Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Kardinal Koch: Kirchensteuer ade
[…]Natürlich hat der Papst hierbei keine Beispiele genannt, sondern sehr grundsätzlich gesprochen. Doch es besteht kein Zweifel, dass er sich zum Beispiel in der Ansprache an das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ ganz konkret äußerte und die Kirche in Deutschland meinte, als er die Frage stellte: Stehen der Geist, der Glaube, gleichsam auf derselben Höhe wie die Organisationen und Institutionen? Daher glaube ich, dass kein Bereich von diesem Nachdenken prinzipiell ausgeschossen werden kann. Dass gerade die Frage der Kirchensteuer immer wieder zum Thema wird, zeigt, dass hier ein besonderer Brennpunkt vorhanden ist. Die unlösbare Verkoppelung von Kirchenzugehörigkeit und Kirchensteuerpflicht scheint mir in der Tat ein Problem zu sein, das ernsthaft angegangen werden muss … […]

Unerträgliche Bigotterie, Kauder und Beck
[…]Andere Glaubenspositionen anzuerkennen bedeute nicht, die eigene dabei zu verleugnen, um nicht anzuecken. Muslime könnten Christen nicht ernst nehmen, wenn diese nicht auch zu ihrem Glauben stehen. „Mutig voran und den Glauben bekennen“, so die Aufforderung Kauders an die jungen Christen. Er selbst sei sehr froh, im Christentum den persönlichen „Du-Gott“ gefunden zu haben, zu dem man beten und mit dem man auch streiten könne. „Das ist einzigartig gegenüber anderen Religionen. Deshalb glauben Christen und Muslime auch nicht an denselben Gott.“ Ihm selbst gebe der Glaube viel Kraft und Gelassenheit, sagte Kauder. Die CDU stehe laut Kauder auch für Veränderung und die Freude am Neuen. „Gott hat uns den Verstand gegeben, damit wir was bewegen und voran kommen“. Das könne nicht geschehen, wenn man einen „Es reicht aus“-Maßstab an seine Entscheidungen anlege … Über seinen persönlichen Glauben sagte Beck, dass die Bibel ihn schon immer fasziniert habe. „Für mich als Christen ist sie wichtig zur Orientierung“, erklärte er. „Jeder Mensch, sogar ein Mörder, verdient in seinem Menschsein Respekt – weil er ein Ebenbild Gottes ist.“ An den „Tagen der Begegnung“ nahmen 170 junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren teil. Es war die bereits 20. Veranstaltung der Reihe. Eingeladen hatten unter anderem Hermann Gröhe (CDU), Dietmar Nietan (SPD), Otto Fricke (FDP) und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/Die Grünen). Die Vorträge und Workshops fanden im Jugendgästehaus der Berliner Stadtmission und in den Fraktionssälen im Reichstag statt. Die „Tage der Begegnung“ werden unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung, Deichmann SE und dem Christlichen Medienverbund KEP gefördert.[…]

Spekulationen über neue Enzyklika zum Glaube
[…]Benedikt XVI. hatte den ersten Teil seines Sommeraufenthalts in Castel Gandolfo zur Erholung genutzt. Zugleich hat er die Arbeiten am dritten Teil seines Jesus-Buchs – über die Kindheitsgeschichte Jesu – fortgesetzt. Rätselraten gibt es, ob er in dieser Zeit auch an einer neuen Enzyklika gearbeitet hat. Es heißt, der Papst plane ein größeres Lehrschreiben zum Thema „Glaube“, nachdem er bereits Texte über die beiden anderen Kardinaltugenden – Hoffnung und Liebe – vorgelegt hat. Diese Enzyklika – es wäre nach dem Sozial-Schreiben seine vierte – könnte mit Blick auf das Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils 2012 erscheinen[…]

Die Bezeichnung „katholisch“ darf nur für reaktionäre Fundis gelten
[…]Das „Forum Deutscher Katholiken“ hat scharfe Kritik an einer Unterschriftenaktionaktion der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) für die Zulassung geschiedener Wiederverheirater zur Kommunion geübt. „Damit soll plebiszitär festgestellt werden, was in der Kirche zu gelten hat. Die Initiative der kfd stellt eine Aufforderung zum Offenen Ungehorsam dar“, betont das Forum. Damit werde die Wahrheit Christi ausgeblendet, da die Kirche in dieser Frage keine eigene Lehre, sondern eine geoffenbarte Wahrheit, über die sie nicht verfügen könne, verkünde. Das Forum ruft in der Erklärung abschließend auch die Bischöfe auf, der „Verwirrung über die Gültigkeit des Ehesakramentes entgegen zu treten“ und zu prüfen, ob die kfd weiterhin die Bezeichnung „katholisch“ führen könne.[…]

Oh Himmel, was für ein Fundi-Denunzianten-Pack …
[…]Ein Gastkommentar von P. Engelbert Recktenwald zur Nichtdistanzierung vom Erzbistum Freiburg vom Vorprogramm bei der Jugendvigil beim Papstbesuch in Freiburg: Das katholische Nachrichtenportal kath.net, das meinen Artikel zur skandalösen Umfrage während des Vorprogramms zur päpstlichen Vigilfeier am 24. September in Freiburg übernahm, hat wegen des Vorfalls beim erzbischöflichen Ordinariat Freiburg nachgefragt und eine aufschlußreiche Antwort erhalten. Die Antwort der Stabsstelle Kommunikation enthält keine Verurteilung, keine Distanzierung, ja nicht einmal ein Bedauern über jene Umfrage, die von Prof. Dr. Wolfgang Ockenfels – vielleicht etwas überspitzt – das “Paradebeispiel einer massenpsychologischen Manipulation” genannt wird. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich die Internet-Plattform der Abteilung Jugendpastoral im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg anschaut. Dort wird das Rahmenprogramm als absolut erlebenswert gepriesen und mit folgenden Worten geschildert: “Aber auch das Rahmenprogramm der Vigil war absolut erlebenswert. Anneta Politi und Volker Janitz führten durch den Nachmittag, interviewten Jugendliche, die sich in unterschiedlichen Bereichen der Jugendarbeit engagieren und stellten auch heikle Fragen. So wurden die roten und grünen Klatschstangen, die für eine Rhytmus-Performance an alle Besucherinnen und Besucher verteilt wurden, auch für Meinungsbildungen über Glaubens- und Lebensthemen verwendet. Bei dem Statement „Ich bete“ gab es noch riesige Zustimmung, schwieriger wurde es bei heiklen Fragen wie „Gelebte Homosexualität ist Sünde“ (große Ablehnung) oder „Frauen sollten zu Priestern geweiht werden können“ (große Zustimmung).” So spricht keiner, dem die skandalöse Umfrage ein Dorn im Auge ist. Verräterisch ist auch, dass von den vielen Fragen, die gestellt wurden, genau jene zwei herausgegriffen werden, die ein “Rot” für Papst Benedikt bedeuten. Der Text stammt von Dominik Schäfer, Mitarbeiter der BDKJ-Diözesanstelle in der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung Jugendpastoral. Hinzu kommt die Tatsache, dass die KjG (Katholische junge Gemeinde), eine der bedeutendsten Mitgliedsverbände im BDKJ (Bund Deutscher Katholischer Jugend), eine öffentliche Aktion zum Thema “Mehr Demokratie in der Kirche” durchführte. