Homophobe Evangelen-Religioten in Kampfstellung gegen EKD-Pfarrdienstgesetz


Quelle: koptisch.files.wordpress.com

Wo steht der Protestantismus?
Innerevangelische Diskussion: Pfarrdienstgesetz steht im Widerspruch zum Wort Gottes. Der Theologe Bernhard Kaiser: „Es wird nicht nur gegen Gottes Wort geglaubt, sondern auch gehandelt; das nennt die Bibel Sünde“

Kath.net

Castell/Siegen/Bielefeld (kath.net/idea) Scharfe Kritik am geistlichen Zustand der evangelischen Kirche wurde auf Glaubens- und Besinnungstagen geübt, die der Gemeindehilfsbund (Walsrode) am 24. September an sechs Orten veranstaltete. Daran nahmen nach Angaben des Veranstalters insgesamt rund 1.100 Christen teil. Widerspruch erfuhr vor allem das Pfarrdienstgesetz, das die EKD-Synode im vorigen November verabschiedet hatte. Es gibt den Landeskirchen die Möglichkeit zuzulassen, dass schwule oder lesbische Geistliche in eingetragenen Lebensgemeinschaften im Pfarrhaus zusammenleben. Dies stehe im Widerspruch zum Wort Gottes, beklagte der Leiter des Gemeindehilfsbunds, Pastor Joachim Cochlovius (Walsrode), in einer Resolution, die an den Versammlungsorten mit großer Zustimmung aufgenommen wurde. An die EKD richte sich die Frage, welche Autorität die evangelische Kirche noch der Heiligen Schrift beimesse, so Cochlovius.

Bibel gegen Wortsinn ausgelegt

Bei der mit 400 Teilnehmern größten Versammlung in Castell (Unterfranken) sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) in Bayern, Pfarrer Till Roth (Redwitz/Oberfranken), jene Theologen, die die Bibel so verstünden, dass darin nur bestimmte missbräuchliche homosexuelle Praktiken abgelehnt und als Sünde bezeichnet würden, legten aus seiner Sicht die Bibel gegen ihren Wortsinn aus. Der historisch-kritische Umgang, in dem evangelische Geistliche ausgebildet würden, stelle das Wort Gottes in Frage. Der Prior der ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“, Dominik Klenk (Reichelsheim/Odenwald), sagte, Sexualität brauche die Ehe als Schutzraum. Wenn die Kirche Ehe in diesem Sinn aufgebe und lediglich – wie im Pfarrdienstgesetz – von „familiärem Zusammenleben“ rede, bleibe sie hinter ihrem Auftrag zurück.

Homosexualität ist „fehlgeleitet“

Vor etwa 275 Zuhörern in Siegen wies der Bremer Pfarrer Olaf Latzel auf das allgemein in der evangelischen Kirche anerkannte Augsburger Bekenntnis von 1530 hin. Kirche sei da, wo das Wort Gottes rein verkündigt und die Sakramente richtig verwaltet werden. Das sei beim Pfarrdienstgesetz mit seiner Öffnung für homosexuelle Lebensgemeinschaften nicht mehr der Fall. „Da hört die Kirche auf, Kirche zu sein“, erklärte Latzel. Homosexualität sei eine „fehlgeleitete“ und keine „zielführende“ Sexualität, die Leben schaffe. Dies treffe aber auch auf andere sexuelle Sünden zu, etwa auf den Konsum von Pornografie. Der Theologe rief Christen auf, Homosexuellen warmherzig zu begegnen. Gott sage Nein zur Sünde, aber Ja zum Sünder.

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1 Comment

  1. „… jene Theologen, die die Bibel so verstünden, dass darin nur bestimmte missbräuchliche homosexuelle Praktiken abgelehnt und als Sünde bezeichnet würden, legten aus seiner Sicht die Bibel gegen ihren Wortsinn aus.“

    herrlich, nur leider legen jene, die homosexualität generell als sünde verstehen jede andere stelle nach ihrem gutdünken aus und meinen sie einfach übergehen zu können wie bspw. steinigung bei ehescheidung. aber hier würden sie wohl auch auf erbitterten widerstand ihrer verblendeten anhänger und vor allem anhängerinnen.

    das thema gab’s vor monaten schon im pfarrerblatt (das lese ich manchmal auf dem lokus *rotwerd*) und ich war baff ob der fäkalsprache so mancher theologen.

    zudem steht in diesem pfarrdienstgesetz nur als fußnote, dass es auch anwendung auf lebenspartnerschaften finden kann. prinzipiell kann jede landeskirche selber entscheiden ob (zb hessen oder die pfälzische) oder ob nicht (zb baden oder württemberg).

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