Die Tore von Wien: Kriegsfall Islam


Zeitgenössisches Gemälde der Belagerung Wiens von 1683. Im Vordergrund das Entsatzheer von König Johann III. Sobieski in der Schlacht gegen die Türken, im Hintergrund die belagerte Stadt.

Es ist eine äußerst zweifelhafte Ehre. Siebzig mal kommt Österreich im 1500-Seiten-Manifest von Anders Breivik vor. Schon der Titel enthält eine Anspielung auf die Geschichte Wiens. Im Jahr 2083, zum vierhundert-sten Jahrestag der legendären Türkenbelagerung, soll sich der europäische Kampf gegen den kulturzerstörerischen Islam vollenden, so will es die Vision des Attentäters.

Von Paul JandelWELT ONLINE

In Österreich hat er die rechtspopulistisch-muslimenfeindliche Freiheitliche Partei FPÖ für sich entdeckt, die ihm als ein besonders aktives Bollwerk gegen den herandrängenden Feind erscheinen will.

Auf dem einschlägigen Internet-Portal „Gates of Vienna“ hat sich Breivik ebenso herumgetrieben, wie er die Behauptung aufstellt, es gäbe eine „Wiener Schule“ des Anti-Islamismus, einen letzten Hort des Kreuzritter-Nationalismus. Eben gar nicht Frankfurter Schule. Österreich, ein heimliches, oder muss man sagen: ein unheimliches Zentrum von Breiviks Copy-and-Paste-Wahnsinn?

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