Religiöse Rechtssprechnung


Deden Darmawan Sudjana bei seiner Verhandlung vor dem Gericht in Serang. Bild: dapd

Das Urteil gegen die Mörder von drei Angehörigen der Ahmadiyya- Gemeinde in Indonesien fällt milde aus. Nun wird ein Ahmadi zu sechs Monaten Haft verurteilt.

Von ANETT KELLER taz

„Ungerechtigkeit für alle“ – titelte die englischsprachige indonesische Tageszeitung Jakarta Post zutreffend, nachdem am Montag Deden Darmawan Sudjana zu sechs Monaten Haft verurteilt worden war. Das Mitglied der Ahmadiyya-Gemeinde hatte Anfang Februar versucht, im westjavanischen Cikeusik einen mörderischen Angriff eines Mobs zu verhindern, bei dem drei Ahmadis brutal erschlagen wurden. Deden selbst wurde dabei schwer verletzt.

In den Augen der zuständigen Richter war Deden jedoch nicht Opfer, sondern Täter. Er wurde am Montag wegen Körperverletzung verurteilt, obwohl dieser Tatbestand in der Anklageschrift gar nicht enthalten war. Zudem habe er die Anordnungen der Polizei nicht befolgt und den Ort des Geschehens nicht rechtzeitig verlassen, so die Begründung des Urteils. Die Angreifer zu stoppen sei schließlich Polizeiaufgabe gewesen.

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