Radikal im Atheimus und Gesellschaftsanalyse


Louis-Michel van Loo: Bildnis Denis Diderots, 1767 (Bild: Sammlung Diderot)

Denis Diderots Überreste liegen in einem anonymen Grab in einer Pariser Kirche. Er ist vor allem als Herausgeber der „Encyclopédie“ bekannt. Doch er war einer der radikalsten Vordenker seiner Zeit. Der Historiker und Journalist Philipp Blom versucht den „bösen Philosophen“ zurück in die Erinnerung zu bringen.

Von Cordula EchterhoffDeutschlandfunk

Seit Jahrhunderten zieht Paris junge Menschen mit Talent und Ehrgeiz an. Auch diese Geschichte spielt hauptsächlich in den Straßen dieser Stadt, in den Parks, den Cafés, den Salons und den Schlafzimmern und manchmal auch auf Landgütern, die weniger als eine Tagesreise entfernt lagen.

Vor allem aber spielt sie in der Rue des Moulins Nummer zehn, im Salon des Baron d’Holbach. Der Salon ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die Philipp Blom in seinem Buch „Die bösen Philosophen“ entwirft. Hier kommen Intellektuelle des 18. Jahrhunderts zusammen, um zu schlemmen, zu trinken und vor allem um offen zu diskutieren. Hier spielen sie mit Gedanken, die die Grundfesten des christlichen Denkens erschüttern sollten. Die „bösen Philosophen“, das sind vor allem der Baron d’Holbach selbst und Denis Diderot, die Denker der radikalen Aufklärung. Sie propagieren den Atheismus und entwerfen einen radikalen Materialismus. Der Mensch – nur ein Geflecht von Ursache und Wirkung, von Lust gesteuert. Die Seele – nicht existent.

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