Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Das Katholiban-Abenteuer geht weiter …
[…]“Deutschland pro Papa“ ruft zur Beuevangelisierungsaktion „Benedetto 16“ auf. Diese startet am 8. Oktober in Berlin, Sprecher sind Peter Seewald, Matthias Matussek, Michael Hesemann und Bernhard Meuser Papst Benedikt XVI. hat auf seiner Deutschlandreise eine von Glaubenskraft beseelte Kirche eingefordert. „Deutschland pro Papa“ (DpP) möchte jetzt einen Beitrag zur Umsetzung des Papstwunsches durchführen. Daher lädt die Initiative am 8. Oktober nach Berlin zu einer Veranstaltung im Rahmen der Neuevangelisierungskampagne „Benedetto 16“ ein. Dazu werden die drei bekannten katholischen Bestsellerautoren Matthias Matussek (Das katholische Abenteuer), Michael Hesemann (Herausgeber des neuen Buches von Georg Ratzinger „Mein Bruder der Papst“) und Peter Seewald (Licht der Welt) erwartet, diese werden sowohl über Ihre persönlichen Glaubenserlebnisse als auch über ihre Begegnungen mit Papst Benedikt XVI berichten. Erstmalig wird an diesem Tag der Geschäftsführer des St. Ulrich-Verlag aus Augsburg, Bernhard Meuser, das Missionsprojekt „YOUCAT“ (benannt nach dem gleichnamigen Jugendkatechismus der Katholischen Kirche) vorstellen[…]

Kopfing ohne Ende …
[…]Im einzelnen wird „die Einsetzung eines Mediationsverfahrens“ gefordert, das – nach Meinung der Dekanatsleitung – in der Diözese für Konflikte in Pfarren „eigentlich üblich“ sei. Darüber hinaus soll „die Bestellung eines erfahrenen pastoralen Begleiters für Pfarradministrator Skoblicki“ erfolgen, der diesem „in Fragen der Pfarrleitung beratend zur Seite steht“. Schließlich wird die Wiederaufnahme des Dialogs des Bischofs mit jenen gefordert, die gegen die jüngste bischöfliche Entscheidung sind, wonach Skoblicki weiter Pfarradministrator von Kopfing bleibt. Zur Vorgeschichte: Bischof Ludwig Schwarz hatte am Mittwoch überraschend mitgeteilt, dass Skoblicki weiter im Amt bleibt, und er damit seine Entscheidung vom 16. September revidiert. Als Grund dafür nannte der Bischof, dass es „zu sehr unterschiedlichen Reaktionen in der Pfarrbevölkerung“ gekommen sei. Schwarz wörtlich: „Der wichtigste Umstand für meine Entscheidung, nämlich die große Sorge um die Zukunft der Pfarrgemeinde Kopfing und die Gefährdung der Einheit, konnte von vielen Gläubigen nicht nachvollzogen werden.“ Außerdem habe der vorgesehene Kandidat für die Nachfolge Skoblickis „seine ursprüngliche Bereitschaft, sich versöhnend auf den pfarrlichen Konflikt einzulassen, kurzfristig zurückgenommen, wodurch eine neue Situation eingetreten ist“.[…]

