Katholiban-Präsident der Neuevangelisierung: „Die Kirche braucht Gehorsam“


Quelle: freidenker.at

Vor dem Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. spricht Kurienerzbischof Rino Fisichella von einer „großen Krise der Kultur“. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung verteidigt im Interview außerdem den Zölibat und betont den Wert der Beichte.

Von Eva KallingerFOCUS online

FOCUS Online: Der Papst reist nach Deutschland, aus römischer Sicht ein Missionsland. Ist die Neuevangelisierung ein Hauptanliegen von Benedikt XVI.?

Erzbischof Rino Fisichella: Ich glaube, sie ist die größte Herausforderung für Papst Benedikt in diesem Moment, in dem wir nicht nur wirtschaftliche Probleme haben, sondern eine große Krise der Kultur.

FOCUS Online: Der Rat für Neuevangelisierung entstand in gemeinsamen Gesprächen von Ihnen mit dem Papst. Wie lautete denn die gemeinsame Analyse über die Misere leerer Kirchen?

Fisichella: Wir haben den kulturellen Bruch mit dem Anfang der Moderne. Von da an sollte nur noch die Vernunft zur Wahrheit führen. Aber Vernunft ist ein Weg zur Erkenntnis. Zweitens gibt es innerhalb der katholischen Kirche eine Bewegung, die das Zweite Vatikanische Konzil als Bruch betrachtet. Aber beim Konzil gab es keinen Bruch, sondern eine Entwicklung der Kirchenlehre in der Tradition.

FOCUS Online: Sie haben mit Ihren Mitarbeitern dramatische Situationen der Kirche früherer Jahrhunderte – auch im Deutschland nach der Reformation – analysiert. Welche Lehren zogen Sie daraus?

Fisichella: Wir brauchen eine starke Identität der Kirche, denn oft wissen Menschen bei uns nicht mehr, was Christentum ist. Mich selbst hat zudem verwundert, welch wichtige Rolle die Beichte bei der Erneuerung der Kirche nach dem Konzil von Trient spielte. Sie wird also ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein.

FOCUS Online: Sie wollen, dass die Menschen das Motto „gut ist, was gefällt“ abstreifen und wieder akzeptieren, was gut und schlecht ist?

Fisichella: Ganz klar. Die Beichte spielt eine zentrale Rolle für den Menschen. Mit ihr kann man zur wahren Erkenntnis des eigenen Ichs gelangen.

FOCUS Online: Priester sollen mehr missionieren, aber klagen vor allem über Überlastung auch wegen unendlicher Bürokratie.

Fisichella: In der Tat müssen Seelsorger wieder mehr Zeit fürs Wesentliche investieren. Wir haben vergessen, dass das Wesentliche die Verkündigung des Evangeliums ist, also zum Beispiel auch die Vorbereitungen von wirklich guten Predigten. Für die Bürokratie gibt es viele Laien. Denn eines ist sicher, eine Welt ohne Christentum wäre eine ärmere Welt.

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4 Comments

  1. Dieser Vatikanische Dodo möchte wohl an „Errungenschaften“ des Trientiner Konzils http://de.wikipedia.org/wiki/Konzil_von_Trient
    anknüpfen wie an den Unfug zur Erbsünde, die Voraussetzung für Taufe und Beichte.

    Dekret zur Erbsünde

    „Das Konzil hält fest, dass jeder Mensch als Nachkomme Adams von Geburt an mit der Erbsünde befleckt ist. ……Maria auch hier die Ausnahme“

    Habe in meiner Geburtsurkunde nachgeschaut, solche Auffälligkeiten wie Flecken von der Erbsünde haben die damals bei mir nicht gefunden. Aber Massangaben wie Gewicht und Länge sind schon vermerkt… 😉

    Aber möglicherweise stammen eben nicht alle Menschen von Adam und Eva ab, die ja vor 4500 Jahren gelebt haben sollen, zur Zeit als bei uns schon Ötzi’s die Alpen überquerten….moderne Psychologen vermuten auch Adam und Eva hätten wohl an Gott – wegen der gestörten Kindheit- nicht die besten Erinnerungen ;-))

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  2. Mir fällt auf, dass viele der katholischen Kirchenfürsten aussehen wie bekannte Filmbösewichte; der Papst wie der Star Wars Imperator, der Kurienerzbischof aus dem Beitrag wie Nosferatu, der Vampir. Will man sich von solchen Typen wirklich eine „Frohbotschaft“ erzählen lassen?

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