G. L. Müller unterliegt im Rechtsstreit gegen MSS


Quelle: regensburg-digital.de

Der drei Jahre währende Rechtsstreit zwischen dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller und dem Buchautor Michael Schmidt-Salomon ist vorbei. Mit Beschluss vom 18. August hat das Bundesverwaltungsgericht Leipzig festgestellt, dass „ die religiöse Äußerungsfreiheit, auch soweit es um eine Predigt geht, keinen absoluten Vorrang vor den Belangen des Persönlichkeits- und Ehrenschutzes“ geniesst und die Beschwerde des Regensburger Bischofs gegen ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes abgewiesen.

regensburg-digital.de

Falsch zitiert

Auslöser des Rechtsstreits war eine Predigt, die Müller im Mai 2008 in Tirschenreuth gehalten hatte. Darin hatte Müller gegen die Religionskritiker Richard Dawkins und Michael Schmidt-Salomon als Vertreter eines „aggressiven Atheismus“ gewettert und unter anderem die Behauptung aufgestellt, Schmidt-Salomon würde Kindstötungen beim Menschen legitimieren, da dies bei Berggorillas eine natürliche Verhaltensweise sei. Tatsächlich jedoch hatte Schmidt-Salomon in seinem Buch „Manifest des evolutionären Humanismus“ genau das Gegenteil geschrieben: Anhand des Beispiel des Infantizids bei Berggorillas hatte der Philosoph begründet, dass ethische Normen nicht unreflektiert aus der Natur abgeleitet werden dürfen.

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3 Comments

  1. Wenn der Regensburger Bischof Müller – Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse – dieses Urteil des Bayrischen Verwaltungsgerichts und das des Bundesverwaltungsgericht braucht um zu lernen was in einer zivilen Gesellschaft Norm und Anstand ist, wie kann man dann erwarten, dass er für die hohen moralischen Postionen zum strittigen Sachverhalt innerhalb seiner eigenen Kirche einsteht? 

    Wer hatte dem Bundespräsidenten im Jahr 2009 eigentlich Bischof Müller zum Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen? Wurde da vielleicht der Bock zum Gärtner gemacht? 😉

    Katholische „Schäfchen“ wenigstens werden diuch die Funktiomäre der Kirche immer noch nach dem „8. Gebot“ vermessen….

    Quelle
    http://kath-zdw.ch/maria/gebote.html#Das%20Achte%20Gebot%20Gottes

    „Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten.“

    „Was gebietet Gott im 8. Gebot ?
    Gott gebietet uns im achten Gebot, überall und jederzeit die Wahrheit zu sagen und die Taten des Nächsten wenn immer möglich positiv auszulegen, damit ein vertrauensvolles Zusammenleben unter den Menschen möglich wird.“

    „Was verbietet uns das 8. Gebot ?
    Das achte Gebot verbietet uns jede Falschheit und den ungerechten Schaden am Ruf eines anderen. Daher verbietet es uns neben dem falschen Zeugnis: die Verleumdung, die Lüge, die Herabsetzung, die üble Nachrede, die Schmeichelei, das vorschnelle Urteil und den vermessenen Verdacht.“

    „Welche Bedeutung haben Verleumdung und üble Nachrede für das alltägliche Zusammenleben?
    Verleumdung und üble Nachrede haben für das alltägliche Zusammenleben der Menschen verheerende Folgen, weil durch falsches und ungeprüftes Weitererzählen von Behauptungen der Ruf und die Ehre eines Menschen geschädigt bzw. ruiniert werden kann. Dadurch kann die Glaubwürdigkeit einer Person angegriffen oder vernichtet werden, was einem schwerwiegenden Eingriff in die Würde des Menschen gleichkommt.“

    „Wozu ist der verpflichtet, der dem guten Ruf des Nächsten geschadet oder ihn ruiniert hat ?
    Wer dem guten Ruf des Nächsten durch Verleumdung und üble Nachrede geschadet oder ihn ruiniert hat, muss den begangenen Schaden nach Kräften wieder gutmachen. Oft ist dies aber gar nicht mehr möglich, weil die Rufschädigung weite Kreise gezogen hat oder dem Geschädigten unwiederbringlichen Schaden zugefügt hat. Deshalb sollte man sich vorher gut überlegen, was man über andere verbreitet und vor allem dann, wenn Behauptungen ungeprüft und unsicher sind. Man darf sich im nachhinein nicht auf andere berufen, nur weil diese etwas erzählt haben. Für das, was man selber weitererzählt, ist man auch selber verantwortlich.“

    ……unklar bleibt ob dieser hohe moralische Massstab auch für die „Schäfer“ im Bischofsamt gilt?  Dann schau’n mer mal….
    😉

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  2. ein erfreuliches urteil!

    die reaktion des unterlegenen bischof auch: „Das Bistum Regensburg bezeichnete die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in einer ersten Reaktion als „erheblichen Eingriff in die Meinungsfreiheit“

    allerdings, umgekehrt wär’s wieder christenverfolgung.

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