Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Katholiban Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst:
[…]In seiner Predigt ließ er den Papstbesuch gedanklich Revue passieren und nannte drei Erkenntnisse, die ihm die Begegnungen mit dem Heiligen Vater neu ins Bewusstsein gerufen hätten: Zum einen, so Tebartz-van Elst brauche die Erde den Himmel des Glaubens und die Gesellschaft könne ohne Gott nicht sein. Im Gespräch mit Politikern habe der Papst auf beeindruckende Weise deutlich gemacht, dass die Erde an sich eine Würde in sich habe. Der Mensch dürfe daher nicht alles tun, was er kann. „Die Gesellschaft braucht Gott, weil der Mensch nicht unter die Räder kommen darf“, betonte der Bischof. Es brauche Christen, die Zeugnis geben, und es brauche das Evangelium, damit es dem Menschen gut gehe. Der Kirche in Deutschland fehlt es nach den Worten des Bischofs am Mut zur Mission. Ohne Arroganz, aber mit einer erkennbaren Gewissheit und einem demütigen Selbstbewusstsein, gelte es heute mehr denn je, vom Glauben an den lebendigen Gott zu sprechen. Die Gesellschaft traue der Kirche diese Aufgabe zu, denn bei ihr suche man immer wieder nach Antworten auf die Fragen der Menschen.[…]

Newsletter „Der Papst kommt“ – David Berger zur Rede des Papstes im Deutschen Bundestag: „Eine brandgefährliche Rede“
[…]Dr. theol. habil. David Berger, früher Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ mit einer Professur an der Päpstlichen Akademie des Heiligen Thomas von Aquin, kommentiert die Rede des Papstes im Deutschen Bundestag: „Die Rede Papst Benedikts XVI. im Bundestag hat quer durch fast alle Parteien und Medien sehr schnell großen Zuspruch gefunden. Man zeigte sich erleichtert, dass der Papst nicht durch antisemitische, homophobe oder frauenfeindliche Thesen aufgefallen und ganz im akademisch-ruhigen Ton theoretischer Erwägungen geblieben ist. Auf der Basis dieser Erleichterung blieb eine kritische Sicht auf die vom Papst in den Mittelpunkt gestellte klassische Naturrechtslehre weithin aus oder sie wurde gar völlig falsch als Plädoyer für die ökologische Bewegung interpretiert. Die Rede war alles andere als das. Sie war eine große Apologie für das klassische, vormoderne Naturrecht, das die Basis aller politischen Entscheidungen sein muss – und zwar jenseits aller demokratischen Meinungsfindung. Dabei wurde bewusst mit dem sehr weiten Begriff des Naturrechts gespielt, der – wie der Begriff „Natur“ auch – äußerst dehnbar ist. So ist allbekannt, dass etwa das antike Naturrecht, dass der Papst hoch leben lässt, die Sklaverei als im Naturrecht verankert sieht. Dass diese mittelalterlich-frühneuzeitliche Naturrechtslehre, die heute kein ernst zu nehmender Wissenschaftler mehr vertritt, für Benedikt die wichtigste Argumentationsbasis in fast allen heiß umstrittenen Fragen ist, hat offensichtlich keiner bemerkt: die Minderbewertung der Frau in der Kirche, die Ächtung der Homosexuellen, die Verteufelung der künstlichen Verhütungsmittel usw. So wird besonders im Bereich der Homosexualität vom Papst und anderen kirchlichen Dokumenten immer wieder deren Widernatürlichkeit unterstrichen. Die Berufung auf das Naturrecht bildet sogar die Basis nicht mehr nur praktizierte Homosexualität, sondern sogar die Veranlagung strikt abzulehnen: Schon die homosexuelle Veranlagung ist für den Papst etwas, was gegen die von Gott ursprünglich gewollte Natur steht (Licht der Welt, 180). Dass diese in staatlichen Zusammenhängen nicht mit der Bibel, sondern mit dem Naturrecht begründet wird, macht die Sache umso gefährlicher. Denn dieses vom Papst postulierte Naturrecht ist nicht demokratischen Abstimmungen anheim gegeben und völlig unabhängig von religiösen Bekenntnissen. Es bindet alle Menschen und Völker aller Zeiten vor jeder demokratischen Abstimmung. Wo ein Staat sich nicht an diese von Benedikt favorisierte Rechtsbasis hält und z.B. gleiche Recht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften einführt, wird er zur „Räuberbande“ (Benedikt zitiert hier Augustinus). Das Naturrecht bildet die ideologische Basis für den Vatikan, auf der er auf völkerrechtlichen Konferenzen mit Staaten wie Saudi-Arabien und dem Iran eng zusammen arbeitet, um dort einen Abbau von Frauen, Religionskritiker und Homosexuelle diskriminierenden Gesetzen zu verhindern. Wenn man diese Zusammenhänge bedenkt, die sich eindeutig aus dem gesamten Denken Benedikts und den Interventionen des Vatikans in den letzten Jahren in gesellschaftlichen Fragen ergeben, ist man sehr verwundert, wie positiv diese Rede auch von jenen aufgenommen wurde, die seit vielen Jahren eben jene menschenverachtenden Aktionen des „Heiligen Stuhls“ hart kritisieren.“[…]

