Fundamentalisten: Mit dem Bibelbus durch Deutschland


Das Buch „Jesus, unser Schicksal“ des evangelischen Pfarrers Wilhelm Busch (1897-1966) befindet sich als Klassiker im Bücherregal des Christen-Busses.

Der Werbespruch klingt wie eine Versicherungs- oder Wellness-Reklame: „Leben ist mehr“ steht auf dem orange-blauen Linienbus, den Christoph Wittenberg auf dem Alten Markt eingeparkt hat.

Hellweger Anzeiger

Doch statt um Finanzsorgen oder Zipperlein der Passanten geht es Christoph Wittenberg und den Bus-Insassen um deren Seelenheil. An Bord des zum mobilen Treffpunkt umfunktionierten Busses befinden sich Kaffeeküche, Sitzbänke und ein Regal mit christlicher Erbauungsliteratur mit Titeln wie „Aufbruch“ oder „Jesus, unser Schicksal“. Gleich neben der Tür liegt eine Bibel – und auf Höhe der Vorderachse des Missionsmobils steht in kleineren Buchstaben: „Gott begegnen“.

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1 Comment

  1. Immer wieder erstaunlich, dass es erwachsene (gebildete !?) Menschen gibt, die sich mit den biblischen Legenden befassen und bedingungslos – ohne deren Wahrheitgehalt zu hinterfragen – daran glauben. In ägyptischen Totenbüchern, die den Verstorbenen ins Grab mitgegeben wurden, finden sich nämlich Texte, die z.B. mit den biblischen zehn Geboten nahezu deckungsgleich sind. Der Gedanke liegt somit nahe, dass sich die christlichen Verfasser der Bibel aus diesen Textquellen bedient haben könnten. Solche Totenbücher, die die Verstorbenen auf dem Weg ins Jenseits begleiteten, existieren nämlich nachgewiesenermaßen schon seit ca. 2.500 Jahren vor der Geburt des Wanderpredigers Jesus.

    Wie auch immer: Die Entstehung der Religionen läßt sich unschwer auf nahezu identische Gedankengänge der diversen Religionsstifter zurückführen. Auch das Versprechen auf ein Leben nach dem Tode gibt es sowohl bei den Ägyptern, den Muslims als auch bei den Christen. Letztlich nichts anderes als attraktive Versprechen und Köder, für die der Wahrheitsbeweis noch nie erbracht werden konnte. Man muß bedingungslos daran glauben. Diese Glaubensforderung wiederum empfinden realistisch denkende Menschen verständlicherweise als Beleidigung ihres Intellekts. Man könnte somit zu der Feststellung kommen, dass bedingungslos gläubige Menschen offenbar an pathalogischem Realitätsverlust leiden. Es ist dies die Unfähigkeit, das eigene Handeln und Denken mit der Objektivität der realen Welt und der Denkweise seines Umfeldes in Einklang zu bringen. Mit einem Wort: Praktiziertes Religiotentum.

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