Harald Schmidt und der Kreationismus


Foto: Anatol Kotte / Sat 1

Harald Schmidt ist gar kein Zyniker. Hier erklärt er, warum er gern mehr Steuern zahlen würde, der Papst brillant ist und die Evolution eine Lüge

Interview: Thomas Eckert und Joachim HuberPotsdamer Neueste Nachrichten

Herr Schmidt, lassen Sie uns schlecht über Kollegen reden.

Nein. Nie. Ich weiß, es wird gesagt, ich würde schlecht über Kollegen reden. Aber das ist üble Nachrede, nichts weiter. Wenn ich sage, Tommi wird, wenn er im Januar bei der ARD anfängt, ein Knaller am Vorabend, dann sagen viele, Schmidt ist zynisch. Ich sage einfach nur, Tommi wird ein Knaller. Das ist doch kein Zynismus, oder?

Und wie finden Sie, dass die ARD ihren teuersten Mann, Günther Jauch, mit seinem Sonntagstalk so verkauft, als wäre es das Unspektakulärste der Welt?

Sie meinen die Ankündigung „Evolution statt Revolution“? Ich wünschte, ich hätte auch diese Fähigkeit zur Demut. Die fehlt mir völlig. Ich hätte auch todsicher die beiden Begriffe verwechselt. Und ich hätte sicher auch NDR-Intendant Lutz Marmor und ARD-Programmdirektor Volker Herres, die auf dem Promofoto neben Günther stehen, aus dem Bild gedrängt. Die beiden gehören da definitiv nicht hin, die spielen nicht in der gleichen Liga wie Günther. Aber wahrscheinlich ist er noch zu unerfahren im Job, um sich dagegen zu wehren. Ich hätt’ die beiden rausgeschmissen. Na, meine Herren, ist das ein Einstieg in ein schönes Gespräch?

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5 Comments

  1. Mhm. Nicht so einfach. Pöses, pöses Poe’s law!

    Womöglich deshalb so schwer zu „interpretieren“ da immer wieder einfach wirres Zeug geblubbert wird.
    [zitat]
    Womit wir beim Papst wären.
    Tiefste Verehrung. Einer der brillantesten Intellektuellen, die es weltweit gibt. Nicht angekränkelt von der Seuche des Relativismus. Wir Katholiken wissen um die >>Tradition<>Asche<>Dogma<>Zweifel<>Gnade<>morsches Holz<>Ökumene<>Wiederaufnahme der Protestanten<< in die katholische Kirche einsetzen.

    [zitatende]

    Na wenn bei diesen markierten Wörtern nix auffällt, der hat zuviel Fundi-Kacke gelesen. Aber keine Angst, das ist die normale Nebenwirkung wie schon erwähnt wurde…

    Wer anderer Meinung ist und denkt, dirty Harry mag kein Theater mehr und gab das Interview unter erheblichen Dosen LSD und Valium darf mir gerne widersprechen. Ungläubige!

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  2. @A: Vielleicht haben wir in letzter Zeit einfach viel zu viele noch schrägere Statements von Leuten gelesen, die ihren Stuss tatsächlich ernst gemeint haben? Angesichts diverser wirklich papsttreuer Lobhudeleien, wirken Schmidts Äußerungen gar nicht mal SO überzogen.

    Aber jetzt, wenn ich mir noch mal die Einleitung auf der Zunge zergehen lasse „Harald Schmidt ist gar kein Zyniker“, hege ich doch wieder ein bisschen Hoffnung, dass er Einiges ironisch gemeint hat.

    Ich warte besser einfach mal die Sendung ab. Kann sein, dass ich mich danach über das Interview schlapplache.

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  3. @ pufaxx

    Was für eine unerhörte Frechheit, mein lieber „pufaxx“. Du hast mir meine Worte gestohlen !

    Ein Glück, dass ich SAT1 nicht empfangen kann, weil ich derzeit auf den Anschluß ans digitale TV warten muß. So komme ich gar nicht erst in Versuchung, mir Schmidts Ode an den Pabst ansehen und anhören zu müssen. Aber irgendwie bedrückt es mich schon, dass ein ehedem beliebter und amüsanter TV-Unterhalter sich urplötzlich in ein kreationistisches, papsthöriges Arschloch verwandeln kann.

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