Folter in afghanischen Gefängnissen


Quelle: wikipedia

Den von der Isaf aufgebauten afghanischen Sicherheitskräften ist offenbar nicht zu trauen

Von Florian RötzerTelepolis

Ganz einfach dürfte der Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan nicht werden. Die Regierungen, allen voran die der USA, stehen unter hohem Druck, die nach dem 11.9. in Afghanistan stationierten Truppen möglichst schnell abzuziehen. Der Erfolg des Krieges und der Jahre langen Militärpräsenz ist bestenfalls bescheiden zu nennen. Zwar wurde al-Qaida in dem Land geschwächt, gleichzeitig aber die nationale „Befreiungsbewegung“ der Taliban und der weltweite Islamismus bestärkt. Ebenso wenig wie im Irak wurde eine wirklich demokratische Gesellschaft etabliert, sondern ein korruptes, von der Militärpräsenz abhängiges Regime, das droht zusammen zu stürzen, wenn die Soldaten das Land verlassen.

Man werde, so die Versprechungen, nach und nach die Verantwortung den afghanischen Sicherheitskräften überlassen, die dafür sorgen sollen, dass Gewalt und Unrecht sowie ein militanter Islamismus nicht wieder zurückkehren können. Allerdings zieht man sich aus jeweils innenpolitischen Gründen zurück, eine Stabilität ist weder im Irak noch in Afghanistan garantiert. Längst sind überall andere Regierungen an der Macht, die unbedingte Solidarität zu den USA nach dem 11.9. ist vor allem eine Last, die finanziell und politisch teuer kommt. Die militärischen Interventionen haben sicherlich die Situation in den beiden Ländern und den Regionen verändert, aber keineswegs zum Besseren. Afghanistan (und Pakistan) bleiben ebenso wie der Irak eine Pulverfass. Auch mit den anderen Staaten der „Achse des Bösen“, mit Iran und Nordkorea, ist man nicht weitergekommen. Die 11/9-Politik ist gescheitert, muss man 10 Jahre danach sagen. Die arabischen Revolten sind eher unabhängig von der oder gegen die Politik der westlichen Staaten erfolgt, allerdings haben Frankreich, Großbritannien und die USA immerhin die Rebellen in Libyen unterstützt.

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2 Comments

  1. Schade dass die Menschen in Afghanistan lieber folgtern anstelle einander zu helfen.
    Da scheint weder Isaf noch Allah zu helfen. Eventuell geht denen auch mal ein Licht auf. Falls nicht ist es zwar Schade um einige einzelne Personen die dann in die Zahnräder der Folterindustrie geraten, aber dann muss man eben wegsehen wie bei den Völkermorden in Afrika etc.

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  2. Wer davon ausgeht, dass in Afghanistan innerhalb der nächsten zehn Jahre der Friede einzieht, ist zweifellos ein unverbesserlicher Traumtänzer. Die Geschichte der Menschheit beweist es: Immer dann, wenn Religion mit im Spiele ist, hat die Vernunft schon verloren.

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