Netzwerk katholischer Priester: Missbrauch und Forschungsobjekte


Netzwerk Katholischer Priester zum geplanten Forschungsobjekt der Deutschen Bischöfe zur Aufarbeitung sex. Missbrauchs: Wir protestieren entschieden gegen die beabsichtigte pauschale Herausgabe aller Personalakten zum Zwecke eines Forschungsobjekts

kath.net

Das Netzwerk Katholischer Priester hat am Wochenende Kritik an dem geplanten „Forschungsprojekt zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich“ geübt und die Deutschen Bischöfe ersucht, in aller Form ihr Vorgehen zu überdenken und von den bisherigen Planungen Abstand zu nehmen. Zuletzt hatte am Freitag die Deutsche Bischofskonferenz eine Stellungnahme veröffentlicht und zugesichert, dass es bei dem Projekt keinerlei direkten Einblick in Personalakte geben werde. KATH.NET hat berichtet.

Kath.Net dokumentiert die Stellungnahme des Netzwerks im Wortlaut:

Das Forschungskonzept des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. (KFN) für eine empirische Untersuchung des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz sieht die Durchsicht aller Personalakten des genannten Personenkreise der letzten 65 Jahre vor.

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3 Comments

  1. Zu diesem Problembereich möchte ich mitteilen, dass neuerdings eine deutsche Diözese dazu übergegangen ist, einem Priester im Ruhestand, welcher sich stur zu den Vorwürfen nicht geäußert hat, eine Kürzung der Bezüge um 20% für die Dauer von drei Jahren zu verfügen, „in Anlehnung an die Bestimmung des § 7 der Disziplinarordnung für Kirchenbeamte“

    Der Bischof führte zur Begründung, wohl wissend, dass die Verjährung in allen diesen einschlägigen Fällen längst abgelaufen ist, nachdem sie nach der Behauptung der Anzeigeerstatter in den sechziger Jahren stattfanden, aus, dass“ die Schilderung von Herrn… Und die Aussagen der drei Zeugen mich mit moralischer Gewissheit zur Erkenntnis gelangen, dass sie den damals minderjährigen Herrn… Sexuell missbraucht haben“

    Mein Vortrag als Rechtsanwalt und Vertreter des betroffenen Pfarrers verwies zunächst auf die längst eingetretene Verjährung, aber auch darauf, dass die Anzeigeerstatter, aber auch deren Familien, seinerzeit als die Taten geschehen waren, angeblich, die Berichte unter den Teppich kehren wollten oder hatten, so dass, insbesondere nachdem alles als verjährt anzusehen ist, auch der Grundsatz zum Tragen hätte kommen müssen, dass,“ wer damals nicht geredet hat auch heute nicht den Mund aufmachen darf“.

    Des weiteren habe ich ausgeführt, dass die jetzt vergangenen 40 Jahre auch von der Opferseite her so betrachtet werden müssen, als dass diese dem Täter vergeben haben aber auch, dass eine bewusste und gewollte Vergebung und Verarbeitung der seinerzeitigen Geschehen stattgefunden hat.

    Dies alles steht noch zur Diskussion des Bischofs, den ich ebenfalls auf die Treue und Fürsorgepflicht seinem Pfarrer gegenüber hingewiesen habe, sich nicht willfährig dem Anzeigeerstatter zu unterwerfen und an dessen Konsensfähigkeit zu appellieren, etwa den Mut aufzubringen, sich dem seinerzeit angeblich handelnden Pfarrer zuzuwenden um mit diesem einen Ausgleich zu finden.

    Der Bischof hat unseren Erkenntnissen nach ausschließlich auf der Grundlage der Schilderungen der Opfer diesen eine Entschädigung von einmal 10.000 € und zum anderen von einmal rund 8.000 € zukommen lassen, um nur der Kosmetik und der Medienarbeit halber ein äußeres Zeichen der Wiedergutmachung zu setzen, nicht aber, um wirkliche Täter-Opfer-Verarbeitung-Arbeit zu erbringen.

    Auch die Kirche arbeitete danach nach dem Prinzip, man könne mit Geld alles regeln.

    Mitentscheidend für unsere Haltung war auf alle Fälle die Erkenntnis, dass beide Anzeigeerstatter seinerzeit sich zusammen mit ihren Familien-bei dem einen Opfer war sogar der Vater der evangelische Amtskollege des katholischen Priesters am Ort-nicht den Mut hatten, Kirche oder Polizei einzuschalten sondern den Kontakte weiter aufrecht erhielten, sozusagen in aller Freundschaft, und erst jetzt aus ihren Löchern gekrochen kommen, wenn gewissermaßen die Meute hinter den Pfarrern her ist und diese dazuhin noch mit päpstlichen Segen Jahrzehnte nach dem behaupteten Ereignis noch bestraft werden sollen.

    Noch einmal: Kirche, Bischöfe und Päpste haben seinerzeit dem Treiben schrankenlos zugesehen und bei Gott nichts unternommen. Jetzt wird Zether und Mordio geschrien, weil die Gläubigen davonlaufen und sie mit dieser insgesamt feindlichen Kirche nichts mehr zu tun haben wollen. Die “ Marienkongregation“ steht auch nicht bei, weil die Frauen in der Kirche erkannt haben, dass sie eigentlich dort nichts zu suchen und auch nichts zu sagen haben.

    Joseph Ludwig Bee Rechtsanwalt Heidenheim

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