Das Buch Nephi und das US-Präsidentenamt


Wer den Wahlkampf um das US-Präsidententamt verstehen möchte, muss sich auf eine neue religiöse Textgrundlage einlassen. Sie ist in Europa weithin unbekannt, findet sich dafür zuweilen in amerikanischen Hotelzimmern neben der Bibel.

Von Lorenz JägerFAZ.NET

Im Schränkchen des Marriott-Hotels von Stamford, Connecticut, liegt neben der Bibel das „Buch Mormon. Ein weiterer Zeuge für Jesus Christus“. Eine so gute Gelegenheit, sich mit der drittstärksten Glaubensgemeinschaft der Vereinigten Staaten und einem der merkwürdigsten Zeugnisse religiöser Einbildungskraft zu beschäftigen, kommt nicht wieder. Die Familie Marriott gehört den „Heiligen der letzten Tage“ an. Dass Amerika Gottes auserwähltes Land sei, ist in den Vereinigten Staaten keine exzentrische Meinung; auf die eine oder andere Weise hängt man an der Idee von „God’s own country“.

Aber über die Konkretion, die der Gedanke bei den Mormonen findet, staunt der Europäer doch. Die Geschichte also beginnt um 600 vor Christus. Der hebräische Prophet Nephi wird verfolgt. Inmitten der Nachstellungen und Verderbnisse wird Nephi eine Vision zuteil: Gott gebietet ihm, ein Schiff zu bauen. Die Getreuen folgen ihm bei der Fahrt ins verheißene Land. Der Leser ahnt, wo es liegt; die beigegebene Illustration zeigt eine Art Pilgerväter-Mayflower mit Passagieren, die aussehen wie die Leute in „Ben Hur“.

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1 Comment

  1. Hmm. Heissen die nicht „Moronen“? Oder verwechsle ich das mit den neu entdeckten Teilchen in der Verwaltungsphysik? Oh, da steht ja noch was andreas: „Moronen: Teilchen, die sich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen, sofern sie nicht beobachtet werden.“

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