Katholiban Tebartz-van Elst: Kirche lebt nicht nur aus der Heiligen Schrift, sondern auch aus der Tradition
[…]Bischof Tebartz-van Elst verwies auf die Spannung zwischen dem Anspruch der Barmherzigkeit und der „Verbindlichkeit von Geboten“, die Gottes Bund mit den Menschen zum Ausdruck bringen. Jesus sei barmherzig zu einer Ehebrecherin gewesen und habe sie vor dem Zorn der Menschen geschützt, dennoch habe er nichts am Verständnis der Ehe verändert. Menschen, die in ihrer Ehe gescheitert seien, „gehören dazu, bedürfen unserer pastoralen Sorge in dem Sinne, dass wir sie begleiten auch in den Brüchen ihres Lebens“. Es sei eine Aufgabe der Gemeinde vor Ort, auf den Empfang der Eucharistie vorzubereiten und zu vermitteln, was die Eucharistie ausdrücke und welche Voraussetzungen an den Empfang geknüpft seien. Tebartz-van Elst warb für eine glaubwürdige Praxis: „Wer die Kirche öffentlich vertritt, muss durch seine Lebensordnung Zeugnis geben“. Elisabeth Bentrup zeigte sich besorgt, dass lehramtliche Positionen von vielen nicht mehr verstanden würden. Sie würden in die Bibel schauen und viele Aussagen der Kirche nicht wieder finden. Diese Anregung nahm der Bischof auf und erinnerte daran, dass die Kirche aus zwei Quellen lebe: aus der Heiligen Schrift und aus der Tradition. Darin unterscheide sie sich etwa vom evangelischen Kirchenverständnis. „Dass manches nicht sofort verstanden wird, heißt nicht, dass es nicht zutreffend ist“, gab Tebartz-van Elst zu bedenken.[…]

Der absolute Hohn!
[…]Hunderte Diakoniemitarbeiter in Niedersachsen sind in einen mehrstündigen Warnstreik getreten. Etwa 400 Beschäftigte der Diakonischen Dienste Hannover und des Stephanstifts folgten am 28. September einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und des Marburger Bundes. In Oldenburg traten am folgenden Tag rund 300 Angestellte des Evangelischen Krankenhauses zeitweise in den Ausstand. Sie wollen Tarifverhandlungen in der niedersächsischen Diakonie durchsetzen; im April waren die Entgeltverhandlungen für die rund 40.000 Beschäftigten gescheitert. Die Arbeitnehmer hatten fünf Prozent mehr Lohn bzw. Gehalt gefordert; die Arbeitgeber boten zwei Prozent. Streiks sind in Kirche und Diakonie nicht erlaubt. Dort gilt der sogenannte „Dritte Weg“: Arbeitsrechtliche Kommissionen, die paritätisch mit „Dienstgebern“ und „Dienstnehmern“ besetzt sind, regeln Arbeitszeiten und Löhne. Bei Streit wird ein Schlichter eingesetzt, dessen Spruch verbindlich ist. Gewerkschaften wollen diese Regelung abschaffen. Im nicht-kirchlichen Bereich wird schlechter gezahlt Der Direktor des Diakonischen Werks der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel (Hannover), wies die ver.di-Forderungen zurück. Die Gewerkschaft sei damit gescheitert, in ihrem eigenen Bereich einen einheitlichen Tarifvertrag „Sozialwirtschaft“ zuwege zu bringen. Der Arbeitsfrieden in der Diakonie sei robust genug, um das verfassungswidrige Verlangen der Gewerkschaft abzuschmettern. Zu den Tarifforderungen sagte Künkel: „Wir zahlen im Vergleich mit die höchsten Löhne und sorgen für eine ordentliche Absicherung im Alter. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zufrieden und halten uns ganz lange die Treue.“ Künkel würde es begrüßen, wenn es ver.di gelänge, die Löhne in den nicht-kirchlichen Bereichen an das Niveau der Diakonie heranzuführen: „Je geringer die Lohnunterschiede sind, desto geringer ist der Wettbewerbsdruck.“ Die Diakonie helfe ver.di gerne dabei, in deren Einrichtungen Diakoniekonditionen zu erreichen, aber sie lasse nicht den „eigenen guten Weg kaputt machen“.[…]

