Radikale Salafisten locken entwurzelte junge Männer


NRW-Innenminister Ralf Jäger bei einem Besuch der Sondereinsatzkräfte der Polizei. Foto: Thomas Nitsche

Radikale Salafisten stellen nach Einschätzung des Verfassungsschutzes die größte Terrorgefahr in NRW dar. Die Behörde hat dazu die Lebensläufe von 130 Konvertiten aus dem islamistischen Umfeld in NRW ausgewertet. „Alle Attentäter des 11.September waren Salafisten, genauso wie die Mitglieder der Düsseldorfer Zelle und der Sauerland-Gruppe“, warnte Innenminister Ralf Jäger (SPD). „Es gibt aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in NRW.“

Von Wilfried Goebels DERWESTEN

Salafisten wollen den ursprünglichen Islam bewahren und leben. Der Salafismus bietet seinen Anhängern ein Schwarz-Weiß-Werteschema an. Demokratie oder Gleichberechtigung werden als „unislamisch“ abgelehnt. Einige Salafisten gelten zudem als gewaltbereit und befürworten den „Heiligen Krieg“, um ei­nen Gottesstaat zu errichten.

Der Minister verwies darauf, dass die Salafisten unter den 1,3 Millionen Muslimen nur eine kleine Minderheit ausmachen. „Der Salafismus ist aber die am stärksten wachsende Bewegung des Islamismus.“ Sorge bereiten den Sicherheitsbehörden vor allem junge Deutsche und in Deutschland geborene Nicht-Muslime, die zum Islam konvertieren und tief in die salafistischen Kreise geraten. „Die treten besonders häufig aggressiv und fanatisch auf“, klagte Jäger.

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