Wieviel Religion verkraftet ein Staat?


In Deutschland leben heute mehrere Religionen zusammen, vor allem Christen, Muslime und Juden. Auf einer Tagung in Italien ging es darum, wie der Staat ihr friedliches Zusammenleben fördern kann. Foto: epd-bild / Jörn Neumann

„Der Islam ist ein Teil unseres Landes.“ Mit diesem Satz leitete der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) 2006 eine neue Etappe in der deutschen Debatte über den Islam und das Religionsrecht ein. Denn neben den beiden großen christlichen und den orthodoxen Kirchen sowie den kleinen Freikirchen sind auf der religiösen Deutschlandkarte auch Juden und vor allem rund vier Millionen Muslime unübersehbar.

Von Rainer Closevangelisch.de

Bei der Tagung „Religion im öffentlichen Raum“ der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die am Mittwoch im norditalienischen Cadenabbia zu Ende ging, loteten Politiker, Rechtswissenschaftler und Kirchenvertreter aus, wie sich das Nebeneinander alter und neuer Religionsgemeinschaften auf das gewachsene Verhältnis von Staat und Religionen auswirkt.

Den Blick auf die unterschiedlichen Modelle der Staat-Kirche-Beziehungen in Europa lenkte der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernhard Felmberg. Einige Länder kennen noch Staatskirchen, für andere wie die Bundesrepublik ist eine fördernde Neutralität kennzeichnend, und schließlich gibt es die radikale Trennung wie etwa in Frankreich. Diese Vielfalt religionsrechtlicher Traditionen, so legte Prälat Felmberg dar, trug auch dazu bei, dass die Aufnahme eines Gottesbezuges in den EU-Reformvertrag scheiterte.

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3 Comments

  1. @ Sospetto

    Die meisten unserer Politiker glauben nicht wirklich an einen Gott. Sie tun nur so als ob. Noch zahlt sich dieses Verhalten aus, aber hoffentlich nicht mehr allzu lange. Man darf auch nicht vergessen, dass die Religion als Mittel zum Machterhalt und zur Machtausübung schon zu allen Zeiten gute Dienste geleistet hat. Eine solchermaßen bewährte Waffe gibt ein christlicher Politiker nun mal nicht leichtfertig aus der Hand.

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  2. @Rolo
    ….wenn das stimmt und ich stimme Dir absolut zu, dann werden wir bald wieder Kreuzzüge erleben. Nicht ins sog. „Gelobte Land“, aber gegen Bürger wie Du und ich, die offen ihre Meinung zum Thema Kirchenkritik und Glauben im Allgemeinen kund tun.
    Unsere falschen Fünfziger, die in den Parlamenten ihren fetten Hintern auf Ledersesseln breit sitzen und dem Klerus in den Hintern kriechen, werden erst dann das Fähnchen drehen, wenn die Mehrzahl der blökenden Schafe in diesem unseren Lande nicht mehr Religionsgemeinschaften angehören. 😦

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  3. „Wieviel Religion verkraftet ein Staat ?“
    Ein Staat verkraftet so viel Religion, wie es der Devotismus seiner Angehörigen, zulässt.

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