Wir schwimmen in einem Meer von Sinnlosigkeit


Quelle: diesseits.de

Skeptisch, undogmatisch, atheistisch – so beschreibt sich Prof. Joachim Kahl gegenüber den Lesern der Badischen Zeitung. Im Interview erklärt Kahl, wie er noch als Theologiestudent vom Glauben abgekommen ist und sich der Religionskritik zugewandt hat.

Von Thomas Hummitzschdiesseits.de

Es sei ein „kontinuierlicher, intellektueller Erkenntnisprozess, die Reflexion des Behaupteten“ gewesen, der aber keineswegs nur leicht gewesen sei.

Ich habe gemerkt: Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, zerrinnt das genuin Christliche zwischen den Händen und am Ende bleibt der allgemeine philanthropische Appell: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Für diese Nächstenliebe braucht Kahl aber keine Religion. Dass es dennoch Religionen gibt und Menschen sich zu diesen hingezogen fühlen, sei mit den Sinn- und Wunschbedürfnissen zu erklären. Religiöse Mythen geben Antworten auf Fragen, die eigentlich unbeantwortbar seien, für die die Menschen aber Antworten brauchen, führt Kahl aus. In Situationen, in denen es keinen Trost gebe, wie etwa bei Amokläufen oder schlichtweg beim Tod, stiften Religionen künstlich Sinn mit dem transzendenten Heilsversprechen.

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2 Comments

  1. Herr Kahl sagt: „Um zu zeigen, dass es Gott nicht gäbe, müssten wir keine endlichen, sondern unendliche Erkenntnissubjekte sein. Und das ist uns verwehrt, wir sind endlich und irrtumsfähig“.

    Dieses immer wieder vorgebrachte Argument, man könne ja nicht beweisen, dass es keinen Gott gibt, ist doch banal. Man kann auch nicht beweisen, dass es keine gute Fee oder keinen Weihnachtsmann gibt. Was soll das?

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  2. Wenn ich so manchen Zeitgenossen betrachte oder höre, fällt es mir schwer an den allgemeinen philanthropischen Appell „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu glauben. Respektiere deinen Nächsten, so wie du selbst respektiert werden möchtest ! Das sagt mir schon eher zu. Übrigens, Respekt vor Prof. Kahl.

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