Judas Priest: Letzte Andacht mit dem Metal-Gott


Quelle: ZEIT ONLINE

Nach 40 Jahren und 50 Millionen verkaufter Alben stellen Judas Priest die Lederkluft und Gitarren in den Schrank.

Von David HugendickZEIT ONLINE

Hysterie geht mit der Zeit. Und deswegen stehen vor der O2-World, Berlins architekturgewordenem Investorenrowdytum, keine besorgten Katholiken oder andere Tollwutbürger, sondern einige Tausend Menschen in friedlicher Vorfreude. Vor 20 Jahren wäre das womöglich anders gewesen, da waren Judas Priest, die Protagonisten dieses Abends, schlagartig in Verruf geraten. Als Satanistenwerk wurde die britische Heavy-Metal-Band damals bezeichnet. Warum, das muss man erklären:

Im Jahr 1985 hatten sich zwei Jugendliche in den USA ins Gesicht geschossen, der eine starb, der andere war fortan entstellt. Die Eltern zogen vor ein Gericht in Nevada, das klären sollte, ob in einem Lied der Gruppe neben dem Text der Befehl „Tu es!“ zu hören sei, eine subliminale Aufforderung zum Selbstmord. Judas Priest wurden zwar freigesprochen, aber die Debatte um den verrohenden Einfluss von Rockmusik hatte ein neues Ausmaß erreicht.

weiterlesen