Fanatismus: Die unselige Rede vom heiligen Krieg


Faszination Mittelalter. Nicolas Cage ist „Der letzte Tempelritter“ in Dominic Senas Mystery-Abenteuer, das am heutigen Freitag auf DVD erscheint. Foto: Universum Film

Kreuzzügler, damals und heute: Der Attentäter von Oslo sieht sich als Ritter des Tempelordens.

Von Fabio GhelliDer Tagesspiegel

Am 13. August betrat Anders Behring Breivik erneut die norwegische Insel Utoya, diesmal unter Polizeibegleitung. Ungerührt zeigte er, wie er drei Wochen zuvor 69 Mitglieder der Workers Youth League exekutiert hatte. Die Tat sei „grausam, aber notwendig“ gewesen, meinte er vor Gericht. Breivik sieht sich nämlich als Milizionär in einem „Heiligen Krieg“ gegen die „Abschaffung der kulturellen Grundlagen Europas“.

Seinen Prozess hatte er schon vor dem Massaker geschildert, im Manifest „2083 – A European Declaration of Independence“. Ein Gerichtsverfahren, heißt es da, sei eine „ideale Bühne, um die Autorität der marxistisch-multikulturalistischen Regime zu untergraben“.

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