Gottloses Land in Pfarrers Hand


In der Thüringer LINKEN verlangen Laizisten, dass die Kirchen nicht länger privilegiert werden
Pünktlich vor dem Abstecher von Papst Benedikt XVI. nach Thüringen hat sich in der dortigen Linkspartei eine Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) »Laizismus« konstituiert.

Von Hans-Gerd Öfinger ND

Die neu gegründete LAG setzt sich für eine klare Trennung der Religionen und Weltanschauungen vom Staat ein. Sie betrachtet das religiöse Bekenntnis und dessen Ausübung als »individuelles Freiheitsrecht in der Verantwortung des Individuums« und wendet sich »gegen jede Privilegierung und Diskriminierung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften«. Wie ihr Sprecher Siegfried Krebs (Weimar) am Montag auf ND-Anfrage bestätigte, zählt die LAG bereits 23 eingetragene Mitglieder aus sechs Kreisverbänden im Freistaat. Die Teilnahme an einer Kundgebung gegen den Papstbesuch Ende nächster Woche in Erfurt wird ihre erste öffentliche Aktion sein. Auch beim bevorstehenden Landesparteitag der Thüringer LINKEN in Sömmerda will der Kreis für seine Ziele werben. Eigene Veranstaltungen sind für 2012 geplant.

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1 Comment

  1. Es ist überaus schmerzlich, feststellen zu müssen, dass ausgerechnet DIE LINKE laizistische Forderungen erhebt. Schmerzlich deshalb, weil es mir einfach nicht gelingen will, mich mit deren Gründern und somit der stasiverstrickten Gründungsgeschichte zu versöhnen.

    Dass die Laizisten in der SPD sich mit ihrer religiös verseuchten Führerschaft (Thierse, Nahles, Gabriel usw.) schwer tun, die sich strikt gegen die Gründung eines laizistischen Arbeitskreises stellt, ist mehr als nur bedauerlich und in höchstem Maße undemokratisch. Die SPD hat offenbar noch nicht erkannt, dass in breiten Teilen der Bevölkerung die Forderung nach einer strikten Trennung von Politik und Religion längst mehrheitsfähig geworden ist. Diese Zustimmung könnte durch eine gezielte Aufklärungskampagne über das derzeitige Verhältnis von Kirchen und Staat noch erheblich gesteigert werden. Noch wissen viele Bürger nämlich nicht, was es mit dem Konkordat und der kath. Kirche und den Staatsverträgen mit der evang. Kirche auf sich hat.

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