Altötting: Es stinkt nach Katholizismus


Der Autor Andreas Altmann am 04.08.2011 in München (Oberbayern). Frank Leonhardt (dpa)

Abrechnung eines Ex-Einheimischen Altötting – malerisch gelegen im Alpenvorland – ist so etwas wie das katholische Herz Bayerns. Das ist die eine Seite. Die andere Seite beschreibt der in Altöttingen geborene und aufgewachsene Schriftsteller, Andreas Altmann: »In Bayern stinkt es ganz besonders nach Katholizismus und am heftigsten stinkt es in Altötting«. Sein Bild vom katholischen Herzen Bayerns ist eines voller Misshandlungen »Bigotterie und Weihrauch-Gesäusel«. In einer 250-Seiten-Hassschrift zelebriert er seinen Hass auf die katholische Kirche

Von Britta SchultejansMain-Netz

Andreas Altmann – preisgekrönter Reise-Schriftsteller – hat jetzt ein Buch über seinen Geburtsort geschrieben, den oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting. Darin rechnet er mit seinem brutalen Vater ab – und zelebriert seinen Hass auf die katholische Kirche.

Altötting – malerisch gelegen im Alpenvorland – ist so etwas wie das katholische Herz Bayerns. Und da Bayern insgesamt schon sehr katholisch ist, will das was heißen. Hunderttausende Gläubige pilgern jährlich dorthin, um vor der Schwarzen Madonna zu knien – eine große Ikone der Marienverehrung. Der Reise-Reporter und gebürtige Altöttinger Andreas Altmann will dem katholischen Idyll nun die Maske vom Gesicht reißen. Er hat ein Buch geschrieben über seinen Geburtsort, den er nicht mehr so nennen möchte.

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1 Comment

  1. Wohl wahr, daß es in Bayern „ganz besonders nach Katholizismus stinkt…“. Da ich selbst seit einigen Jahren einen sehr südlichen Teil Bayerns als Lebensmittelpunkt auserkoren habe, ist mir dieser weitestgehend unangenehme Geruch ziemlich vertraut: Kein Tag vergeht, den z.B. die hiesige Lokalzeitung nicht nutzt, um römisch-katholisch durchdrungene Binsenweisheiten zu publizieren – sei es als unnötig, ja absurd verlängerte Meldung ewig gleicher Festanlässe, als Portrait relativ junger oder längst in die Jahre gekommener „Gottesdiener“, die einem ganz bestimmten „Ruf“ gefolgt sind; oder sei es als breitgetretener Hinweis darauf, wie toll doch die Kirche ihrem innersten Wesen nach sei, und daß man ihren großartigen, geheimnisvollen Spuren nur folgen brauche, um mindestens so glücklich zu werden, wie es jeder andere normalsterbliche Heuchler nicht verkehrtgemacht haben kann… die hohe Anzahl entsprechender Artikel nervt gewaltig, und kaum eine Gegenstimme, die sich angemessen und in ebenso unschöner Regelmäßigkeit Gehör verschaffen könnte.

    Das kann nicht wirklich gutgehen. Aber es ist Pflichtprogramm und verbissene Leidenschaft gleichermaßen. Der schöne, prätentiöse, aber ungemein falsche Schein jedenfalls sucht hier alles und jeden zu durchdringen – selber schuld, wer sich nicht mindestens bis ins Mark überzeugen lassen will. Nicht auf Anhieb eine Todsünde – aber doch etwas, was auf zu viele verstörende Nachwirkungen hat, als daß man es einfach als (freiheitlich-demokratische) Meinung unter vielen stehen lassen könnte.

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