Katholiban triumphiert nach B16-Besuch, Dialogprozess adieu!


Quelle: wir-sind-kirche.de

Die ‚Revolution Benedikt‘
Game over: Entweder die deutsche Kirche folgt dem Wort des Papstes oder sie festigt ein bereits bestehendes de-facto-Schisma.

Von Armin SchwibachKath.net

Es besteht kein Zweifel: die Deutschlandreise Papst Benedikts XVI. war ein historisches Ereignis. Was der Papst gesagt und getan hat, ist wie ein glühender Stein, der in einen trüben Tümpel geworfen wurde, der so nicht umhin kam, sich zu erhitzen, zu brodeln, aufgewühlt zu werden. Der Stein ist so glühend, dass er auch unter dem morastigen Wasser weiterleuchtet. Es geht darum, den schlammigen Tümpel zu reinigen, um das Licht der altneuen Glut des Glaubens, den der Papst verkündet, zum Mittelpunkt des Seins und der notwendigen Erneuerung zu machen. Natürlich gilt das Wort des Papstes nicht allein der Kirche in Deutschland. Der Papst spricht immer auch an die Weltkirche. Nur nimmt sein Wort in einem säkularisierten Land einen besonderen Geschmack an, zumal wenn es an eine Kirche gerichtet wird, die in ihrem Innern mit einer fortschreitenden Selbstsäkularisierung zu kämpfen hat.

Jenseits der Worte, der Inspirationen und Lehren, die diesen entnommen werden könnten – so sie denn gehört und angenommen werden, verdeutlichte sich während der Reise gleichsam in einem Crescendo ein Abstand zwischen der Wahrheit des Glaubens, die der Papst predigt, und der kirchlichen Wirklichkeit, die ihn umgab: angefangen bei zweifelhaften „Demokratiespielchen“ im „Vorprogramm“ zur Jugendgebetsvigil in Freiburg am Samstag Abend bis hin zur Art des Kommunionempfangs während der heiligen Messe. Der Unterschied zwischen dem eucharistischen Feiern des Papstes und dem der anderen dürfte wohl nie so klar zutage getreten sein wie in diesen Tagen.

Deutlich geworden ist, was Benedikt XVI. vom vielzitierten „Dialogprozess“ zu halten scheint: nämlich nichts. Eines der in der letzten Zeit meist genutzten Worte – „Dialog“ – es kam nie von den Lippen des Papstes, dies in einem Land, in dem sich die Kirche ja programmatisch bis zum Jahr 2015 eben diesem „Dialogprozess“ verschrieben hat, einem Prozess, der nach weltlichen Strukturen konzipiert ist, der den üblichen weltlichen Schemen folgt. Dem hält Benedikt XVI. den „ungleichen Tausch“ zwischen Gott und Mensch entgegen, dem sich die Kirche verdankt. Und der Akzent steht auf „ungleicher“ Tausch. Der Papst betont die Notwendigkeit der „Ent-weltlichung“ der Kirche als Bedingung für jede wirkliche „Änderung“, damit nicht einfach frische Farbe auf verfaultes Holz aufgetragen und so der Anschein des „Neuen“ aufrecht erhalten wird. Mit anderen Worten: Es geht um die Substanz, die nicht Ergebnis eines auch noch so ausgefeilten Lavierens sein kann, denn: „Was das grundlegende Motiv der Änderung betrifft, so ist es die apostolische Sendung der Jünger und der Kirche selbst“.

„Dieser ihrer Sendung muss die Kirche sich nämlich immer neu vergewissern“, so der Papst in seiner letzen Ansprache im Freiburger Konzerthaus. Diese Sendung „gründet zunächst in der persönlichen Erfahrung“, „sie kommt zum Ausdruck in Beziehungen“ und „sie gibt eine universelle Botschaft weiter“. Durch die Ansprüche und Sachzwänge der Welt aber, so die Mahnung Benedikts XVI., „wird dieses Zeugnis immer wieder verdunkelt, werden die Beziehungen entfremdet und wird die Botschaft relativiert“. Daraus ergibt sich für die Kirche die vordringliche Notwendigkeit, immer wieder Distanz zu ihrer Umgebung zu nehmen, „sich zu ent-weltlichen“.

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Kath.net

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