Transparenz in der Anti-Missbrauchs-Kommission


Robert Antretter Foto: Hans D. Beyer, Beyer foto.grafik Berlin / Bundesvereinigung Lebenshilfe

BZ-INTERVIEW mit dem langjährigen Vorsitzenden Robert Antretter über die Vorreiterrolle der Anti-Missbrauchs-Kommission in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Badische Zeitung

Lange bevor die Missbrauchskrise im deutschen Katholizismus ankam, hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart entsprechende Fällen bereits einer „unabhängigen Kommission“ anvertraut. Deren Vorsitzender, der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Robert Antretter (72), hat jetzt sein Amt an Markus Grübel abgetreten (52, CDU-MdB). Im Gespräch mit Jens Schmitz zieht der Vorsitzende der Vereinigung Lebenshilfe Bilanz.

BZ: Herr Antretter, Sie haben mehr als neun Jahre die Kommission in Rottenburg-Stuttgart geleitet. Wie hat sich die Arbeit in dieser Zeit verändert?
Antretter: Die ersten sieben Jahren waren gleichbleibend, was die Belastung betrifft. Wir haben uns etwa dreimal im Jahr getroffen, und Bischof Gebhard Fürst hat jede unserer Empfehlungen übernommen. Mit dieser Woge, die dann im vorigen Jahr für die ganze Kirche losbrach, wurde auch unsere Arbeit mehr. Von dem Zeitpunkt an haben wir uns monatlich getroffen. Das hat auch damit zu tun, dass viel mehr Menschen Mut gefasst haben, ihr Schicksal zu offenbaren. Und bei uns gibt es eben schon seit 2002 diese unabhängige Kommission, zu der die Menschen Vertrauen hatten und nicht das Gefühl, da werde etwas unter den Teppich gekehrt.

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