Bundesregierung will von der Colonia Dignidad nichts wissen


Quelle: ZDF Mediathek

Seit der Flucht mehrerer Mitglieder sorgt die Sektensiedlung in Chile wieder für Schlagzeilen. Berlin gibt Unkenntnis vor und finanziert die Sekte dennoch weiter

Von Harald NeuberTelepolis

Die schweren Menschenrechtsverletzungen in der Deutschensiedlung Colonia Dignidad in Chile werden zunehmend juristisch aufgearbeitet. Nach rechtskräftigen Urteilen gegen ehemalige Funktionäre wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch, Waffenhandel und Mord hat das Berufungsgericht in der Hauptstadt Santiago de Chile nun erstmals einen Strafprozess wegen systematischer Folterungen in der Siedlung eröffnet.

Angeklagt sind der deutsche Staatsbürger Gerhard Mücke sowie der chilenische Geheimdienstler Fernando Gómez Segovia, berichtet das Berliner Forschungszentrum FDCL. Sie sollen wegen der wochenlangen Folter der Pädagogin Adriana Bórquez nach dem Militärputsch 1973 zur Rechenschaft gezogen werden. Indes hat auch die Staatsanwaltschaft in Krefeld Ermittlungen gegen ehemalige Funktionäre der Siedlung aufgenommen, nachdem der von Interpol gesuchte Sektenarzt Hartmut Hopp in der niederrheinischen Stadt aufgetaucht ist.

Opfer des Terrorregimes in der Colonia Dignidad sowie Menschenrechtsorganisationen in Deutschland und Chile hoffen nun darauf, dass die Geschichte öffentlich aufgearbeitet und Recht durchgesetzt wird. In Deutschland war die Chance dazu wiederholt verpasst worden.

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2 Comments

  1. Weiß jemand inwieweit die Bundesregierung diese Organisation unterstützt, wie es in der Schlagzeile angedeutet wird? Ich habe zwar gesucht wurde aber nicht fündig.

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  2. unwissenheit oder doch eher (reichs-)deutschtümelnd?
    schließlich war doch bereits in den 70ern bekannt, dass die es mit menschenrechten nicht so genau nehmen und auch gerne mal mit schutzbefohlenen ins bett steigen.
    was ja auch den „seligen“ fjs nicht davoin abhielt die colona zu besuchen…

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