Vom Elitesoldaten zum Menschenrechtsaktivisten


Israelische Soldaten patrouillieren durch Hebron. (Bild: AP Archiv)

Junge Armeeveteranen der israelischen Menschenrechtsorganisation „Breaking the Silence“ haben auf einer DVD festgehalten, wie der militärische Alltag junger Israelis aussieht. Einige von ihnen, wie zum Beispiel Yehuda, sind mittlerweile zu Friedensaktivisten geworden.

Von Bettina von ClausewitzDeutschlandradio Kultur

„Die militärische Logik sagt: Wenn die Palästinenser das Gefühl haben, das Militär ist jederzeit überall, dann greifen sie nicht an. Also mach, dass sie deine Gegenwart spüren: Donner an ihre Tür mitten in der Nacht! weck die Leute auf! Männer auf die eine Seite, Frauen auf die andere! durchsuch das ganze Haus! und dann ab ins nächste Haus! Mach viel Krach, schieß‘ herum, schüchter‘ sie ein! 24 Stunden, sieben Tage die Woche – seit dem Jahr 2000 bis heute hat das nicht eine Sekunde aufgehört.“

Wenn Yehuda Shaul von seiner Militärzeit in Hebron erzählt, ergreift auch der Befehlston wieder Besitz von ihm, dem ehemaligen Sergeant einer Elitetruppe mit 120 Leuten unter sich. Er spricht in kurzen, herrischen Sätzen – nur manchmal unterbrochen von langen Pausen, die ihn in seine eigenen inneren Abgründe zu ziehen scheinen.

Dann blickt der große, massige Mann mit dem dunklen Vollbart und der Kippah auf dem Kopf verloren vor sich hin – und niemand unterbricht das Schweigen. Bis er selbst weiter erzählt. Wie er 2002 mitten in den blutigen Auseinandersetzungen der zweiten Intifada nach Hebron geschickt wird, als 19-Jähriger. Dort drüben vom Dach einer konfiszierten Schule hat er in die Wohnhäuser auf den Hügeln gegenüber gefeuert:

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