen politischen Forderungen einer Ministerin der Verdummung Tür und Tor geöffnet werden. Sie fordert Information, Patientenschutz, Gesundheitsvorsorge – so weit, so gut. Dem kann man nur zustimmen. Statt zu überlegen und konzeptionell anzudenken, wie man das Vertrauensverhältnis Patient-Arzt noch besser gestalten kann, kommt sie mit dem geistigen Rührei der Homöopathie und Alternativmedizin, zeigt anhand der Akupunktur, wie dieses quasireligiöse Konstrukt pseudomedizinischer Therapien wirken soll. Eine doppel-blinde Testreihe sollte sie mal andenken. Der Gott solch spinnerter Politiker heisst Placebo. Und eine gut ausgestattete Lobby unterstützt sie noch dabei, sich intellektuell zu kastrieren.

Barbara Steffens esoterisch-pseudowissenschaftliche Durchseuchung ist beeindruckend. In die Kamera lächelnd wird der möglich Abbau wissenschaftlicher Standards in Kauf genommen, um Patienten mit der Zuckerkugel an der Nase herumzuführen. Entstehende Kosten werden der Allgemeinheit aufs Auge gedrückt. Patienten mit Realismus bleibt dann nur noch die Flucht, wenn der Arzt des Vertrauens mit geschütteltem und verdünntem Gehirn zu  Glaubuli greift oder tibetische Hochgebirgstees anbietet, ayurvedische Präparate, fein mit Schwermetallen durchsetzt, Aas, Exkremente, Tiere usw. und so fort Eingang in die medizinische Praxis finden. Bleibt zu hoffen, dass das Gedächtnis des Wassers so gut ist, dass es  aus lauter Verärgerung heraus den Pressesprecher des deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte in eine Amöbe verwandelt. Wir wissen, dass das nicht geht, aber die glauben ja solche Märchen. Da kann man eigentlich noch von Glück reden, dass es heute keine homöopathischen Auszüge vom Urin Marias oder Jesus gibt. Frau Steffens kann ja Ohrenschmalz vom „Ozean der Weisheit“ nehmen und versuchen Neurodermitis behandeln zu wollen.

Es gibt nichts Blödes, was Politik nicht auslässt und für möglich hält. Mangel an Ideen, auch Mangel an Bildung, Kompetenzlosigkeit werden den Wählern als politisch-kreative Konstrukte verkauft. Eigene Unzulänglichkeit als das Non-Plus-Ultra realistischer Politik. So langsam dämmert es dem Wähler, dass er von Idioten beherrscht wird, die sich mehr um ihre Rentenbezüge sorgen, als um das Wohl und Wehe der Gesellschaft, deren Interessen sie eigentlich vertreten sollen.

Homöopathie, Alternativmedizin haben noch keinen geheilt, und komme mir niemand mit anekdotischer Evidenz, dass seine Omma mittels Glaubulis vom Nierenkrebs geheilt wurde. Wo Wissenschaft aufhört, fängt Glaube an, unsere Politik ist stark von diesen irrationalen Denkweisen erfüllt, Homöopathie ist durchaus als Ersatzreligion anzusehen. Glaube heilt, dumm lebt länger  und füllt damit zweifelhaften Lobbyisten und einer pseudowissenschaftlichen Industrie die Kassen.

Steffens ist eine typische Vertreterin jener Politiker, die den Patienten lange genug ein Bedürfnis, jenes nach homöopathischer Bullshistic eben, einreden und so einen Markt eröffnen, der es den Zuckerverkäufern leicht macht, satte Gewinne einzufahren. Volksverdummung nennt man das wohl. Indirekt wirken Volksvertreter auch als Humus für Verschwörungen der bösen Pharma-Industrie. Ich mach mich hier nicht zum Sprecher derselben, es gibt eben keinen großen Unterschied, ob man nun einen Konzern wie BMW bewertet oder einen Pharma-Konzern, Pharma Konzerne unterliegen eben auch marktwirtschaftlichen Bedingungen und Regularien. Die homöopathische, alternative-esoterische, pseudowissenschaftliche Industrie will da eben auch hin, teilweise ist sie schon da. Der Feind ist der Wissenschaftler, der in seiner Arbeit keinen irrationalen Glaubenssystemen vertraut. Homöopathie ist das gesundheitliche Pendant der Bild-Zeitung. Politiker wie Barabara Steffens tun ein Übriges, um dieser Verblödung Vorschub zu leisten.

Wenn sie eines Tages wieder in einer Apotheke arbeiten sollte, kann sie sich ja den Dodo anpappen, ich werde einen großen Bogen darum machen. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo, wenn er weh tun sollte, 200 Glaubulis D9, Zyankali helfen dagegen.

39 Comments

  1. Diese Diskussion, mit der völlig bescheuerten Forderung von Frau Steffens nach veränderten Prüfmethoden für homöopathische Mittelchen, sollte unbedingt in diesem Blog präsent bleiben. Inzwischen habe ich bei http://www.abgeordnetenwatch.de Frau Steffens um eine Antwort gebeten, wie denn diese veränderten Prüfmethoden aussehen sollen. Bisher ist von ihr auf meine Frage vom 20.2.12 keine Antwort darauf eingegangen.

    Kein Wunder ! Dabei würde sich nämlich herausstellen, dass die NRW-Gesundheitsministerin Steffens zweifellos mit völliger Inkompetenz gesegnet ist. Und solche Politiker (mit einem Hang zur Esoterik) tummeln sich in dieser Partei gleich haufenweise. Die Nähe zu den Pseudowissenschaften Homöopathie und Anthroposophie (begründet vom esoterischen Spinner Rudolf Steiner) ist in der Partei „Die Grünen“ besonders auffällig. Leider sind diese Fakten breiten Teilen der Wähler leider (noch) nicht bekannt.

    Auf http://www.abgeordnetenwatch.de warten inzwischen 6 weitere Interessierte auf eine Antwort von Frau Steffens. Ihr könnte den Druck auf diese Lady erhöhen, indem ihr euch auf dieser Internetseite meiner Frage anschließt. Ein Klick auf die entsprechende Markierung genügt. Im übrigen finden sich auf diesem Portal noch weitere Fragen und Antworten an und von Frau Steffens. Sie erklärt dort, weshalb sie an alternative Therapien glaubt. Antworten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen und Schreikrämpfe auslösen können !

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  2. @ Bengel

    Hier ein Originalzitat aus dem Parteiprogramm „Die Grünen“ von 2010:

    Wir GRÜNE machen uns für die Komplementärmedizin stark
    Die Komplementärmedizin, wie Homöopathie, folgt dem Bedürfnis vieler Menschen nach einem umfassenden Gesundheitsbegriff, danach, dass die Gesamtpersönlichkeit wahrgenommen und die Selbstheilungskräfte angesprochen werden. PatientInnen sollten daher Wahlmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Behandlungsformen haben. Wir Grünen setzen uns dafür ein, dass Naturheilmedizin und komplementärmedizinische
    Angebote einen gleichberechtigten Stellenwert in der gesundheitlichen Versorgung erhalten.

    Auch die Komplementärmedizin muss den Nachweis der Wirksamkeit erbringen, um im Solidarsystem neben den schulmedizinischen Verfahren bestehen zu können. Daher setzen wir uns dafür ein, geeignete Methoden zum Wirksamkeitsnachweis für die Komplementärmedizin zu entwickeln. (Zitatende)

    Derzeit läuft über http://www.abgeordnetenwatch.de eine von mir an Frau Steffens gestellte Frage, wie denn die von ihr geforderten Prüfkriterien geändert werden sollten, damit ein Wirkungsnachweis möglich wird !!! Für Wirksamkeitsnachweise gelten weltweit (ich betone: weltweit) gültige Regeln, die bisher keinen einzigen, wissenschaftlich relevanten Wirkungsnachweis für die Homöopathie, die TCM und die anthroposophische Medizin (nach Rudolf Steiner) erbracht haben. Vergleichbar wäre dies z.B., wenn man es einem Olympiakandidaten in der Disziplin Hochsprung gestatten würde, die geforderte Qualifikationshöhe nicht zu überspringen, sondern es ihm freistellt, unter der Latte mit der Quali-Höhe durchzulaufen. Hauptsache, die Höhe der Latte ist identisch.
    Daraus wird die selten dämliche Forderung der Grünen nach einer neuen „geänderten“ Prüfmethode ersichtlich.

    Dass dir die Akupunktur angeblich geholfen hat, ist ein großer Trugschluß. Geholfen hat dir einzig und allein das funktionierende menschliche Immunsystem, welches rund 80 % aller Krankheiten und Beschwerden selbsttätig heilt. Somit ist das häufig vorgebrachte Argument, „aber mir hat die Akupunktur oder die Homöopathie geholfen“, so ziemlich die dümmste und falscheste Feststellung.

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  3. Das Akkupunktur von den Kassen bezahlt wird ist skandalös, das Akkupunktur von Ärzten angewandt wird ist gewissenlos!
    Es geht hierbei nicht um „auf Prinzipien reiten“, aber jede „Heilmethode“ muss sich an ihrer Wirksamkeit messen lassen. Und diese Wirksamkeit kann nur in wissenschaftlichen Studien geprüft werden!
    Meine Jägermeister-Therapie wird auch immer belächelt, doch heilt sie definitiv und in 90% der Fällen von allen Krankheiten! Diese wird aber leider nicht von den Kassen bezahlt :-(.

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  4. Das ist wieder so ein im Ganzen geschriebender Zweisatz, der keine wirkliche Aussage ist, und von daher in die Psyeudo Sprache gehört.
    Zitat:Frau Steffens Frau Steffens forderte u.a., dass die Prüfkriterien für homöopathische Mittelchen so geändert werden, dass als Resultat eine Wirkung herauspringt.
    Ich hätte in dem Zusammenhang doch gerne den ganzen Satz Frau Steffens gelesen, und nicht nur: dass die Prüfkriterien für homöopathische Mittelchen so geändert werden, dass als Resultat eine Wirkung herauspringt.

    Es fehlt dabei was vor dem: ………………..dass……. steht.
    Zur Alternatvmedizin: Ich bekam auch Akkupuktur, doch nicht von einem Geistheiler, sondern von einem ganz normalen Kassenzugelassenden Therapeuten, mit staatlich anerkannten Diplom, und dadurch verschwanden meinen Kopfschmerzen, wo sonst kein Schulmediziner mir mehr helfen könnte. Dafür gab es einige Krankheiten, wo Schulmediziner mir helfen konnten. Alternativ heißt Kooperativ sein können, und nicht: nur: Wer ständig nur auf Prinzipien reitet, dem kann es passieren, dass er auf einer Stelle stehen bleibt, und wundert sich das er nicht weiterkommt.
    Das nur einmal zur Information.

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  5. Leider hat ja „DZVHÄ“ schon keine Zeit mehr gefunden, auf meinen letzten Beitrag zu antworten.

    Nun gibt´s was Neues in Sachen Stiftungsprofessorin Witt und ihre kleinen Freunde vom Soz.-med. Institut der Charité:
    Die haben nämlich eine tolle Studie (1) zur homöopathischen Injektionstherapie bei chronischen Rückenschmerzen veröffentlicht. Wissenschaftlich einwandfrei und sauber gearbeitet, und – ähem – mit einem völlig unerwarteten Ergebnis.

    The homeopathic preparation was not superior to placebo.

    Außerdem macht Institutsdirektor Stefan Willich ab jetzt in Musikke und homöopathischer Ober-Statistiker Rainer Lüdtke hat sich einen neuen Job besorgt. Ob da wohl ein Zusammenhang besteht?

    (1) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22087222

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  6. @DZVHÄ

    Ihre Meinung, DZVHÄ, dass mein letzter Beitrag mehr über mich als über Sie und den Glaubulisten-Verein aussagt, soll Ihnen unbenommen bleiben; Ihre Replik spricht dafür Bände.
    Vor allem das geschickte Umgehen sämtlicher neuralgischer Punkte.
    Und um die ging es ja nun eigentlich.

    Aber nachdem ich mich schon offenbar offenbart habe, sollten wir uns – nur um das Gleichgewicht wieder herzustellen – vielleicht doch mit dem DZVHÄ, und natürlich besonders mit Ihnen, DZVHÄ, beschäftigen.

    Dabei fällt zuerst auf, DZVHÄ, dass es mir nun schon zum zweiten Mal gelungen ist, bei Ihnen die falschen Rezeptoren zu aktivieren.
    Haben Sie tatsächlich den Eindruck gewonnen, ich hätte mich um Empathie bemüht?
    Um Empathie gegenüber einem Quacksalber-Lobbyisten? Ich?

    Wenn mich auch bei vielen Homöopathie-Anwender deren offensichtliche Naivität ein wenig rührt und ich zumindest dafür Verständnis habe, dass diese der alternativheilerischen Propaganda erlegen sind, so tendiert doch die Toleranz gegenüber Verbandsfunktionären der Glaubulisten-Heilerschaft gen Null.

    Das einzige, was ich da noch zu bieten habe, und das ausschließlich aus beruflichem Interesse, ist eben die mich schon seit Jahren beschäftigende Frage, zu welchen Konditionen sich Menschen Verstand und Moral abhandeln lassen, und zu welchem Preis dauerhafte Frustrationstoleranz wohl zu bekommen sein mag. Wobei sich das Interesse nicht nur auf die Schamanen-Branche erstreckt: In der Ökonomie, speziell im gehobenen Management und vor allem in der Berater-Szene, gibt´s wenigstens genauso viele Cargo-Culturschaffende, die sich im Elfenbeinturm der jeweiligen Weltanschauung mit einem Überschuss an Emphase vom eklatanten Mangel an Verankerung der eigenen Überzeugungen ablenken.

    Mit Empathie jedenfalls – beispielweise Ihnen gegenüber – hat deshalb das Interesse an Ihren psychsozialen Dispositionen nichts zu tun, eher mit der Frage, ob und was da in der Sozialisation und beim Bildungserwerb richtig schief gelaufen ist, und wie man, mit dem Blick auf zukünftigen Generationen, solchen Verwerfungen präventiv begegnen kann.

    Genauso „hochspannend“ finde ich in diesem Zusammenhang aber auch die Frage, ob die Regression in einen unter Homöopathen durchaus üblichen infantilen Mystizismus – und das weit vor altersbedingten demenziellen Veränderungen – möglicherweise Ausdruck einer psychopathologischen Entwicklung ist.

    Sie ahnen, was ich meine, DZVHÄ, oder?

    „Im Traum ging es um einen verzauberten Baum, der das Heim einer Fee war. Ein Abenteurer beschützte die Fee, da ein Hexenmeister sie vernichten wollte.
    Der Hexenmeister wollte mich auch töten, da er nur so an die Fee rankommen konnte. Als er glaubt, mich getötet zu haben und somit auch die Fee vernichtet sei, strahlte der Baum ein magisches Licht aus, welches den Hexenmeister in den Wahnsinn trieb. (…)

    Ich halte den Traum von einer Fee für ein Schlüsselsymptom von marbel white.“

    Wenn wir solcherlei, doch einigermaßen erstaunt, von einer Arzneimittelprüfung aus dem Jahre 2007 hören, deren Ergebnis es ist, dass nicht vorhandene Carbonatmineralien Träume von Feen erzeugt, dann scheint es mir in jeder Beziehung angebracht, sich Gedanken über den geistigen Zustand der Prüfer zu machen, viel mehr aber noch über den der Veranstalterin, Dr. Ulrike Keim, die Ihnen, DZVHÄ, als Referentin von DZVHÄ Fortbildungen wohl bekannt sein dürfte.

    Das wirklich Bedenkliche ist aber wohl, dass Sie, DZVHÄ, und alle anderen gut informierten Homöopathen, ganz genau wissen, dass der letztlich alle Symptome, die zur Mittelverordnung führen, auf solche absurden „Arzneimittelprüfungen“ zurück zu führen sind. Und dabei ist es dann völlig egal, ob Eberle und Ritzer meinen „krankhaftes Dosenfischbedürfnis“ als „Symptom“ von Hundescheiße festgestellt zu haben oder Frau Keim halt Feenträume als „Symptom“ von weißem Marmor.“

    Wenn allerdings dieses Geschwätz und die jeweils damit begründete Therapien
    – nach Ihren Vorstellungen – kompatibel sind mit den Forderungen der Grünen nach dem Stand der Wissenschaft entsprechen, medizinischen Interventionen, so dürfte Ihnen wohl noch die eine oder andere Überraschung in Haus stehen.

    Ich jedenfalls habe im Gespräch mit der grünen Basis im Berliner Wahlkampf die Erfahrungen gemacht, dass man Frau Benders Weltsicht als durchaus problematisch ansieht und – dringend – auf eine personelle Änderung hofft.
    Andererseits durfte ich auch zur Kenntnis nehmen, dass nach Auffassung einer Angehörigen der Zehlendorfer Grünen, Pulsatilla D6 gegen den Heißhunger auf Schrippen mit Hackepeter am frühen Nachmittag hilft.

    Das erste grüne Statement konnte ich nachvollziehen.

    Aber lassen wir das, nicht zuletzt deshalb, weil Sie, als Gesprächspartner in Sachen Reflektion, ohnehin nicht besonders ergiebig sind. Beschäftigen wir uns lieber mit Ihren Motiven, dem DZVHÄ Ihre Arbeitsenergie zu widmen:

    Ihre Worte: „Warum ich den DZVhÄ-Blog bewerbe? – Weil Unterstellungen und Beleidigungen der Art, wie Sie sie hier schreiben, dort keine Beachtung finden. Es bietet für Sie die Möglichkeit sachlich Stellung zu beziehen, sich und Ihre Kommunikation positiv zu entwickeln: Und das wünsche ich Ihnen.“

    Habe ich das tatsächlich gefragt, DZVHÄ? Ich glaube nicht.

    Ich meine, nur wissen gewollt zu haben, was Sie korrumpiert hat.
    Das kann doch nicht nur die auf dem DZVHÄ Blog gepflegte Gesprächskultur gewesen sein.
    So etwas wollen Sie mir und dem mitlesenden Publikum doch wohl nicht wirklich glauben machen.

    Ernsthaft, DZVHÄ, halten Sie es tatsächlich als Zeichen einer von Sachlichkeit geprägten Gesprächskultur, wenn in der Szene nur noch darüber diskutiert wird, ob jemand tatsächlich so naiv ist, auf dem DZVHÄ Blog mit Klarnamen aufzutreten; angesichts der nicht geringen Wahrscheinlichkeit, kurzfristig später als Unterstützer angeblich einer krimineller Vereinigungen auf einem Sockenpuppen-Blog „geoutet“ zu werden, auf dem ein angeblicher Inder, nicht nur über einen, dem des DZVHÄ Blog-Chefredakteurs erstaunlich ähnlichen Sprachduktus verfügt, sondern auch noch in persona genau die Kritiker der Homöopathen-Gilde zu kriminalisieren versucht werden, die u.a. auch dem DZVHÄ das Verbreiten von Unsinn so schwer machen.

    Wissen Sie, DZVHÄ, es gehört schon eine Menge Kackbratzigkeit dazu, Kritik und Kritiker, letztlich also die Folgen des eigenen Unvermögens, eine auch nur annähernd plausible Theorie zu liefern, kaltschnäutzig zu kriminalisieren…

    Vielleicht sollten wir auch dieses unappetitliche Thema nicht weiter erörtern. Ich denke, es würde für Sie zu erheblichen Loylitätskonflikten führen.

    Sie haben ja noch mehr tolle Dinge geschrieben.
    Beispielweise zu Herrn Teuts und Frau Witts „Reputation“.

    Welche Reputation meinen Sie?

    Die unter Wissenschaftlern, die Sie doch erst einmal belegen müssten?
    Die unter den Leser von Fachzeitschriften wie „feminin & fit“ oder
    „Schrot & Korn“?

    Oder meinen Sie mit einem „Guten Ruf“ das, was der Spiegel zu Frau Stiftungsprofessorin Witt so treffend zusammenfasst:
    „Auch die bekannteste unter den deutschen Homöopathieforschern, Claudia Witt, deren Professur für Komplementärmedizin an der Berliner Charité ebenfalls von der Carstens-Stiftung finanziert wird, führt statt qualitativ hochwertiger Studien meist lieber weiche Beobachtungsstudien durch. Hierbei kommt oft heraus, dass weit mehr als die Hälfte der Patienten mit der homöopathischen Behandlung zufrieden sind – ein Scheinergebnis, das über die Wirksamkeit der Methode nichts sagt.“

    Ich versuch´s deshalb mit einer Frage: Glauben Sie wirklich, dass Frau Witt mit ihrem doch sehr überschaubaren Forschungsbackground einen Lehrstuhl erhalten hätte, wenn die Carstens-Stiftung sich nicht durch die Finanzierung der Stiftungs- Professur den Zugang zur Charité hätte verschaffen können?

    Klar doch, natürlich glauben Sie es.

    Wie Sie auch glauben, dass es keines Phänomens bedarf, um über dieses dann sachlich, höflich – und vor allem ohne Schmähkritik ausgesetzt zu sein – zu diskutieren, oder wie es Witt und Teut vormachen, zu „forschen“.

    Genau das macht aber Cargo Cult Science aus: Mit wissenschaftlicher Methodik dem unsichtbaren, rosafarbenen Einhorn nachzuspüren und dabei Berge von Papieren ohne jeden Nutzwert zu produzieren.

    Das Schlimme aber ist auch hier: Ihr Homöopathen wisst das alles ganz genau, genauso, wie Ihr wisst, dass die sogenannte homöopathische Arzneimittelprüfung zwar für die Klientenschaft einen hohen Symbolgehalt hat, aber leider nicht den geringsten Realitätsbezug.

    In Frau Stiftungsprofessorin Witts Habilitationsschrift dürfen wir lesen:

    – In vielen westlichen Ländern wurde eine Zunahme der Patientennachfrage nach komplementärmedizinischen Angeboten festgestellt [Kessler, 2001; Härtel, 2004; Eisenberg, 1993; Eisenberg, 1998].
    Diese Zunahme scheint maßgeblich durch Patienteninteressen gesteuert zu sein.

    – Diese Darstellung lässt erkennen, dass die Homöopathie auf einen wichtigen Erkenntnisanspruch der konventionellen Medizin, die Suche nach den kausalen Ursachen der Krankheit, verzichtet.

    – Das jedoch am kontroversesten diskutierte Prinzip der Homöopathie ist die Potenzierung der Arzneimittel mit der starken Verdünnung (s.o.), die in Hochpotenzen (ab den Potenzstufen D23 und C12) die Avogradro’sche oder Loschmidt’sche Zahl überschreitet.
    Der Widerspruch dieser Annahme zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen hat in der Vergangenheit zu deutlicher Kritik an der Homöopathie geführt [Maddox, 1988]. Auch Annahmen, dass homöopathische Arzneien mehr
    Verunreinigungen als Inhaltstoffe enthalten, sind nicht von der Hand zu weisen [Wünstel, 1979].

    – Trotz der dargestellten Problematik gehört die Homöopathie in Deutschland zu den häufig angewendeten Methoden der Komplementärmedizin.

    – Eigene Erfahrungen zeigen jedoch, dass sowohl Patienten als auch Medizinstudenten oft nicht zwischen Phytotherapie und Homöopathie
    differenzieren. Dies könnte die hohen Prozentzahlen für Deutschland erklären, zudem dürfte ein Teil der Inanspruchnahme auf Selbstmedikation zurückzuführen sein.

    – Ein eindeutiger Wirknachweis homöopathischer Arzneimittel und die Formulierung eines Wirkmechanismus der homöopathischen Potenzen liegen bis heute nicht vor. Dieser Mangel an Evidenz muss eine rationale Anwendung zwangsweise erschweren.

    – Als Wirkmodelle wurden in der Homöopathie bisher meist strukturelle Veränderungen im Lösungsmittel diskutiert, die durch den Herstellungsprozess der homöopathischen Arzneien hervorgerufen werden sollen.
    Die Mechanismen, durch die dies möglich wäre, sind bisher jedoch nicht belegt.

