Jedem sein Kreuz?


1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

Bei ihrer Demonstration erhalten christliche AbtreibungsgegnerInnen ungebetenen Zulauf von PapstgegnerInnen.

Von Sebastian Puschnertaz.de

Aufgeblasene Kondome flattern über den Platz vor dem Bundeskanzleramt. „Evas Genitale statt Evangelikale“ steht neben Eva Hermanns Konterfei und großem Penis auf dem Schild einer Demonstrantin. Eine andere antwortet auf die Frage, wofür sie demonstriert: „Müttergehalt, Familienwahlrecht und ein Ende der Erleichterung von Abtreibungen“. Für die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen sprechen sich Redner der Kundgebung am Samstagmittag aus; unter die Zuhörer haben sich Mitglieder des Bündnisses „What the fuck“ gemischt. Selbiges will den Papstbesuch in der kommenden Woche „zum Desaster machen“.

Wer auf welche Seite gehört, wird am Samstag erst deutlicher, als sich der Demonstrationszug formiert: auf der Straße die, für die menschliches Leben mit der Befruchtung einer Eizelle beginnt und sich aus einem Transporter weiße Holzkreuze geben lassen; auf dem Bürgersteig die, die aufgeblasene Kondome steigen lassen und von denen einer Monty Pythons Jesus-Satire „Das Leben des Brian“ zitiert: „Jeder nur ein Kreuz“, ruft er über die Kette von Polizisten zwischen beiden Gruppen.

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