Moscheen in Deutschland und die schleichende Kristallnacht


Quelle: saak.nl

Nach den Anschlägen von Oslo wähnen sich die Islamkritiker wieder auf dem Vormarsch. Das Abendland soll gerettet werden, notfalls mit Gewalt. Dabei sind ausländer- und islamfeindliche Aggressionen keineswegs neu

Von Gerhard Piper Telepolis

In den letzten dreißig Jahren hat es allein in der Bundesrepublik ein Dutzend Bombendrohungen und über hundert kleinere und größere Anschläge gegen Moscheen mit Steinen, Brandsätzen und Schusswaffen gegeben. Hinzu kommen fast fünfzig Schändungen von Moscheen durch Hakenkreuz-Schmierereien, Scheiße oder Schweineblut. Der folgende Artikel ist die z. Zt. umfassendste, aber dennoch unvollständige Darstellung der Moscheeangriffe in insgesamt 106 Städten und Gemeinden in Deutschland.

1. Muslime und Moscheen in Deutschland

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten die Nationalsozialisten die Synagogen im deutschen Reichsgebiet an. Zunächst hieß es, es seien 267 Synagogen zerstört worden. Erst Jahrzehnte später wurde das wahre Ausmaß des Pogroms bekannt: Schätzungsweise 1.406 Synagogen und Betstuben wurden zerstört, etwa 400 Menschen ermordet und rund 30.000 Juden in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Weil sich der Feuerschein in den zerbrochenen Fensterscheiben spiegelte, wurde dieser Überfall alsReichskristallnacht bekannt. Ursprünglich ein Begriff aus der NS-Propaganda, fand dieses Wort später Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch; Historiker sprechen jedoch lieber von der „Reichspogromnacht“.

Auch heute brennen wieder „Gotteshäuser“ in Deutschland. Aber diesmal sind es nur noch selten Synagogen; der Hass richtet sich heute gegen eine andere abrahamitische Religion, die Moscheen der islamischen Bevölkerungskreise. Immerhin leben in der Bundesrepublik z. Zt. rund 4 Millionen Muslime, die sich zum Großteil genauso (un-)friedlich und (un-)freundlich verhalten, wie der Rest der deutschen Bevölkerung auch. Von den Muslimen gelten 37.470 Personen, also knapp ein Prozent, als Islamisten, die einen Kalifatstaat auf Basis der Scharia anstreben. Von diesen Islamisten gelten wiederum knapp ein Prozent als Dschihadisten, die zur Durchsetzung ihrer Ziele auch die Gewalt als legitimes Mittel ansehen. Aber „nur“ bei 131 Personen gehen die Sicherheitsbehörden wirklich davon aus, dass sie ihre Absichten auch in die Praxis umsetzen könnten.

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8 Comments

  1. Umso weniger diese Breivig`s werden, desto hilfloser ihre Wut. Die rechte Israelische Regierung stürzt bald wegen der Demonstrationen, die Völker lassen sich nicht länger unterdrücken :)). Das Islamophobe gestammel wird wird schon viel leiser.

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  2. Statt über Progromnächte gegen Moslems zu fabulieren, sollte man sich lieber mit einem Thema beschäftigen, das in den Medien konsequent totgeschwiegen wird: Den mörderischen, hasserfüllten Antisemitismus, der in der arabischen Welt massiv verbreitet ist und die Hauptursache des Nahostkonflikts darstellt.

    Hierzu ein unfassbar wichtiger Artikel:
    matthiaskuentzel.de/contents/vom-vorurteil-zur-wahnvorstellung

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    1. @ichbinbright, verschon uns bitte mit dem Küntzel-Schwachsinn. Oder steht bei dir noch zu befürchten, dass du Sarrazin, Stadtkewitz und Wilders hier verlinken willst.

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  3. @Sorna
    Totale Zustimmung! Es gibt kein Thema, bei dem nicht irgendjemand mit dem unsäglichen Nazivergleich angeschissen kommt, entweder aus purer Blödheit oder perfider Berechnung, um einen weiteren Beitrag zur Relativierung/“Normalisierung“ der Judenvernichtung zu leisten. Einfach widerlich.

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  4. Langsam ist es nichtmehr normal mit der Verharmlosung der NS-Verbrechen indem man absurde Vergleiche bemüht.

    Ehe Moscheen brennen, werden Synagogen eingeschmissen in DE, nämlich spätestens wenn es wegen Palästina und dem Völkerrechtsstatus zu neuen Konflikten und Revolten kommt oder zu einem offenen Konflikt zwischen Israel und der Türkei kommen sollte in Zukunft. Dann wird sich der Hass wieder gegen alles „jüdische“ und nicht etwa gegen alles „israelische“ richten.

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  5. Um die „schleichende Kristallnacht“ zu stoppen, ist es unter Anderem auch meiner Ansicht nach wichtig, etwas gegen eine Ideologie zu tun, die man mit Fug und Recht „islamofaschistisch“ nennen kann. Aber: Nicht jeder Mensch aus einem „islamischen“ Land ist Moslem, bei weitem nicht jeder Moslem Islamist (Anhänger einer Herrschaftsform auf islamischer Grundlage – oder dem, was Islamisten dafür halten) und auch nicht jeder Islamist ist Islamofaschist.
    Ebenso bekämpft werden muss, meiner Ansicht nach, die Ideologie des Klerikal-Faschismus (noch heute z. B. vom Opus Deii vertreten) und auch die Ideologie des militanten Christianismus, der selbsternannten „Kreuzritter“ und „Retter des Christlichen Abendlandes“.

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  6. Genau, und um Kristallnacht zu verhindern, müssen wird endlich was gegen die islamofaschistische Ideologie tun!

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