VORAB: Rede des Papstes Benedikt VXI. vor dem deutschen Bundestag


Hochverehrte Frau Bundeskanzlerin,

sehr geehrte Mitglieder des Bundestages,

liebe Brüder und Schwestern,

es ist Uns nicht verborgen geblieben, daß die Ankündigung Unseres Besuches in Deutschland nicht nur auf große Freude, sondern auch auf starke Vorbehalte gestoßen ist. Angesichts des wachsenden Unmuts gegenüber unserer Heiligen Mutter Kirche sehen Wir Uns daher genötigt, einige klärende Worte abzugeben. Lassen Sie mich daher erstmals in aller Offenheit sprechen und alle Förmlichkeiten beiseite lassen.

Viele wohlmeinende Freunde im Vatikan haben mich davor gewarnt, offen zu reden. Sie fürchten, dass die Verkündung der Wahrheit unserer Mission schaden könne. Doch sie irren sich. Wenn ich irgendetwas über die Natur des Menschen gelernt habe, dann dies: Nichts weisen die Menschen weiter von sich als die Wahrheit. Vertrauen Sie mir: Ich kann hier unumwunden zugeben, dass die Verheißungen einer Auferstehung der Toten, eines Jüngsten Gerichts und eines Himmels der Erlösten nichts als falscher Trost sind – niemand wird mir glauben!

Bevor die Menschen bereit sind, sich damit abzufinden, dass sie – wie Jacques Monod es einmal recht poetisch ausdrückte – lediglich „Zigeuner am Rande des Universums sind, das taub für ihre Klagen und blind für ihre Nöte ist“, glauben sie eher, dass ich den Schlüssel zum Paradies in Händen halte.

Vor aller Welt bekenne ich daher öffentlich, dass wir, die Römisch-katholische Kirche von falschen Versprechungen leben! Doch glauben Sie mir, dies wird nichts daran ändern, dass uns die Menschen weiterhin ihr Geld geben, um sich ihre vermeintliche Seligkeit zu erkaufen.

Lassen Sie mich Ihnen ein zweites Geheimnis über die menschliche Natur verraten. So wie die Menschen die Wahrheit fürchten, so fürchten sie auch die Freiheit! Zu dieser Einsicht bin ich schon sehr früh gelangt. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, in dem sie mir bewusst wurde. Ich war damals 15 Jahre alt. Anders als die meisten anderen Kameraden der Hitlerjugend hatte ich neben „Mein Kampf“ auch Dostojewskis „Legende vom Großinquisitor“ im Tornister. Und darin las ich:

„Der Mensch kennt keine qualvollere Sorge, als jemanden zu finden, dem er möglichst bald jenes Geschenk der Freiheit übergeben könnte, mit dem er, dieses arme, schwache und unglückselige Geschöpf, auf die Welt kommt.“

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