Abartig: Orthodoxe Kirche: Kandidatur Putins ist ‚Beispiel von Güte‘
[…]Moskau (kath.net/KAP) Die russisch-orthodoxe Kirche begrüßt den geplanten „Ämtertausch“ zwischen Russlands Staatspräsident Dmitrij Medwedjew und Ministerpräsident Wladimir Putin. Der von beiden Politikern vereinbarte Schritt sei ein „Beispiel von Güte und Moral in der Politik“, sagte der Leiter der Synodalabteilung für die Beziehungen zur Gesellschaft, Erzpriester Wsewolod Tschaplin, nach Angaben des russischen Online-Portals „Interfax-Religion“ vom Montag. Es sei außerordentlich wichtig, dass es keinen Konflikt um die höchsten Staatsämter gebe. Das „würdevolle“ Abkommen zwischen Putin und Medwedjew könne eine „Quelle des Neids“ für die Menschen der meisten Länder der Welt sein, so Tschaplin. Dazu gehörten auch jene Länder, die versuchten Russland „zu belehren“[…]

Im Jerusalemer Israel-Museum aufbewahrte Tote Meer Rollen per Knopfdruck aller Welt „erfahrbar“
[…]Ab sofort kann man auf Englisch in einer Suchmaschine Wörter aus dem Buch des Propheten Jesaja eingeben, etwa „Wolf und Schaf“ oder „Schwerter und Flugscharen“ und schon landet man an der richtigen Stelle in der im Jahr 135 vor Christus kopierten Pergamentrolle und kann dort den Originaltext in hebräischer Schönschrift lesen. Acht fast komplette Bücher wurden bei Qumran gefunden, aber nur fünf wurden mit einer Spezialkamera in hoher Resolution für Google neu fotografiert: Jesaja, ein Kommentar zu Habakuk, die Tempelrolle der Essener sowie deren Kriegsrolle und Gemeinderegeln. Auf die Idee, modernste Digitaltechnik und uralte Texte zu verknüpfen, kam der amerikanische Geschäftsmann George Blumenthal, im Elsass geboren, in Frankfurt aufgewachsen und 1939 „rechtzeitig“ geflohen, „nachdem meine Mutter nach Buchenwald geschickt worden ist“, wie er nach der Feier bei Orangensaft erzählte. Museumsdirektor James Snyder wollte nicht verraten, wie viel das Projekt gekostet hatte: „Wir benötigten die Kameras und vor allem viel Zeit unserer Angestellten und der Forscher von Google. Es kostete also kein Vermögen.“[…]