    Und so geht es über Seiten weiter.

    Dann kommt Frau Witt in der Zusammenfassung zu folgenden Schlüssen:

    – Da in der homöopathischen Grundlagenforschung die gesuchte Information in ihrer Art bisher nicht bekannt ist und mit den Experimenten letztendlich nach Unbekanntem gesucht wird…

    (Hören Sie das Einhorn wiehern, DZVHÄ?)

    … kann auf eine rigorose Versuchsmethodik nicht verzichtet werden.

    (Hören Sie Richard Feynman lachen, DZVHÄ?)

    – Solange der Wirkmechanismus homöopathischer Arzneien nicht geklärt ist, wird auch bei methodisch gut durchgeführten Experimenten immer eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Validität der Ergebnisse bleiben.

    (Feynman kringelt sich gerade auf seiner Wolke.)

    – (…) Die Ergebnisse erlauben somit eine gute Übertragbarkeit auf den Praxisalltag, lassen jedoch keine kausalen Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel zu.
    (…) Zudem ist für eine integrierte medizinische Versorgung weitere detaillierte Grundlagenforschung erforderlich, um die Wirkung der komplementärmedizinischen Verfahren auf der Basis von naturwissenschaftlich akzeptablen Modellen zu erklären.

    Das ist jetzt fünf Jahre her.

    Sind die Homöopathen mittlerweile schlauer, DZVHÄ?
    Gibt´s jetzt eine valide Theorie, ist zumindest die eine oder andere der drückenden Fragen geklärt?
    Oder gibt´s wenigstens bißchen light „Over at the Frankenstein Place“?

    Anders gefragt: Womit mögen sich die CAM-Forscher am Soz.med. Institut der Charité, einmal abgesehen von den krampfhaften Versuche, nicht vorhandene Phänomene zu noch ungeklärten Fragen umzuarbeiten (was wohl unter die Kategorie “Arbeitsplatzsicherung für forschende Esoteriker durch Cargo Cult Science”) fällt) in den letzten fünf Jahren eigentlich beschäftigt haben, nach dem sie doch die Ziele so eindeutig identifiziert haben?

    Nichts ist passiert, DZVHÄ! Nicht das geringste. Nichts, was Reputationen rechtfertigen würde. Einfach nur nichts.

    Außer Ressourcenverbrauch für lächerlichen Studien, die nur den Erfolg der alternativheilerischen Indoktrination belegen, und der auch nicht ganz neuen Erkenntnis:

    „Es giebt keine noch so absurde Meinung,
    die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten,
    sobald man es dahin gebracht hat sie zu überreden,
    dass solche allgemein angenommen sei.“

    Zumindest im Hinblick auf die Homöopathie kann, nein, muss man Schopenhauer wohl zustimmen.

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  7. @nickpol:
    Danke für die Antwort. Sie zeigen, dass mit Ihrer Moderation ungleiche Kommunikationsregeln unter unklaren Bedingungen erteilt werden (Was haben Sie eigentlich gegen den von mir verlinkten Artikel als sachlichen Beitrag?) – und wird dies sichtbar gemacht, reagieren Sie mit einem unbegründeten „Basta“.
    Sind Sie etwa ein Fan von reaktionären vereinen?

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  8. @nickpol: Product placement? – Sie trauen sich auch noch, sich mit klaren Ausreden zu rechtfertigen. Schauen Sie sich den Beitrag mal an. Sachlicher geht es kaum!dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737
    Ja, es geht um den Dodo. Und das was Sie Frau Steffens vorwerfen, ist mit der These verbunden, dass es in der Homöopathie-Forschung keine Belege zur Wirksamkeit gebe. In diesem Kontext ist der beitrag also sehr „DODO-relevant“.
    Gerne schreibe ich bei Gelegenheit einen eigenen Post. Ein Anfang dafür wäre kommunikative Gleichberechtigung. lassen Sie den oberen Link einfach aktiv…

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    1. @dzvhä, die Moderation und die Administration des Blogs ist nicht verhandelbar. Da diskutier ich keinen Jota drüber. Entweder du findest dich mit den Bedingungen ab, oder du lässt es. Got it?

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  9. @Moderation:
    Bitte erklären Sie mir: Warum gelten für mich in diesem Blog eingeschränkte Kommunikationsregeln? Andere Blogger dürfen aktive Links setzen… meine Links deaktivieren Sie absichtlich – obwohl ich auf wissenschaftliche Quellen zum Thema (von Witt bis Ernst, pro und contra) verweise.
    Was sagen Sie dazu?

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  10. @nickpol:
    Soviel zur Gesprächskultur auf dieser Seite… dabei wird auf diesem Blog darauf hingewiesen, dass auch Beiträge ausdrücklich erwünscht sind, die nicht der Meinung der „Brights“ entsprechen!
    Warum gelten für mich andere Regeln als für andere Blogger? Der verlinkte Beitrag nutzt ausschließlich wissenschaftliche Quellen, daran ist nichts „obskur“.
    Wollen Sie sich hier gar nicht sachlich auseinandersetzen? – Dann können Sie die Diskussion ja beenden… Damit Sie sich hier weiter ungestört gegenseitig auf die Schultern klopfen können?
    Oder schaffen Sie doch noch gleiche Kommunikationsbedingungen für alle? Test: dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737

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    1. dzvhä

      Warum gelten für mich andere Regeln als für andere Blogger?

      Weil sich hier niemand so Link-mäßig prostituiert wie du. In diesem Post geht es um den Dodo. Und nicht um die Darstellung obskurantischen Wissens aus der Pseudowissenschaft. Wenn du dich inhaltlich auseinandersetzen willst. Schreib einen Post, den bringen wir dann hier sogar. Und dann kannst du dich mit den anderen Meinungen inhaltlich auseinandersetzen.
      Hier in diesem Post sind deine Verlinkungen product placement, unerwünschte, versteckte Werbung, und als solche wird sie auch behandelt.

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  11. @ Moderation:

    Ich würde mich freuen, wenn Sie den von mir gesetzten Link (zu sechs unterschiedlichen Sichtweisen in der Homöopathie-Forschung) komplett und funktionsfähig anzeigen würden, da die Diskussion sonst schwer nachvollziehbar wird:dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737
    Im Vorherigen Kommentar wurde das „http://“ des Links nachträglich (wahrscheinlich unbeabsichtigt) entfernt… im freizuschaltenden Kommentar waren sie noch aktiv.
    Vielen Dank an die Blog-Moderation.

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    1. dzvhä

      Ich würde mich freuen, wenn Sie den von mir gesetzten Link (zu sechs unterschiedlichen Sichtweisen in der Homöopathie-Forschung) komplett und funktionsfähig anzeigen würden,

      Vor hier aus gehen keine aktiven Links zu deinen obskurantischen Webseiten. Wer dort nachschauen will, macht einfach c&p, den Rest setzt der Browser.

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  12. @excanwahn:
    Zu Ihrem Beitrag vom 29. August:
    Ihre Aussagen sagen viel mehr über Sie aus als über den DZVhÄ oder meine Person. Warum ich den DZVhÄ-Blog bewerbe? – Weil Unterstellungen und Beleidigungen der Art, wie Sie sie hier schreiben, dort keine Beachtung finden. Es bietet für Sie die Möglichkeit sachlich Stellung zu beziehen, sich und Ihre Kommunikation positiv zu entwickeln: Und das wünsche ich Ihnen.
    Sie nennen Teut, Witt und co. „Junk Scientists“, was in klarer Dissonanz zur Reputation dieser Wissenschaftler steht und zeigt, dass Sie mindestens überheblich sind.
    Ich habe hier doch lediglich diesen interessanten Beitrag verlinkt dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737 in dem sechs Perspektiven in der Homöopathie-Forschung nebeneinander gestellt werden – ohne dass dort Partei ergriffen wird. Er zeigt nur: Es gibt kontroverse Diskussionen zur Wirksamkeit der Homöopathie in der Wissenschaft. Da helfen Ihnen weder Polemik noch Ihre fehlgeleiteten (aber putzigen) Empathie-Versuche in Bezug auf mich weiter. (Was Sie so für Vorstellungen haben – abenteuerlich.)

