Der Mensch erscheint als ‚unheilbar religiös‘


Der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann ist der Überzeugung, dass der christliche Glaube "ein Anker für die Menschen" bleibt Foto: Pro

Historisch gesehen ist der Atheismus die absolute Ausnahme. Darauf hat der Politikwissenschaftler und Journalist Andreas Püttmann in einem Kommentar für das Online-Debattenmagazin „The European“ aufmerksam gemacht. Der Hype um Buddhismus und Spiritualismus werde nichts daran ändern, „dass der christliche Glaube hierzulande weiter ein Anker für die Menschen bleibt“.

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In seinem Beitrag macht Püttmann deutlich, dass die politische Linke zwar fordert, sich an ärmeren, naturverbundenen Völkern zu orientieren, statt diesen einen „entfremdeten“ Lebensstil im kapitalistischen Materialismus zu verkaufen. Auf der anderen Seite mache sie jedoch einen weiten Bogen um die ganz selbstverständliche Religiosität afrikanischer und südamerikanischer Völker, von der „unsere Linken partout nicht lernen“ wollten. In Ländern wie Brasilien, Mexiko oder auf dem schwarzen Kontinent liege die Rate der Nichtgläubigen meist unter 10 Prozent. „theoretische und praktische Atheismus grassiert, von wenigen, meist zwangsatheistisch erzeugten Ausnahmen abgesehen, vor allem in den wohlstands- und sicherheitsverwöhnten Gesellschaften des ‚Westens‘.“ Aber selbst dort sei der Glaube an Gott meistens noch die Regel, dezidierter Unglaube die Ausnahme.

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3 Comments

  1. Der Glaube an Gott ist auch nur deshalb die Regel, weil die meisten Menschen schon kurz nach ihrer Geburt einer gründlichen Gehirnwäsche unterzogen werden. Die armen, frisch geborenen Würmer haben auch nicht den Hauch einer Chance, sich diesem Prozedere zu entziehen.

    Wir Menschen kommen zunächst als von Ideologien völlig unbeeinflusste, religionsfreie Wesen auf diese Welt. Ja, wir sind zum Zeitpunkt unserer Geburt noch nicht mal Atheisten oder Agnostiker weil dies ja einen bewußten Denkvorgang und einen Erkenntnisprozeß voraussetzen würde. Dazu kommt es erst im Verlaufe des Lebens, wenn es uns im Laufe der Zeit gelungen ist, den Reli-Schwindel zu durchschauen und abzulegen.

    Unheilbar religiös sind die potentiellen Atheisten und Agnostiker allerdings nicht, denn sie werden den religiösen Ballast ja irgendwann – früher oder später – hinter sich lassen. Somit ist die selbst entwickelte Fähigkeit zum logischen Denken die Voraussetzung dafür, dass die Heilung von der Religions-Krankheit – trotz vorangegangener Gehirnwäsche – eintreten kann. Wer jedoch zeitlebens im fremdgesponnenen Netz der spirituellen Fantasiewelt gefangen bleibt, begnügt sich eben damit, den Selbstbetrug zum Lebensinhalt zu machen. Ein solcher Mensch ist zwar durchaus in der Lage, in seinem Leben sogar Karriere machen zu können. Wenn’s ihn allerdings besonders schlimm trifft, wird dieser Mensch, Priester, Bischof, Kardinal oder sogar Papst. Da wäre dann aber der Status erreicht, wo man von ihm sagen könnte: „Der ist jetzt echt unheilbar religiös !“

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  2. Eigentlich wird man als Agnostiker geboren. Da aber die Menschen sich viele Dinge nicht auf wissenschaftliche Weise erklären konnten. Heute jedoch haben wir dieses Wissen. Lediglich ein paar Stämme in Afrika und Südamerika sowie Ozeanien haben es nicht. Die fundamentalen Christen und die meisten Menschen in islamischen Ländern lassen dieses Wissen an sich vorbeiziehen, oder verteufeln es, weil es ihren engstirnigen Ansichten widerspricht

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  3. Herr Püttmann sagt, der Atheismus sei historisch gesehen die absolute Ausnahme. Das stimmt wohl. Historisch gesehen heißt aber nicht, daß in der Gegenwart oder gar Zukunft dieser Zustand unabänderlich ist. Historisch gesehen war der größte Teil der Menscheit, dank der religiösen Unterdrückung, ungebildet und dumm wie Brot. Heutzutage denken immer mehr Menschen selbständig und realistisch. Herr Püttmann sollte vielleicht auch einmal damit beginnen. Fest steht, nichts währt ewig. Was sind schon 2000 Jahre ? Für das Christentum eine Ewigkeit, für die Evolution ein Klacks.

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