Frauenpower unterm Schleier


Muslimische Frauen (Bild: AP)

Muslimisch, verschleiert, unterdrückt? Von wegen. Es gibt immer mehr gebildete, selbstbewusste, vor allem junge muslimische Frauen – auch in den Moscheegemeinden in Norddeutschland. Sie wollen etwas bewegen, nicht nur in ihren Gemeinden.

Von Ita Niehaus Deutschlandradio Kultur

„Ich fühle mich hier als Deutsche und würde dieses Land für wirklich schlimme Zeiten sogar verteidigen. Und deswegen finde ich es schade, dass man Islam damit verbindet, Islam passt nicht zu Deutschland, das stimmt nicht. Ich kann mich als Muslima sehr gut integrieren, ich kann Verantwortung übernehmen, auch mit Kopftuch kann ich Pflichten nachgehen. So sehe ich das halt.“

„Das ist ja jetzt auch nix Neues, unterm Schleier haben viele Frauen immer Power gehabt und vielleicht nimmt man sie auch jetzt wahr. Das Kopftuch ist kein Hindernis, dass der Kopf, der darunter ist, nicht denken darf und nicht selbstständig sein darf. Und das ist für mich kein Widerspruch.“

„Ich habe nicht genug gelesen über die feministische Bewegung, deshalb kann ich nicht wagen, mich als Feministin zu bezeichnen. Ich bin gläubige Muslima, die vielleicht auch Gedanken des Feminismus teilt.“

Muslimisch, verschleiert, unterdrückt? Von wegen. Es gibt immer mehr gebildete, selbst-bewusste, vor allem junge muslimische Frauen – auch in den Moscheegemeinden in Norddeutschland. Und: sie wollen etwas bewegen – nicht nur in ihren Gemeinden.

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1 Comment

  1. In den 1950er Jahren haben Trümmerfrauen Kopftücher als Schutz vor dem Staub getragen und für Haus- und Putzfrauen in den nachfolgenden Jahren erfüllte es ebenfalls eine Schutzfunktion.
    Unter dem Namen Bandana bändigte es noch später auch Männerhaare oder galt mit ein paar rockigen Emblemen versehen als modisches Accessoir.
    Wenn muslimische Frauen das Kopftuch nach dogmatisch vorgegebenen Regeln anlegen, nur um sich als Muslime darzustellen dient das Kopftuch zu nichts weiter als der Abgrenzung, ähnlich wie eine Kruzifix-Halskette, Ordenstrachten oder berufsbedingte Uniformen (welche nach Feierabend normalerweise abgelegt werden).

    In das muslimische Kopftuch viel hineinzuinterpretieren oder es gar verbieten zu wollen halte ich inzwischen für falsch. Stattdessen könnte man es als säkulares Modeaccessoir für jeden (Frauen und Männer) schmackhaft machen. Es würde kaum mehr als ein paar subtile Medienkampagnen benötigen und das Abgrenzungselement hätte sich absolut friedlich erledigt.

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