    Und dazu passt Ihr heutiger Beitrag haargenau:
    Sie haben einen Antrag der Grünen gefunden (echt früh übrigens) und meinen dieser sei gegen Komplementärmedizin, Homöopathie oder den DZVhÄ gerichtet? Ich weiß, Sie werden vielleicht nicht folgen können, aber: Dieser Antrag ist Rückenwind!

    Die Grünen schreiben: „Darüber hinaus sollen Patienten nach Vorstellung der Grünen das Recht auf rechtzeitige und vollständige Aufklärung und Beratung über Diagnose und geplante Behandlung erhalten.“ Damit stimme ich vollkommen überein. Und auch dies: „Als Behandlungsfehler will die Fraktion eine nicht angemessene, insbesondere nicht sorgfältige, nicht richtige oder nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechende Behandlung verstanden wissen.“ – Sie sprechen mir aus der Seele.

    Beide Punkte sind vitale Bestandteile einer INTEGRATIVEN MEDIZIN, die auch vom DZVhÄ gewünscht und übrigens aktiv gefördert wird!

    Und Sie fragen sich: „Wenn wir mal von Barbara Steffens oder Biggi Bender abesehen, tritt Ihnen, DZVHÄ, nicht gerade die politisch wichtigste Lobbytruppe für gehobene Quacksalberei mit Schmackes in´s Gemächte?“ (Ein Stil-Tipp: Lassen Sie die Luft aus Ihren aufgeblasenen Formulierungen.)

    Nein, ich kann Sie beruhigen. Es läuft alles Hand in Hand. Wenn Sie sich diesen Beitrag (dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737) ernsthaft zu Gemüte führen würden, könnten Sie das verstehen…

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  13. @DZVHÄ

    Erst heute und damit leider etwas verspätet gelesen:

    Gesundheit/Antrag – 06.07.2011
    Berlin: (hib/MPI) Die Fraktion Bündnis 90/die Grünen setzt sich für eine Stärkung der Patientenrechte ein. In einem Antrag (17/6348) fordert sie von der Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorzulegen, mit dem im Bürgerlichen Gesetzbuch ein eigenständiger Abschnitt zum Behandlungsvertrag eingeführt und bereits existierende Vorschriften zusammengeführt werden. Darüber hinaus sollen Patienten nach Vorstellung der Grünen das Recht auf rechtzeitige und vollständige Aufklärung und Beratung über Diagnose und geplante Behandlung erhalten. Dies müsse in einem standardisierten Protokoll nachgewiesen werden und dürfe nicht zu einer Haftungsbeschränkung führen, schreiben die Abgeordneten. Ferner sei Patienten die Einsichtnahme in die vollständige, richtige und fälschungssichere Dokumentation der Heilbehandlung zu gewähren.

    Als Behandlungsfehler will die Fraktion ” eine nicht angemessene, insbesondere nicht sorgfältige, nicht richtige oder nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechende Behandlung“ verstanden wissen.“

    Wenn wir mal von Barbara Steffens oder Biggi Bender abesehen, tritt Ihnen, DZVHÄ, nicht gerade die politisch wichtigste Lobbytruppe für gehobene Quacksalberei mit Schmackes in´s Gemächte?
    Konnte man nicht vor kurzem noch die Mitteilung im DZVHÄ-Blog lesen, dass die Grünen „auch die Bedeutung der Komplementärmedizin betonen“?
    Und nun das: „Eine nicht angemessene, insbesondere nicht sorgfältige, nicht richtige oder nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechende Behandlung ist ein Behandlungsfehler.

    Gemäß dieser Definition gehört der größte Teil der „Alternativmedizin“ und letztlich wohl auch die Behandlung durch Heilpraktiker, in die Kategorie „Behandlungsfehler“; gehört es doch zum guten Ton in der CAM-Branche den Stand der Wissenschaft als nicht bindend anzusehen und ganz bewußt keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit nach den Kriterien der EBM zu erheben.

    Ein interessanter Antrag der Grünenfraktion, meinen Sie nicht auch, DZVHÄ?
    Und so viele neue Gegner für den Rajiv…

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  14. DZVHÄ, eigentlich wollte ich Ihnen nur mitteilen, dass mir Ihre peinlichen Bemühungen, das elendig dahinsiechende DZVHÄ-Blog wieder zu beleben, mich schon fast zu Fremdschämen und ein wenig Mitleid veranlassen. Aber diese Anflüge von unangemessenem Altruismus vergehen ziemlich zügig.

    Viel wesentlicher erscheint mir die Frage, mit welchen Beträgen Ihnen der DZVHÄ das Korrumpieren Ihres Verstandes versüßt?

    Ich mein´, wer sich gezwungen sieht, einen derart dämlichen Satz „Willich und Witt schließen ihr Fazit mit den Worten: „Es ist also nicht belegt, dass homöopathische Arzneimittel mehr als Placebo sind, aber auch nicht das Gegenteil.“, aus Mangel an anderen Argumenten dem Publikum vorzusetzen, muss dafür viel Geld bekommen, um nicht schon in der Früh aus Selbstekel in´s WC zu reihern.

    Und ist es Ihnen nicht auch peinlich, Eberle und Ritzers „Excrementum canium“ oder beispielsweise „Oscillococcinum“ als eine Nosode aus einem nicht existierenden Bakterium zu verteidigen?

    Verursacht es bei Ihnen kein zwanghaftes horizontales Kopfschütteln, die Artefakte homöopathischer Verwirrungen bei Remedia nachzulesen?
    Fühlen Sie sich nicht verarscht, wenn Sie dort für „Glacia trita„“ die Herstellungsanweisung „gefrorenes Regenwasser mit Milchzucker verrieben“ vernehmen dürfen oder bei „Gaba“ dann „Indische Klangschale:
    wurde mit 43% Ethanol 200ml befüllt und in intensive Schwingungen versetzt. Nach 5 maligem Anschwingen wurde der Alkohol entnommen und nach HV 5a weiterpotenziert.“

    Suchen Sie nach nicht auch vergebens nach dem Simile-Prinzip?

    Oder wie war das damals, als Schmidt, Süß und Nieber den Hans-Heinrich Reckwege-Preis für den Belladonna-Schmonzes bekommen haben.
    War das nicht peinlich für Sie?
    Vor allem, als der Schmonzes offensichtlich wurde und statt Party plötzlich Kater angesagt war?

    Kriegen Sie keine Würgereiz, wenn Tierhomöopathen einen Preis für den Nachweis der Wirksamkeit homöopathischer Mastitis-Behandlungen verleihen und die Preisträgerin – Dr. Christina Werner – selbst verkündet: „Die eigenen Ergebnisse untermauern, dass die Anwendung von Homöopathika für die Therapie der subklinischen Mastitis nicht empfohlen werden kann, unabhängig von der Art des nachgewiesenen Erregers. Deshalb sollte von Behandlungen dieser Art Abstand genommen und die Gesundheitsvorsorge intensiviert werden.“

    Oder wie ist das, wenn der gernegroße Walach zwar seine Kopfschmerzstudie mit einem selbst für Homöopathen perfektem Design zur Nullnummer erklärt, aber Lüdtke einige Zeit später rekapituliert, dass es im Grunde kein Schwein interessiert. Fühlen Sie sich davon nict unangenehm berührt?

    Finden Sie es nicht – ich wiederhole mich – äußerst peinlich, wenn Ihnen Teut, Witt u.a. nur Nullnummern liefern, aber dennoch auf weitere Forschungen bestehen und Sie müssen den Kernsatz des homöopathischen Offenbarungseids mal wieder in die Tasten hauen: „Die Studie hat gezeigt, dass die Datenlagen nicht ausreichend ist, um den Sachverhalt abschließend zu beurteilen. Daher sind weitere Studien angeraten.“; und Sie wissen ganz genau, dass es nur um den bequemen Job als Junk-Scientist, keinesfalls aber um sinnvolle Forschung geht?

    Sehen Sie, DZVHÄ, Terry Pratchett hat seine Figur „Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin“ Schnapper, den Verkäufer unsäglicher Würstchen, deren Inhalt man gar nicht so genau kennen möchte, nicht aus Zufall als tragikomische Figur angelegt, als Metapher für das ewige Scheitern Derjenigen bei denen Ehrgeiz und Gier den Verstand besiegen.
    Vielleicht lesen Sie mal Pratchett?

