Homöopathie: Gefährlicher Glaube


Homöopathische Pillen und Tropfen. Foto: Wikidudeman. Lizenz: Public Domain.

Ein Fall aus Österreich zeigt, dass Homöopathie nicht in Elternhände gehört.
Wird Homöopathie nur zur Behandlung von Homosexualität eingesetzt, kann sie nicht viel anrichten. Ganz anders sieht es aus, wenn es um echte gesundheitliche Probleme geht. Und kriminell wird es, wenn Esoterik-Eltern ihre Spleens auf Kosten ihrer Kinder ausleben. Das zeigt ein Fall, der jetzt am Innsbrucker Landesgericht verhandelt wurde.

Von Peter MühlbauerTelepolis

Dort verurteilte die Richterin Gabriele Lukasser ein Paar aus Osttirol zu einer (noch nicht rechtskräftigen) einjährigen Bewährungsstrafe, weil es seinen Sohn, der an der angeborenen Immunsystemstörung SCID litt, so lange nur mit Zuckerkügelchen behandeln ließ, bis er starb. Der Mediziner, der den Jungen homöopathisch behandelte, erhielt eine Strafe in gleicher Höhe. In die Urteile floss ein, dass die Eltern und der Hausarzt nicht aus schierer Unwissenheit handelten, sondern genau über die Krankheit und ihre Folgen aufgeklärt worden waren.

Die Eltern hatten sich damit zu rechtfertigen versucht, dass sie mit der Schulmedizin beim Tod ihrer beiden ersten Kinder, die ebenfalls an SCID litten, extrem negative Erfahrungen gemacht hätten. Die Jungen seien als Objekte wissenschaftlicher Neugierde ausgestellt worden, wären aber danach trotzdem gestorben.

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4 Comments

  1. „Wird Homöopathie nur zur Behandlung von Homosexualität eingesetzt, kann sie nicht viel anrichten. “ ach?

    im gegenteil, denn so eine leere lehre fördert homophobie und die idee, dass man sich „homosexualität“ aussuche, wie eine religiöse wahnvorstellung.

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  2. Zur Erinnerung: Die Gewinnerin des „Dodo des Monats Juli 2011“, Barbara Steffens (Partei „Die Grünen“), Gesundheitsministerin in NRW, ist eine vehemente Befürworterin der Homöopathie und eine Anhängerin der anthroposophischen Irrlehre, die ein gewisser Rudolf Steiner seinerzeit begründete. Da es bis dato keinen wissenschaftlichen Beweis für die Wirkung homöopathischer Globuli gibt, stellte Frau Steffens die völlig bescheuerte Forderung auf, dass man dann eben die Prüfkiterien für die Homöopathie entsprechend verändern müsse, damit sich Wirkungsbeweise ergeben und nachweisen liessen !!!

    Diese völlig unrealistische und absurde Forderung ist von einem normalen Menschen nicht mehr nachzuvollziehen. Ich meinerseits habe deshalb schon vor einigen Jahren die Partei „Die Grünen“ als für mich nicht mehr wählbar erklärt. Dies, obwohl ich diese Partei zuvor mehrfach gewählt habe und durchaus deren historisches Verdienst bei der Begründung einer modernen Ökologie-Politik zu würdigen weiß.

    Für mich hat diese Partei mit ihrer offen bekundeten Förderung der Pseudowissenschaft „Homöopathie“ inzwischen an Glaubwürdigkeit völlig verloren. Auch deren Gegnerschaft beim Projekt „Stuttgart 21“ ist rational längst nicht mehr nachzuvollziehen, wenn man bedenkt, dass die Kosten für die Rückabwicklung dieses Projektes den Steuerzahler die satte Summe von ca. 1,5 Mrd. Euro verschlingen könnte. Für dieses Geld bekäme man dann nämlich buchstäblich nichts.

    Nein. Die Partei „die Grünen“ können wir uns in vielerlei Hinsicht nicht mehr leisten. Noch schwimmen sie auf einer Erfolgswelle, die sich in letzter Zeit aber zusehends abflacht. Aber auch von der „Piratenpartei“ können wir uns keine Wende zum Besseren erwarten. Dringend gefragt ist eine demokratisch-humanistisch ausgerichtete Partei von Atheisten und Konfessionslosen, damit dem homöopathischen, anthroposophischen und klerikalen Schwachsinn endlich Einhalt geboten wird.

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