Der amerikanische Luther


Der «amerikanische Luther». Das Porträt von Heinrich Melchior Mühlenberg (1711 - 1787), gemalt um ist um 1780 entstanden. (FOTO: ARCHIV)

Das ist doch ein irgendwie heimeliges Gefühl, wenn man in der Fremde auf Leute trifft, die den Ort kennen, wo man herkommt. Zumal, wenn dieser Ort Halle an der Saale heißt. Umso größer die Überraschung bei der Begnung mit einem mittelalten afroamerikanischen Herrn mitten im ländlichen Pennsylvania.

VON MARGIT BOECKHmz-web.de

Amerikanisch locker kamen wir ins Gespräch samt seiner interessierten Frage nach dem Woher. „Germany, from a town named Halle . . .“, weiter kam ich gar nicht. „Oh“, strahlte der Mann anerkennend, „Halle, sure – town of Mühlenberg!“ Diesen Namen kennt so gut wie jedes Schulkind in den USA. Einmal, weil Heinrich Melchior (wie sie sagen: Henry) Mühlenberg dortzulande als Patriarch der Lutherischen Kirche gilt. Sein Wirken beeinflusst bis heute einen großen Teil des bekannt religionszugewandten Volkes (mehr als die Hälfte protestantisch). Seit dem Jahre 1742 ist das so, als dieser Pastor ausgesandt wurde von den Pietisten aus den Franckeschen Stiftungen, um den durch dubiose Prediger verunsicherten evangelischen Christen in der neuen Welt auf deren Bitte mit Gottes Wort Halt und Beistand zu geben.

Doch mindestens genauso berühmt sind seine Söhne, die ganz wesentlich an der Begründung der Demokratie in den Vereinigten Staaten von Amerika beteiligt waren. Bei uns allerdings ist er eine nur Insidern bekannte Größe, obwohl der aus Einbeck bei Hannover gebürtige Heinrich Melchior Mühlenberg sogar im Ökumenischen Heiligenlexikon vermerkt ist.

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