Die Amis und ihre Mega-Churches
[…]Christliche Großgemeinden in den USA vermehren sich zunehmend durch Ableger. Die 100 größten Gemeinden sind an insgesamt 328 Standorten vertreten. Das geht aus dem Bericht über „Amerikas größte und am schnellsten wachsende Kirchen“ hervor, den das Magazin „Outreach“ (Vista/Bundesstaat Kalifornien) veröffentlicht hat. Mit der Untersuchung beauftragt war das Forschungsinstitut LifeWay (Nashville/Tennessee), das über 25.000, meist evangelikal geprägte Gemeinden befragte. 75 der 100 größten Gemeinden haben „Ableger“; die meisten sind an mehr als drei Standorten vertreten. An der Spitze steht die Community Christian Church in Naperville (Bundesstaat Illinois) mit 14 Predigtstätten, gefolgt von der Seacoast Church in Mount Pleasant (Süd Carolina) mit 12. Die Mars Hill Church in Seattle (Washington) und die Saddleback Church in Lake Forest (Kalifornien) unterhalten jeweils 9 Standorte. „Die Leute stimmen mit den Füßen ab“ Die größte „Mega-Gemeinde“ in den Vereinigten Staaten ist die Lakewood Church in Houston (Texas) mit durchschnittlich 43.500 Besuchern am Wochenende. An zweiter und dritter Stelle stehen die North Point Community Church in Alpharetta (Georgia) mit 27.400 und die Willow Creek Community Church in South Barrington (Illinois) mit 24.400 Besuchern. Letztere ist auch in Deutschland bekannt; ihr ganzheitlicher Ansatz, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, ist vielerorts zum Vorbild geworden. Insgesamt haben die 100 größten US-Gemeinden mehr als eine Million Besucher. Laut LifeWay-Präsident Ed Stetzer bleibt der Trend zu Großgemeinden mit mehr als 1.000 Besuchern ungebrochen, obwohl sie auch in den USA nicht unumstritten sind. „Die Leute stimmen mit den Füßen ab“, so Stetzer[…]

„Einladung zum Paradies“ plant Seminar in Hessen
[…]Nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ bereitet „Einladung zum Paradies“ ein Drei-Tages-Seminar in Hessen vor. In einer abgelegenen Jugendherberge in der Rhön sollen im Oktober „ausgewiesene Größen der Salafisten-Szene in Europa“ sprechen. Die Muslime werben dafür anscheinend derzeit in Bosnien. Nach dem Freitagsgebet vergangener Woche sollen bärtige Männer vor Moscheen in mehreren bosnischen Städten vor allem an Jugendliche Einladungen für die Veranstaltung in der Nähe von Fulda verteilt haben. Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) will unterdessen prüfen, ob der Vertrag mit den Islamisten noch gekündigt werden kann. Der hessische Verfasungsschutz sowie das Landeskriminalamt haben laut „Stuttgarter Nachrichten“ Kontakt zu dem Jugendhotel aufgenommen. Gebucht habe der als radikal geltende deutsche Prediger Mohammed Seyfundin Ciftci die Jugendherberge. Erst im Juni hatte „Einladung zum Paradies“ in Mönchengladbach bekannt gegeben, dass sich der Verein auflösen wolle. Der Vorsitzende Sven Lau hatte erklärt, die Salafisten fühlten sich von den Bürgern vertrieben. Immer wieder hatte es Proteste gegen die muslimische Vereinigung gegeben. Im August bestätigte das Landgericht in Mönchengladbach die Auflösung des Vereins. Im Interview mit dem „Christlichen Mediemagazin pro“, hatte Friedmann Eißler, Experte für Islamfragen der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, jüngst bereits gewarnt: „Die Vereinsauflösung ist kein Rückzug sondern ein Weitermachen in anderer Form.“ Die Situation werde schlicht unübersichtlicher. „Einladung zum Paradies“ habe seine Anhänger von vornherein dazu aufgerufen, sich in Hauskreisen zu organisieren und ohne die Vereinsform weiterzumachen.[…]

