RKK: Kritische Sicht auf den Terrorismus


Quelle: @rea51.de

Zehn Jahre nach den Terroranschlägen des 11. September haben die katholischen Bischöfe von der Politik die Einhaltung der Menschenrechte und den Schutz des Rechts auch im Kampf gegen den Terror gefordert. Der Terrorismus dürfe nicht dadurch siegen, dass das Vertrauen in die Menschenrechtspolitik oder die Errungenschaften des Rechtsstaats beschädigt würden, warnt die Deutsche Bischofskonferenz am Montag in einem in Berlin veröffentlichten Positionspapier zu „Terrorismus als ethische Herausforderung – Menschenwürde und Menschenrechte“.

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Mit dem 67 Seiten umfassenden Bischofswort will die Kirche ihre Friedensethik weiter entwickeln und ihr im Jahr 2000 mit Blick auf das Ende des Kalten Krieges veröffentlichtes Grundsatzschreiben „Gerechter Friede“ fortschreiben. Die Bischöfe wollen nicht als Besserwisser erscheinen. Konkrete Entscheidungen im Kampf gegen den Terrorismus seien Sache der Politik. Zum Navigieren auf hoher See brauche sie jedoch einen Kompass, heißt es. „Die Erfahrungen des letzten Jahrzehnts dürften gezeigt haben, dass es daran mangelt.“

Die Angriffe von El Kaida auf New York und Washington sowie der von der US-Regierung ausgerufene „Krieg gegen den Terrorismus“ hätten auch in der katholischen Kirche die friedensethische Diskussion neu entfacht, betonen die Bischöfe. Der von einem weltweit vorgehenden Terror-Netzwerk durchgeführte Terrorangriff sowie die Anschläge von Madrid und London konfrontierten die Welt mit einer neuartigen Dimension nichtstaatlicher Gewalt. Die westlichen Staaten werden – von Afghanistan bis Libyen – zunehmend in militärische Einsätze hineingezogen.

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