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  15. „Zunächst sollten Sie wissen, dass es für mich nicht von besonderer Bedeutung ist, ob Sie etwas zu den angeführten sechs Sichtweisen aus der Homöopathieforschung schreiben oder nicht.“

    q.e.d.
    Ich glaube, es hat auch keinen Zweck noch was zu schreiben.
    Für mich schmeckt das hier schon zu sehr nach Trollerei, und ich denke wenn hier jetzt nicht endlich Butter bei die Fische kommt und hier ein gewisser Jemand nicht wenigstens etwas konkreter wird, werde ich diesen Thread von nun an ignorieren.

    „- Sie bieten Ihren (potenziellen) Beitrag ja wie eine Art „Gegenleistung“ an. Das brauchen Sie nicht. Wenn Sie dazu allerdings fundiert Stellung nehmen möchten, empfehle ich Ihnen, dies auch auf dem dzvhae-homoeopathie-blog.de/ selbst zu tun.“

    Ja, es ist das Angebot „Zeit und geistige Arbeit gegen die Nennung deiner Qualifikation“. Ich finde das einigermaßen fair, und ich an deiner Stelle wäre gerne bereit das anzunehmen, um diese sogenannten Wirksamkeistnachweise in besagtem Link aus einer anderen Perspektive geschildert zu bekommen. Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als wenn hier eine Lanze für die Homöopathie gebrochen wurde. Aber wenn du mal die Verlinkungen liest, die zu den zitierten Zusammenfassungen dieser Arbeiten führen, dann würdest du feststellen, dass man sich in den Aufsätzen meist recht vorsichtig ausdrückt, was Wirksamkeitsnachweise angeht.
    Ich für meinen Teil bin nicht scharf drauf zu erfahren, wer du in Wirklichkeit bist. Ich käme im Traum nicht darauf von jemandem im Brightsblog den Klarnamen ÖFFENTLICH zu verlangen. Die Gründe habe ich aufgezeigt. Mir reicht da dein Ehrenwort, Urkunden braucht für mich keiner reinzustellen. Und: Warum nicht in DIESEM Blog diskutieren?

    „1. Sie entscheiden doch gar nicht, ob hier jemand „raus“ ist oder nicht.“

    Doch. Ich entscheide, wann sich jemand wie ein Aal windet, und anfängt zu trollen. Dann ignoriere ich ihn. Er ist für mich dann jedenfalls „raus“. Und du bist da verdammt nah dran.

    „2. Können Sie schreiben oder nicht schreiben was Sie wollen…“

    Ja. Und von diesem Recht gedenke ich auch weiterhin Gebrauch zu machen. Willst du jetzt ein Fleißkärtchen, oder was?

    „Und 3. wissen Sie genau: Die Einschätzung von Qualifikation (und Reputation) beginnt mit dem Klarnamen und der genauen beruflichen Position. Sie lehnen dies ab und haben daher nach wie vor nichts „geliefert“ – außer einer nicht verifizierbaren Behauptung.“

    Na ja…Ganz abgesehen davon, dass ich die Wahrheit gesagt habe… Äh. Du lieferst nicht mal eine sog. „nicht verifizierbare“ Behauptung. Wie gesagt, einfach nur sagen was deine Qualifikation ist;, mich interessiert kein Klarname, sondern dein Ehrenwort. Lass die Siezerei bitte, das hat was überhebliches an sich…

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  16. @ Joe:
    Zunächst sollten Sie wissen, dass es für mich nicht von besonderer Bedeutung ist, ob Sie etwas zu den angeführten sechs Sichtweisen aus der Homöopathieforschung schreiben oder nicht. dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737
    – Sie bieten Ihren (potenziellen) Beitrag ja wie eine Art „Gegenleistung“ an. Das brauchen Sie nicht. Wenn Sie dazu allerdings fundiert Stellung nehmen möchten, empfehle ich Ihnen, dies auch auf dem dzvhae-homoeopathie-blog.de/ selbst zu tun.

    Diesen Hinweis von Ihnen finde ich recht kühn: „Du könntest weiß Gott wer sein, der behauptet da für den Deutschen Zentralverband quacksalbernder Ärzte zu reden. Nochmal: Entweder du „lieferst“, oder du bist raus, und ich schreib auch nix zu deinem Link.“

    1. Sie entscheiden doch gar nicht, ob hier jemand „raus“ ist oder nicht.
    2. Können Sie schreiben oder nicht schreiben was Sie wollen…
    Und 3. wissen Sie genau: Die Einschätzung von Qualifikation (und Reputation) beginnt mit dem Klarnamen und der genauen beruflichen Position. Sie lehnen dies ab und haben daher nach wie vor nichts „geliefert“ – außer einer nicht verifizierbaren Behauptung.

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  17. @ dzvhä: Ich warte. Was bist du denn jetzt? Arzt mit homöopathischer „Ausbildung“, Heilpraktiker, Apotheker, Student einer der genannten Fachrichtungen, interessierter Laie oder Journalist, oder gar ein Kollege aus der Chemie? Womöglich gar nix davon?
    Hast du Angst vor der eigenen Courage entwickelt? Wenn du mir deine Qualifikation verrätst, dann versprech ich dir, dass ich auch was zu dem Link mit den sechs „Sichtweisen“ was schreibe. Das Angebot steht nach wie vor.

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  18. @ dzvhä:

    „Ich habe die Frage nach der Qualifikation in einem ganz anderen Kontext gestellt (ein Kommentator hatte offensichtliche und für jeden Arzt identifizierbare, unqualifizierte Beiträge mit dem Hinweis gepostet, dass er mit der Materie sehr gut vertraut sei). “

    Und ich stelle die Frage ganz konkret im Kontext von Hochpotenzierungen. Wenn du mir plausibel machen kannst wie ihr auch nur einigermaßen (empirisch!) reproduzierbare Ergebnisse aus diesen „Arzneimittelprüfungen“ erhaltet, dann wird es nicht lange dauern, bis du über ein Mittel gegen Nobelpreisverleihungen und Ehrendoktorwürden nachdenken wirst. Aus chemischer Sicht ist das nämlich alles ziemlicher blödsinn. Also: Was ist deine Qualifikation?
    Diese güldenen Zeilen stammten doch von dir, oder nicht? Nur zur Erinnerung:

    „Und richtig, ich habe schon einmal die Frage nach der Qualifikation gestellt – eine Antwort blieb aus… Quid pro quo! Liefern Sie, dann bin ich dabei.“

    Ich HABE geliefert. Und selbstverständlich warte ich noch auf eine Antwort von dir. (Und gewöhn dir diese Siezerei ab. Es wurde schon oft genug gesagt, dass hier im Blog geduzt wird.)

    „Und zur Info: Der Nachweis der eingenen Reputation beginnt mit dem Klarnamen oder der genauen beruflichen Funktion.“

    ROFL! Hölle, ja! Da überlasse ich dir diesmal gerne die Vorreiterrolle… Aber ich bin nicht bekloppt genug in einem Blog meinen Namen (vermutlich auch noch Adresse und Telefonnummer?!) zu veröffentlichen, der leider viel zu oft von durchgeknallten Extremisten aufgesucht wird, für die nicht nur „aufgeklärte Streitkultur“ ein Fremdwort ist. Was mein Wirkungsfeld angeht möchte ich nicht noch genauer werden, und bitte daher um Verständnis.

    “ – Und meine Kommentare als DZVhÄ sind ja streng genommen nicht wirklich anonym.“

    WAS?! Die sind sogar verdammt anonym, wenn ich das mal so sagen darf. Du bist hier kein Stück weniger konkret als irgendwer mit einem x-beliebigen Internethandle und Gastkonto. Außerdem finde ich es schon sehr verdächtig, wie du versuchst die Spielregeln, die du für andere (siehe vorletztes Zitat) aufstellst auf gar keinen Fall auf dich auszuweiten. Ich habe „geliefert“, wenn du darauf nicht wenigstens gleichwertig antwortest (Was IST denn jetzt deine Qualifikation?) erübrigt sich jede weitere Diskussion. Du könntest weiß Gott wer sein, der behauptet da für den Deutschen Zentralverband quacksalbernder Ärzte zu reden.
    Nochmal: Entweder du „lieferst“, oder du bist raus, und ich schreib auch nix zu deinem Link. Punkt.

