Kirchliche Doppelmoral im Arbeitsrecht


Heiraten ist eine schöne Sache – kann aber gefährlich sein, Quelle: FOCUS

Das Bundesarbeitsgericht hat gesprochen. Kirchliche Einrichtungen dürfen Mitarbeitern auch weiterhin kündigen, wenn ihnen deren privater Lebenswandel missfällt. Gewisse Grenzen müssen aber selbst die Gottesleute beachten.

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Es war ein Achtungserfolg – doch das ersehnte Grundsatzurteil, das die Sonderrechte der Kirchen im Bereich des Kündigungsschutzes beendet hätte, blieb aus. Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat entschieden: Wer in Einrichtungen der katholischen Kirche arbeitet, sich von seinem Ehepartner scheiden lässt und erneut heiratet, riskiert damit auch künftig seinen Job. Damit bestätigten die Erfurter Richter am Donnerstag den Sonderstatus der Kirchen, der die Entlassung von Mitarbeitern aus sittlich-moralischen Gründen erlaubt.

Für den Kläger, einen Düsseldorfer Chefarzt, war es dennoch ein guter Tag. Denn auch wenn die Richter immer wieder betonten, die Privilegien der Kirche nicht antasten zu wollen, sprachen sie dem Mediziner im konkreten Fall das Recht zu, weiter im Dienst zu bleiben (2 AZR 543/10).

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1 Comment

  1. Alle diese widersinnigen kirchlichen Rechte und Privilegien sind doch an Absurdität nicht mehr zu überbieten. Wie sich das mit dem Grundgesetz rechtfertigen und vereinbaren läßt, ist doch für echte Demokraten nicht mehr nachzuvollziehen. Da besteht dringender politischer Handlungsbedarf.

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