Die kognitive Dissonanz des Wolfgang Thierse: „KK, Bündnispartner für eine gerechte Politik und damit unersetzlich“


 

Quelle: mainpost.de

[…]“Papst Verbündeter für gerechte Politik“

Kathweb.at

Der deutsche Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sieht in Benedikt XVI. einen wichtigen Verbündeten für eine verantwortungsvolle und gerechte Politik. „Ich teile seine Meinung, dass die Welt nicht durch Märkte und Börsen zusammen gehalten wird, sondern durch fundamentale Vorstellungen über Werte, Würde und Solidarität“, sagte der sozialdemokratische Politiker der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag). Vor diesem Hintergrund seien „die Kirchen, auch die katholische, Bündnispartner für eine gerechte Politik und damit unersetzlich“.

Als positiv wertete Thierse auch, dass Benedikt bei seinem Deutschland-Besuch „die Gemeinsamkeit des Glaubens von katholischen und evangelischen Christen betont“ habe. Dies sei ein ganz wichtiger Vorgang. „Auf der Basis dieser grundlegenden Gemeinsamkeit des Glaubens kann man weiter gehen – bis zur gemeinsamen Feier des Reformationsjubiläums im Jahr 2017“, meinte Thierse, der auch Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist.

In der Montagsausgabe der „Berliner Zeitung“ äußerte sich Thierse auch zur Bundestagsrede von Papst Benedikt XVI. Der Papst habe „all diejenigen beschämt, die vorher schon zu wissen glaubten, dass sich die Rede eines katholischen Geistlichen im Bundestag nicht gehört“. Thierse weiter: „Dem Bundestag hat es gut getan, einmal eine Rede mit Neugier und Respekt zu hören, die sich weit über den tagespolitischen Streit erhoben hat.“

Auch Bundestagsvizepräsidentin und Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt sagte in einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Das Parlament“ (Montag), sie habe kein Verständnis hinsichtlich der Debatte, die sich im Vorfeld der Rede von Papst Benedikt XVI. im Bundestag entzündet hatte. Der Papst habe im Laufe seiner Reise „verschiedene Hüte“ aufgehabt, „im Bundestag war er Staatschef“, so die Bundestagsvizepräsidentin. „Wollte man den Papst nicht im Parlament reden lassen, müsste man mir auch verbieten dort zu reden, denn ich bin auch Präses der Evangelischen Synode in Deutschland und damit faktisch auch in einer Doppelrolle. Ich rede aber natürlich im Bundestag als gewählte Abgeordnete“, sagte Göring-Eckardt.

Das Fernbleiben von Abgeordneten bewertete Göring-Eckardt als wenig spektakulär. „Das war im Rahmen der Freiheit möglich und darüber muss sich niemand wirklich aufregen.“ Die Politikerin weiter: „Wir hatten auch schon andere Gäste im Hohen Haus, wo es weniger Diskussionen gab, aber die Visite mindestens genau so diskussionswürdig gewesen wäre. Ich möchte hier nur an den ‚lupenreinen Demokraten‘ Putin erinnern.“

Kirchensteuer kein Debattenthema

Die Äußerungen des Papstes zum Verzicht auf kirchliche Privilegien in der Geschichte können nach Einschätzung des Kölner Staatskirchenrechtlers Stefan Muckel nicht auf die Kirchensteuerdebatte bezogen werden. Man müsse „vorsichtig sein, dort staatskirchenrechtliche Konsequenzen hineinzugeheimnissen“ sagte Muckel am Montag gegenüber der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Vielmehr gehe es um eine Betonung des spezifisch christlichen Auftrags und um „Impulse, die mehrdeutig gemeint sind“.

Benedikt XVI. hatte in seiner Ansprache im Freiburger Konzerthaus am Sonntag eine „Entweltlichung“ der Kirche verlangt. Die verschiedenen Epochen der Säkularisierung hätten in der Geschichte der Kirche zu einer „Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen“ und die Rückwendung zu ihrem eigentlichen Auftrag gefördert. Dabei verwies der Papst auch auf „die Enteignung von Kirchengütern“ und „die Streichung von Privilegien oder ähnliches“.