Umfrage: Mehrheit der Israelis will Trennung von Staat und Religion
[…]Rund 56 Prozent der Israelis wünschen sich eine Trennung von Staat und Religion. Das geht aus einer Umfrage der israelischen Organisation „Hiddusch“ hervor, die sich für religiöse Freiheit und Gleichheit einsetzt. Demnach waren 44 Prozent der Befragten gegen eine solche Trennung. Eine Analyse habe gezeigt, dass 85 Prozent der ultra-orthodoxen Juden, 87 Prozent der religiösen Juden und 54 Prozent der traditionellen Juden eine Trennung von Staat und Religion ablehnten. Bei den säkularen Juden waren hingegen 80 Prozent dafür, heißt es in einem Bericht der Tageszeitung „Jediot Aharonot“. Ein weiteres Thema der Umfrage war die Befreiung der ultra-orthodoxen Juden vom Dienst in der Armee. Etwa 40 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Wehrpflicht aus, die für alle gilt. 37 Prozent waren der Ansicht, die Haredim sollten als Wehrdienstersatz zumindest eine Art Zivildienst leisten und 10 Prozent forderten, der Staat müsse eine Ausnahmequote festlegen, die restlichen Haredim müssten den Armeedienst antreten. 13 Prozent waren dafür, den Status quo beizubehalten. Eine Mehrheit der Israelis, 62 Prozent, befürwortete zudem eine staatliche Regelung für Hochzeiten – sowohl für religiöse als auch für zivile Eheschließungen. 38 Prozent waren dagegen. Ebenfalls eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer unterstützte den Betrieb öffentlicher Verkehrsmittel am Schabbat. 63 Prozent der Befragten waren dafür, dass mehr Buslinien an dem jüdischen Feiertag operierten als bisher. 27 Prozent der Israelis waren gegen eine Veränderung des gegenwärtigen Zustandes und 10 Prozent wollten eine Streichung aller am Schabbat operierenden Buslinien.[…]

Das tapfere Schneiderlein …
[…]Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat für das Reformationsjubiläum 2017 eine gegenseitige «Bitte um Vergebung» der Kirchen vorgeschlagen. Mit einem ehrlichen Blick auf die Geschichte könnten beide Seiten schauen, «wo wir aneinander schuldig wurden», sagte Schneider am Donnerstag der Deutschen Welle in Bonn. So könne man frei miteinander feiern. Dieses Angebot habe die EKD in Erfurt bei der Begegnung mit Papst Benedikt XVI. unterbreitet. Das Jubiläum dürfe keine «verkniffene Geschichte» werden. Beim Ökumene-Treffen mit Benedikt am 23. September in Erfurt hatte die EKD die katholische Seite zur gemeinsamen Feier des Reformationsjubiläums 2017 eingeladen und dazu aufgerufen, aus diesem Anlass Wege der Aussöhnung zu gehen. In sechs Jahren will die EKD an den 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers (1483-1546) an die Schlosskirche in Wittenberg erinnern. Das Ereignis markiert den Beginn der Reformation. Schneider äußerte Verständnis für Enttäuschung, die nach dem Treffen mit dem katholischen Kirchenoberhaupt laut wurde. Wer nur den ökumenischen Gottesdienst erlebt habe, «der war sicher enttäuscht». Im Gottesdienst habe der Papst Luther nicht mit einem Wort erwähnt und sich «eher distanzierend bis abwehrend geäußert». Dagegen habe der Papst bei dem nichtöffentlichen Treffen mit der EKD vor dem Gottesdienst in seiner Würdigung Luthers «durchaus positive Signale» gesetzt, betonte Schneider, der auch Präses der Evangelische Kirche im Rheinland ist. Innerhalb der nächsten Wochen solle es Klarheit darüber geben, ob aus der Erfurter Begegnung «etwas Weiteres erwachsen kann», fügte Schneider hinzu. Zugleich wandte er sich dagegen, dass der Vatikan weitere Gespräche lediglich mit dem Lutherischen Weltbund führe. Die 1999 unterzeichnete Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, über die Protestanten und Katholiken jahrhundertelang gestritten hatten, hatte der Vatikan mit dem Weltbund der lutherischen Kirchen sowie dem Weltrat Methodistischer Kirchen ausgehandelt. Es sei wichtig, «die Gesprächsfäden zu sortieren», empfahl Schneider. Er würde sich für die Zukunft ein stärker geordnetes Verfahren der Beteiligung der EKD wünschen. Falls es dabei bleibe, dass sie nur mit einem Gesprächspartner beteiligt sei, «dann brauchen wir eine Form der Mandatierung».[…]