Der nette Islamist


Erklärter Islamist Khelifi: "Ich wache jeden Morgen auf und bin überglücklich" SPON

Tunesien steht vor den ersten freien Wahlen – wahrscheinlich siegt die Islamistenpartei Nahda. Ihre Mitglieder wurden während der Diktatur brutal verfolgt, heute hat die Partei Geld, gibt es für Soziales und Bildung aus. Trotzdem fürchten viele im Land eine religiöse Wende nach rechts.

Von Ulrike PutzSpON

Er strahlt, er scherzt, er hat heute noch viel vor: „Gleich gehe ich mit meinen beiden Söhnen einkaufen, neue Hemden und Hosen für das Eid-Fest zum Ende des Ramadan“, sagt Abderrahim Khelifi in der Lobby des Afrika-Hotels in Tunis.

Draußen schieben sich Tausende durch das Herz der tunesischen Hauptstadt: Beim arabischen Pendant zu den Weihnachtseinkäufen wird gedrängelt und gefeilscht, den Kindern gehen die Augen über, den Eltern geht es ans Portemonnaie. Vor allem aber liegt diese besondere Feiertagsstimmung in der Luft, die Khelifi mit in die düstere Hotellobby gebracht hat. „Das wird das beste Fastenbrechen, das wir jemals hatten“, freut sich der 52-Jährige.

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