Muckel sagte, er sehe nicht, dass der Papst eine Veränderung der Staatsleistungen oder des Kirchensteuerrechts anstoße. Die Kirche habe aber „das Recht, über Spielräume neu nachzudenken, die das Staatskirchenrecht bietet“. Als Beispiele nannte der Kölner Jurist die inhaltliche Gestaltung des Religionsunterrichts, die Gestaltung der Militär- oder Anstaltsseelsorge sowie die Betonung des spezifisch christlichen Auftrags in den karitativen Diensten. Hier könne Benedikt XVI. einen „Anstoß gegeben haben, die christliche Botschaft in den Vordergrund zu stellen“.

Es sei unstrittig, dass die Säkularisation 1803 und die Trennung von Staat und Kirche 1919 in Deutschland der Kirche und ihrem Auftrag gut getan hätten, sagte Muckel. In Deutschland biete das Staatskirchenrecht eine weltweit einmalige Chance. Die Kirche sei in der Lage, „unbefangen mit dem Staat zusammenzuarbeiten“. Sie habe „alle Trümpfe in der Hand“ und eine „unfassbar günstige Stellung“. Dabei sei es nicht so, dass die „katholische Kirche als katholische Kirche ein spezifisches Privileg erhält“, sagte Muckel.

4 Comments

  1. F***! Er kniet vor Ratze…. Ein ehemaliger Bundestagspräsident, und zur Zeit ein Bundestagsvizepräsident kniet vor dem Souverän eines fremden Staates… Mir kommt grad die Galle hoch, und fühle mich beleidigt und beschämt. Mal abgesehen davon, dass er privat tun und lassen kann was er will, so finde ich die Symbolwirkung dieser Geste einfach nur zum würgen.

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  2. Ratze und Thierse sind nun mal Brüder im Geiste. Ein Gericht müßte beiden in einem Strafverfahren deshalb, wegen nachweislicher Unzurechnungsfähigkeit, mildernde Umstände zubilligen. Ein Glück für die beiden Geistesbrüder, dass Religotie kein Straftatbestand, sondern lediglich ein krankhafter Geisteszustand ist.

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  3. Quote: Aussage von Thierse: „Ich teile seine Meinung, dass die Welt nicht durch Märkte und Börsen zusammen gehalten wird, sondern durch fundamentale Vorstellungen über Werte, Würde und Solidarität“, sagte der sozialdemokratische Politiker der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag)

    Ob sich da Herr Thierse wohl nicht täuscht? Die durch Politiker verursachte Überschuldung der westlichen Welt, allen voran die USA aber auch Europa, wird Märkte und Börsen zerreissen. Diese sog. Werte heißen Euro, Dollar, Gold, etc. und werden zuvorderst von den schwarzen Falken mit zynischem Grinsen per Konkordat regelmäßig eingefordert.
    Die Würde geht schnell den Bach hinunter wenn der Magen knurrt und die Solidarität wird nur dann gelobt, wenn sie nichts kostet. Siehe Griechenland. Politiker wie Thierse belügen das Volk und werden es durch Zwangsabgaben und Währungsreform entmachten, wenn es nötig wird. So wird die Welt zerrissen. Traue keinem Politiker, vor allem wenn er schwarz ist, aber wie man sieht auch Rote sind nicht besser.

    Herr Thierse, auch Schnecken müssen sterben!

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  4. „Kirchensteuer kein Debattenthema“ – klaro, auf die pfründe verzichten will keiner der werten herren. am ende müsste man noch in armut leben, ganz so wie der liebe herr jesus (dessen lebensweise ja angeblich auch das zölibat verantwortet).
    ganz so heilig und in der nachfolge ihres genagelten gottes wollen sie dann doch nicht sein.
    und diese „Impulse, die mehrdeutig gemeint sind“. sind ja ungeheuer praktiosch. kann man auslegen wie’s gerade passt – ist man ja gewohnt von der sippe.

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