Grüne Schmuggler und Baptisten


Der neue Bericht des UNO-Klimarates IPCC über erneuerbare Energien schlug im Mai hohe Wellen in den Medien. Wie auch in der Vergangenheit veröffentlichte der IPCC zunächst eine kurze Zusammenfassung und erst später die gesamten Daten. Damit blieb es den Spindoktoren des IPCC überlassen, für die Journalisten eine medienwirksame Botschaft zu formulieren.

Von Bjørn LomborgProject Syndicate

Im ersten Satz der Presseerklärung des IPCC hieß es: „Unterstützt durch die richtigen politischen Fördermaßnahmen könnten bis Mitte dieses Jahrhunderts beinahe 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.“ Diese Story wurde dann durch die Medien weltweit verbreitet.

Im letzten Monat veröffentlichte der IPCC den ganzen Bericht, einschließlich der Daten, auf denen diese erstaunlich optimistische Behauptung gründet. Erst zu diesem Zeitpunkt kam heraus, dass der Bericht ausschließlich auf dem positivsten von 164 wissenschaftlich untersuchten Modellszenarien basiert. Und dieses eine Szenario stammt aus einer einzigen Studie, die auf einen Bericht der Umweltorganisation Greenpeace zurückgeht. Der Autor dieses Berichts – ein Greenpeace-Mitarbeiter – war einer der Hauptautoren des IPCC.

Die erwähnte Behauptung beruht auf der Annahme einer starken Reduktion der globalen Energienutzung. Angesichts der Zahl der Menschen, die in China und Indien gerade der Armut entkommen, ist das ein zutiefst unplausibles Szenario.

Als der IPCC diesen Anspruch erstmals formulierte, jubelten Klimaaktivisten und Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien. „Der Bericht zeigt ganz deutlich, dass man mit erneuerbaren Technologien die Welt mit mehr Energie versorgen kann, als sie jemals brauchen würde”, prahlte Steve Sawyer, Generalsekretär des Globalen Windenergierates.

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