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  19. @ Argus7

    Sie unterscheiden anscheinend nicht zwischen Wirksamkeitsnachweis und Nachweis des Wirkmechanismusses. Selbstverständlich gibt es Wirksamkeitsnachweise – ob in der Versorgungsforschung oder placebokontrollierten Doppelblindstudien. Sie können selbstverständlich Informationen zur Studienlage in der Homöopathieforschung auf der DZVhÄ-Website finden – beispielsweise hier:
    http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/050110110622_studienlage.pdf
    Sie können auch beginnen, die hier dargestellten Forschungsergebnisse http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737 zur Kenntnis zu nehmen – und nicht allein die Sichtweise von Edzard Ernst. Dann würde sich Ihnen erschließen, dass der zunehmende Erfolg der Homöopathie im Gesundheitssystem (national wie weltweit) nicht irgendeiner vermeindlich machtvollen „Lobbyarbeit“ zuzuschreiben ist, sondern auf dem Erfolg der Heilmethode unter Praxisbedingungen fußt. – Auch wenn der Wirkmechanismus nicht erschöpfend erschlossen ist.

    @Joe:
    Ich habe die Frage nach der Qualifikation in einem ganz anderen Kontext gestellt (ein Kommentator hatte offensichtliche und für jeden Arzt identifizierbare, unqualifizierte Beiträge mit dem Hinweis gepostet, dass er mit der Materie sehr gut vertraut sei). Und zur Info: Der Nachweis der eingenen Reputation beginnt mit dem Klarnamen oder der genauen beruflichen Funktion. – Und meine Kommentare als DZVhÄ sind ja streng genommen nicht wirklich anonym.

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  20. @ dzvhäe

    Es kommt ausschließlich die nachstehende Meldung, wenn ich den von dir erwähnten Link anklicke. Ich habe mir auch die Mühe gemacht, mal auf der Website von dzvhäe nach einem (nur einem) Wirkungsnachweis für die Homöopathie zu suchen. Das Ergebnis: Nullkommareingarnichts !
    Gäbe es auch nur einen einzigen Wirkungsbeweis wäre dies als Weltsensation längst in allen Medien nachzulesen gewesen. Wenn euer Verein keine Vereinigung von Scharlatanen und Schwindlern ist, dann liefere du doch endlich mal den von der Welt sehnsüchtig erwarteten Wirkungsnachweis. Ich befürchte allerdings, dass daraus nichts werden wird.

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    If you are unable to fix the problem yourself, please contact redaktion at dzvhae.de and be sure to provide the technical support key shown above.

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  21. @DZVHÄ

    „Das klingt ja so, als ob Sie die Wirksamkeitsnachweise der genannten Indikationen akzeptieren würden. Verstehe ich Sie richtig?“

    Äh, nein.
    Kommt mein Beitrag bei Ihnen so an?
    Dann habe ich wohl etwas falsch gemacht.

    Ich wollte meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass ein erheblicher, wenn auch ungewollter Fortschritt in Sachen Patientenschutz für naiv-gläubige Wunderheiler-Klienten erreicht wäre, wenn in Homöopathens Praxis eine Konzentration der Bemühungen auf die Fälle, für die angebliche Wirksamkeitsnachweise vorliegen, stattfände.
    Wobei ja genügend Schaden auch schon bei solchen Patienten anzurichten ist, die mit den angeblich erfolgreich mit Zuckerkügelchen zu therapierenden Erkrankungen zu kämpfen haben.

    Im übrigen bin davon überzeugt, dass Sie Lüdtkes Artikel in „Forschende Komplementärmedizin“ wohl kennen, insoweit ist Ihre Antwort eine ziemlich billige Replik.

    Für den Rest des Auditoriums, und die, die nicht bereit sind, die unverschämten Artikelpreise für den meist belanglosen Schmonzes der Walach´schen Hauspostille zu bezahlen, dient die nachfolgende, kommentierte Zusammenfassung:

    Lüdtke, Chef-Statistiker der Carstens-Stiftung, beklagte in diesem Essay, dass die Studie eines Herstellers von homöopathischen Arzneimitteln, die angeblich die Wirksamkeit eines homöopathischen Komplexmittels gegen Migräne belegt – und das auch noch im RCT-Design – nirgends aufzufinden sei. Denn eine solche Studie wäre – Lüdtkes Ansicht – es sicher wert, publiziert zu werden.

    Über die Gründe der Nichtveröffentlichung spekuliert Lüdtke:

    „Für Pharmafirmen aus dem komplementärmedizinischen Sektor ist es letztendlich überhaupt nicht interessant, wissenschaftlich zu veröffentlichen!

    Nicht die Veröffentlichung zählt, sondern allein das Marketing, insbesondere, wenn die anzusprechende Klientel dem Begriff Wissenschaft eher skeptisch gegenübersteht.“

    Wäre es so, hätte Lüdtke schon einmal einen Volltreffer gelandet.
    Denn so ein Verhalten würde in aller Deutlichkeit die Absurdität der gesetzlichen Ausnahme-Regelungen für die „besonderen Therapierichtungen“ demonstrieren, die es Homöopathen oder Anthroposophen bequemerweise ermöglicht, zwar alles behaupten zu können, aber eben nichts beweisen zu müssen.

    Allerdings bieten sich auch noch andere Gründe für die vornehme Zurückhaltung des Pharmazieunternehmens an:
    Beispielsweise der für Alternativeheilerische „Studien“ typische Mangel an statistischer Power, weil die Teilnehmerzahl in etwa der einer Fußballmannschaft mit Ersatzspielern entspricht, oder weil mit Hilfe diverser methodischer Kunstgriffe – wie von Frau Dr. Christina Werner mit ihrer Mastitis-Studie wunderbar demonstriert – das Ergebnis ideologieverträglich gestaltet wurde.

    Da aber Lüdtke weder Ross noch Reiter, also weder Mittel noch Produzent nennt, bleiben wir halt bei seiner Story, wie sie in der „Forschenden Komplementärmedizin“ nachzulesen ist.

    Anlass für des Statistikers Klagegesänge war eine „Hochglanzbroschüre“ eines homöopathisch tätigen Pharma-Herstellers, in der ein homöopathisches Komplexmittel gegen Migräne beworben wurde.

    Lüdtke dazu:

    „Homöopathie und Migräne? Das lässt uns stutzen! Fast jeder wissenschaftlich an der Homöopathie Interessierte hat zu diesem Thema ein ungutes Gefühl. Es ist die Geschichte eines Forschungsmisserfolgs, der in der wissenschaftlichen Landschaft zur Homöopathie tiefe Narben hinterlassen hat.

    Inspiriert von dramatisch guten Ergebnissen Ende der 80er Jahre hatten mehrere Forschergruppen die Migräne bzw. Spannungskopfschmerzen als das klinische Modell gewählt, an dem die Wirksamkeit der Homöopathie (insbesondere der Einzelmittelhomöopathie) exemplarisch bewiesen werden sollte.

    Herausgekommen sind drei randomisierte klinische Studien, die neben der Tatsache, dass sie alle hohen Qualitätsansprüchen genügen, eines gemeinsam haben: Sie konnten keine Überlegenheit des homöopathischen Verums über Plazebo nachweisen. Allein die Literatur der Mutmassungen, wie es zu diesen Negativergebnissen kommen konnte, füllt Aktenordner.

    Die Erkenntnis blieb dennoch: „Die vorhandenen Studiendaten deuten nicht darauf hin, dass die Homöopathie in der Migräne- oder Kopfschmerzprophylaxe einen über Plazebo hinausgehenden Effekt aufweist.“

    Und schließlich kommt Lüdtke zu der Erkenntnis:

    „Aus Sicht der Pharmafirma dürfte eine Hochglanzbroschüre das therapeutische Verhalten der interessierten Ärzte wesentlich mehr beeinflussen als eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift.

