Gott bewahre: Ein verficktes Loch in der Ozonschicht


Jesus Christ, kiffender Rock-n-Roller, muss noch mal auf die Erde zurück. Bild: Ausschnitt aus dem Buchcover

John Nivens neuer Roman „Gott bewahre“ ist blasphemisch, schamlos und rechnet mit falschen Propheten und rechter Hetze in den USA ab.

Von DANIELA ZINSERtaz

Gott war angeln. Sehr lange angeln. Seit der Renaissance hat er sich nicht mehr darum gekümmert, was auf der Erde los ist. Entsprechend sieht es da auch aus, und in der Hölle ist der Teufel los. Im Himmel übt Jesus Christus kiffend mit Jimi Hendrix, neue Riffs auf der Gitarre, und als sein Daddy nach Hause kommt, ist der sehr wütend. Wo kommt das plötzlich alles her: Rassismus, Umweltzerstörung, Kommerz – und was wollen all die verdammten Christen?

So beginnt John Nivens großartiger Roman „Gott bewahre“, der am Montag in Deutschland erscheint. Das Buch steckt voller böser, sehr lustiger Ideen, es ist blasphemisch, schamlos, und es entlarvt mit seiner neuen Passionsgeschichte falsche Propheten, Doppelmoral und Kapitalismus. Es geht um Religion, Musik, Sex – und um Amerika.

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4 Comments

  1. @Kyp
    Respekt ist wichtig, klar. Aber wer Ansichten vertritt und verbreitet, die so völlig der menschlichen Vernunft, wahrnehmbaren Realität, ganz einfach dem „gesunden Menschenverstand“ widersprechen, und gleichzeitig postuliert (wie es alle Religionen geschickterweise tun), überprüfbar oder in irgendeiner Form zu belegen sei das Ganze aber leider nicht, der muss sich auch die Gegenposition und durchaus auch massive Kritik gefallen lassen. Ein atheistischer, religionskritischer Standpunkt ist genauso zulässig wie religiöse Ansichten und hat nichts mit Diffamierung oder Beschimpfung Anderdenkender zu tun.

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  2. Denkst du, jemand, dem ein Wort der Verachtung als Einstieg entgegengebracht wird, wird dir automatisch Zeit und Worte schenken?

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  3. „Wir sind in einem Gott-Komplex gefangen und meinen, es würde immer so weiter gehen. Ich denke, wer den Verstand hat zu realisieren, dass es völlig bedeutungslos ist, was man zum Besten gibt und wir Tag für Tag ein Stück mehr sterben, wird sein Leben auf eine andere, eine bessere, eine Gott gegenüber respektvollere Weise führen, auf dass man erkennt, dass Gott sich der Welt nicht ohne Zeugnis hinterließ.“

    K. A., ob es bedeutngslos ist, was MAN so schreibt, aber du bist schon mal ein gutes Beispiel um diese These zu stützen. Könntest du das mit dem Zeugnis mal konkretisieren? WAS für ein Zeugnis? Und von welchem Gott redest du? Odin, Jahwe, Shiva, Marduk?

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  4. Unweigerlich frage ich mich, welches Ziel der Autor mit solch einem Buch verfolgt, bzw. aus welcher Einstellung heraus so ein Produkt geboren wird. Das Ziel scheint nicht wirklich vorhanden zu sein (oder alternativ lediglich von eigener Verbitterung und dem Stehlen aus moralischer Verantwortung geprägt zu sein.) Meint jemand wie der Autor, der weiße Ritter zu sein, der den Menschen ihre Ignoranz anschaulich vor Augen führt? Weit gefehlt. Er wird schreiben und reden und lästern und dann wird er sterben – wie wir alle. Und genau ebendieser Gedanke veranlasst Menschen dazu, mehr aus ihrem Leben zu machen, als den Glauben anderer zu diffamieren. Respekt ist in allen Kulturen ein hohes Gut – doch diejenigen, denen er verloren geht: Was haben sie übrig? Sie bezeichnen Menschen als dumm, die sagen, dass wenn es da draußen _mehr_ gibt, sie alles daransetzen wollen, es herauszufinden. Offensichtlich ist Respekt ein Aspekt von Weisheit, denn es sind einfache Regeln, die Menschen im Allgemeinen schätzen, wenn sie jemand an den Tag legt, doch kaum jemand hält sich an diese. Und das nur, weil man meint, über den Dingen zu stehen. Wir sind in einem Gott-Komplex gefangen und meinen, es würde immer so weiter gehen. Ich denke, wer den Verstand hat zu realisieren, dass es völlig bedeutungslos ist, was man zum Besten gibt und wir Tag für Tag ein Stück mehr sterben, wird sein Leben auf eine andere, eine bessere, eine Gott gegenüber respektvollere Weise führen, auf dass man erkennt, dass Gott sich der Welt nicht ohne Zeugnis hinterließ.

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