Islamischer Religionsunterricht in NRW

[…]Jetzt hat die nordrhein-westfälische Landesregierung der Öffentlichkeit eine Gesetzesvorlage für die Einführung eines konfessionell gebundenen islamischen Religionsunterrichtes präsentiert, damit ca. 320 000 muslimischen Kindern in NRW endlich das gleiche Angebot gemacht werden kann, wie es Schülern anderer Religionsgemeinschaften schon lange zukommt. Aufgrund der Tatsache, dass es keine staatlich anerkannte islamische Religionsgemeinschaft gibt, sieht die Gesetzesvorlage vor, für die Einführung eines Religionsunterrichtes anstelle einer Religionsgemeinschaft einen achtköpfigen Beirat zu etablieren, der mehr oder weniger die Aufgabe einer Religionsgemeinschaft übernehmen soll. Vier Vertreter aus den Mitgliedsverbänden des Koordinierungsrats der Muslime (KRM) sollen als ständige Mitglieder einen Teil des Beirates bilden, vier weitere muslimische Einzelpersonen, die über eine theologische, religionspädagogische oder islamwissenschaftliche Ausbildung verfügen, nehmen die übrigen Plätze im Beirat ein. (Die spezifische Regelung kann dem Gesetzesentwurf entnommen werden[…]

Wiener Papstkreuz: Ein Koloss mit Symbolkraft
[…]Die Stadt Wien finanziert ein „Selbstverherrlichungsprojekt“ der katholischen Kirche in Wien. Auf Kosten der nichtkatholischen Mehrheit Wiens und mit Hilfe der Kronen Zeitung. Seit zwei Wochen wird das baufällig gewordene sogenannte Papstkreuz am Wiener Donaupark saniert. Die drohende ersatzlose Abtragung des verrosteten und mittlerweile für die Allgemeinheit gefährlichen 40 Meter hohen Kolosses ist also endgültig vom Tisch. Wien bleibt somit ein Kultobjekt erhalten, das um vier Meter höher ragt als die europaweit höchste Jesusstatue, die unlängst in Polen errichtet wurde[…]

Sexueller Missbrauch: Schutz für ranghohe Geistliche
[…]Jene 45-Jährige, die zwei Geistliche wegen sexueller Nötigung angezeigt hatte, ist von der Klasnic-Kommission enttäuscht. Die Frau bekommt zwar eine Entschädigung von 15.000 Euro, doch nur wegen der Übergriffe eines Paters. Ranghohe Kirchenmitglieder würden geschützt. Von zwei Priestern – einem Franziskanerpater und einem hochrangigen Geistlichen – ist die Frau nach eigenen Angaben missbraucht worden. Beide Beschuldigten wiesen die Vorwürfe zurück. Die finanzielle Hilfe wird nun nur für jenen Fall durch den Tiroler Franziskaner-Pater gewährt „als sie noch minderjährig“ war, hieß es in dem Schreiben der Opferschutz-Stiftung der katholischen Kirche. Die ebenfalls angezeigten Vorwürfe gegen ein einen ranghohen Geistlichen blieben unberücksichtigt. Kommissionssprecher Herwig Hösele begründete diese Entscheidung damit, dass dieses Gremium grundsätzlich nur für zur Tatzeit minderjährige Opfer zuständig sei. Schutz für einflussreiche Täter? Heftige Kritik an der Entscheidung der Kommission übte die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt, welche die Frau vertritt. Die von Kardinal Schönborn eingesetzt Kommission zeige damit „ein Mal mehr, dass sie nicht unabhängig ist. Während Opfer von wenig einflussreichen kirchlichen Tätern entschädigt werden, werden ranghohe kirchliche Würdenträger geschützt“, hieß es. Die Plattform forderte die Einleitung einer „tatsächlich unabhängigen Untersuchung“[…]