    Der Impact der Publikation ist gleich Null.

    Schließlich hat auch die bisherige Datenlage nicht dazu geführt, dass Homöopathen oder homöopathisch arbeitende Ärzte ihre Migräneprophylaxe umgestellt haben.“

    Präziser kann man das gestörte Verhältnis der Homöopathen, überhaupt der ganzen Komplementärmedizin, zu Wissenschaft und wissenschaftlicher Methodik kaum beschreiben.

    Gläubige brauchen keine Daten, sondern viele bunte Bilder und ein paar kräftige Sprüche.

    Deshalb hat der Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte DZVhÄ wohl auch – anstelle eines wissenschaftlich gebildeten Journalisten – einen werbetextenden Chipkarten-Vertriebler als Blogwart engagiert.

    Ist jetzt alles klar, DZVHÄ?

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  22. „Quid pro quo! Liefern Sie, dann bin ich dabei.“

    ROFL. Ja, natürlich. Von anderen kann man diese Auskunft ja gern verlangen, ohne selber einstehen zu müssen, wie bequem für dich. Und na ja, ich bin Chemiker.

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  23. @Argus (und alle):
    Der Link funktioniert doch einwandfrei: dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737

    Sie finden dort sechs wissenschaftliche Quellen, die alle dem Ziel dienen und für sich in Anspruch nehmen, den aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung fachlich fundiert zusammenzufassen. Was sagen Sie dazu?

    @ joeskopfsalat:
    Bitte nehmen Sie doch Stellung zum verlinkten Beitrag, ich bin gespannt. Und richtig, ich habe schon einmal die Frage nach der Qualifikation gestellt – eine Antwort blieb aus… Quid pro quo! Liefern Sie, dann bin ich dabei.

    @excanwahnxcanwahn:
    Das klingt ja so, als ob Sie die Wirksamkeitsnachweise der genannten Indikationen akzeptieren würden. Verstehe ich Sie richtig? Das wäre ein Fortschritt, anstatt pauschal eine Heilmethode als wirkungslos zu deklarieren. Da wäre doch mehr Forschung nötig!? – Am besten DFG-gefördert.

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  24. @DZVHÄ

    „Heuschnupfen, Durchfall bei Kindern, Weichteilrheuma,
    Darmlähmung nach Operation und Atemwegsinfektionen“

    Besteht Hoffnung, dass die Homöopathien sich jetzt ausschließlich auf diese Krankheitsbilder konzentrieren, oder wird Lüdtke demnächst – wie schon im Zusammenhang mit der Walach´schen Migränestudie – wieder resignierend feststellen müssen:

    „Schließlich hat auch die bisherige Datenlage nicht dazu geführt, dass Homöopathen oder homöopathisch arbeitende Ärzte ihre Migräneprophylaxe umgestellt haben.“ (1)

    (1) Forschende Komplementärmedizin 2004 11:4-5

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  25. @ dzvhä

    Halten wir gleich mal fest: Es war Frau Steffens, die die Forderung aufgestellt hat, „dass die Prüfkriterien für homöopathische Mittelchen so geändert werden müßten, dass als Resultat eine Wirkung herauspringt.“
    Somit war es meinerseits keine Behauptung, sondern die Bekanntgabe einer Tatsache, wie sie die Ministerin tatsächlich so in die Welt gesetzt hat. Damit hat sie gleichzeitig ihre völlige Inkompetenz bezüglich dieser Thematik bewiesen. Noch krasser ausgedrückt: Sie hat sich mit ihrer unerfüllbaren, wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren Forderung lächerlich gemacht.

    Der angeführte Link in deinem Kommentar funktioniert im übrigen nicht. Spielt aber keine Rolle, denn du kannst dir noch soviel Mühe geben, aber einen wissenschaftlich relevanten Nachweis für die Wirksamkeit homöopathischer Mittelchen kannst weder du noch sonstwer erbringen. Es blieb einem Pharmakolgen-Team der Uni Leipzig im Jahre 2003 vorbehalten, sich mit einem angeblich gelungenen Wirksamkeitsnachweis vor aller Welt zu blamieren. Die Story ist unter dem nachfolgenden Link nachzulesen: http://www.xy44.de/belladonna/ Genügt denn diese Blamage immer noch nicht ?

    Was die Homöopathie-Lobby bisher als Beweise vorlegte, ist nun mal nicht nach den weltweit als verbindlich anerkannten gültigen wissenschaftlichen Regeln aufgestellt worden. Wenn du – und dein Lobbyisten-Verein – diese Regeln nicht als allgemein verbindlich akzeptieren, dann dürft ihr leider keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben. Es gibt in diesem Falle nur zwei Möglichkeiten: Entweder agiert die Homöopathen-Lobby auf einer rein pseudowissenschaftlichen Basis, in unmittelbarer Nähe zur Esoterik, oder aber aber die Homöopathie ist schlicht und ergreifend auf Volksverdummung und auf Abzocke angelegt. Meiner Meinung nach muß man beide Möglichkeiten mit dem Prädikat „Scharlatanerie“ kennzeichnen.

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  26. @ dzvhä: Bevor ich mir die Mühe mache, deinen Beitrag und den Link in dem Beitrag zu zerpflücken, möchte ich dir eine Frage stellen, die du anderen manchmal stellst: Was ist deine Qualifikation?

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  27. @Argus7

    Zur Behauptung: „Frau Steffens forderte u.a., dass die Prüfkriterien für homöopathische Mittelchen so geändert werden, dass als Resultat eine Wirkung herauspringt.“

    Das ist nicht richtig: Denn es gibt bereits zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegen. Für einige Indikationen ist die Wirksamkeit der Homöopathie wissenschaftlich sehr gut nachgewiesen – selbst unter Kritikern wird das anerkannt.
    Zur Wirksamkeit der Homöopathie wird innerhalb der Scientific Community kontrovers diskutiert. Sechs wissenschaftliche Quellen, die alle dem Ziel dienen und für sich in Anspruch nehmen, den aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung fachlich fundiert zusammenzufassen, finden sich hier:
    http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737#more-2737

    Was sagen Sie dazu?

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  28. @ klafuenf.de

    Die Theologie ist die einzige „Wissenschaft“, bei der das Ergebnis schon vorher feststeht: G O T T !

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  29. Für den Zeitraum von einer Woche war ich im Internet nicht präsent. Umso erfreulicher die Meldung nach meiner Heimkehr, dass die grüne Esotante Steffens den Dodo des Monats Juli gewonnen hat. Da hat offenbar mein Wahlaufruf in letzter Minute doch noch Wirkung gezeigt.

    Zur Erinnerung: Frau Steffens forderte u.a., dass die Prüfkriterien für homöopathische Mittelchen so geändert werden, dass als Resultat eine Wirkung herauspringt. Wie diese veränderten Prüfkriterien aussehen sollen, bleibt wohl auf ewige Zeiten ihr Geheimnis. Doppelblind-Studien wie in der Pharmakologie weltweit allgemein üblich, erbrachten nämlich keinen einzigen Wirkungsnachweis für ein homöopathisches Mittel. Die Welt wartet jetzt voller Spannung darauf, wie Frau Steffens Kriterien konzipiert sein sollen, mit denen sie die Wirkung der Homöopathie nachweisen will.

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  30. Das Ministerium könnte man aufstocken und auch mit folgenden Angelegenheiten beauftragen: Voodozauber, Geisterheilerei, Gebetstrommelanschubbser, Gebetsfähnchenaufhänger-wäscher-bügler, Förderung des Schamanentums, Mitspracherecht bei Selig- und Heiligsprechungen, Zweitwohnungsverwaltung des Dalai Lama in Deutschland, Universelles-Forschungsprojekt-Spaghettimonster (UFS), Puderzuckerhinteneinblasung bei Papst (et al), Nachfolgesuchen für Hildegard von Bingen, Nostradamus und Uri Geller. Schließung aller geschlossener psychiatrischer Anstalten und Übernahme der Insassen in das Ministerium. 😉

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  31. Ein Arzt, der mit homöopathischen Mitteln arbeitet, kann seinen Patienten ebenso gut ein Glas Leitungswasser verschreiben.

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