KK Italien legt sich mit Berlusconi an
[…]Die Italienische Bischofskonferenz hat sich erstmals seit dem Beginn der Sex-Skandale um Ministerpräsident Silvio Berlusconi vom römischen Regierungschef distanziert. Der Vorsitzende des Episkopats, Kardinal Angelo Bagnasco, kritisierte „Berichte über Lebensstile, die unvereinbar mit der Würde und dem Ansehen der Institutionen sind, falls sie sich bestätigen sollten“. Die in den Medien dargelegten Verhaltensweisen verstießen nicht nur gegen die guten Sitten, sondern seien in sich traurig und leer. „Zügellose Verhaltensweisen und unangebrachte Beziehungen“ seien nicht nur an sich negativ, sondern führten auch unabhängig vom Bekanntheitsgrad der Betroffenen zu gesellschaftlichen Schäden, sagte der Erzbischof von Genua bei der Eröffnung des Ständigen Rats der Bischofskonferenz in Rom. Die Öffentlichkeit blicke „mit Schrecken“ auf die Handelnden auf der öffentlichen Bühne. Italienische Medien berichten seit rund einem Jahr von Ermittlungen über Sex-Partys in den Häusern des Ministerpräsidenten. Der Regierungschef steht im Verdacht, Minderjährige zur Prostitution angestiftet zu haben. Kritik auch an Opposition Mit Blick sowohl auf die Regierung als auch auf die Opposition prangerte der Vorsitzende der Bischofskonferenz auch die „gegenseitige systematische Verleumdung“ der politischen Akteure an. Die Opposition hatte seit langem klare Worte des Episkopats über Berlusconis moralisches Verhalten gefordert. Bislang hatten die Bischöfe und vor allem ihr als besonders konservativ geltender Vorsitzender sich mit Kritik zurückgehalten. Unter Mitte-Rechts-Regierungen sahen sie ihre Anliegen wie die Erhaltung von Steuervergünstigungen für Kircheneigentum und staatlich bezahlten katholischen Religionsunterricht unter der alleinigen Verantwortung der Kirche am besten vertreten.[…]

verdi-Kundgebung in Osnabrück für Tarifverträge bei der Diakonie
[…]Die Gewerkschaft ver.di führt im Rahmen der landesweit angekündigten Aktionen und Streiks auch eine Kundgebung in Osnabrück durch. Die Demonstration unter dem Motto „Tarifverträge auch für die Diakonie – für bessere Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitswesen“ soll morgen um 16.30 Uhr am Osnabrücker Ledenhof beginnen. Hintergrund der Kundgebung sind die Verhandlungen für die rund 30.000 Diakonie-Beschäftigten in Niedersachsen, die im April ergebnislos beendet worden waren. Nach verdi-Angaben hätten sich die Arbeitgeber unbeweglich gezeigt. Da die Kirche es aber noch ablehne, in der Diakonie Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften zuzulassen, müsse dieses Recht erst noch erstritten werden, so verdi-Gewerkschaftssekretär Christian Godau.[…]

1 Comment

  1. Wer sein Leben in die Hände eines Gottes gibt, begibt sich in seine Coabhängigkeit, und das führt zum Selbstbetrug. Der Atheist ist ein gesunder Zweifler, und nimmt sein Leben selber in die Hand, ohne darauf zu warten, dass ein Gott oder ein Menschlicher Gottguru ihn erlöst. Ich kann tausend Gebete zum Himmel schicken, doch wenn ich meinen Hintern nicht selbst bewege, kommt niemand um mich zuerlösen. Was ist das für ein Glaube der von Nächstenliebe redet, doch wenn du im nicht folgst, wirst dem Luzifer überstellt.? Das ist mit den Regeln der Natur nicht vereinbar, weil Glauben ist nicht wissen. Ein Indianersprichwort sagt:“Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.“

    (unbekannter Apachenkrieger
    Warum urteilt ein Christ über andersdenkende, wenn er dem seine Schuhe noch nie getragen hat?

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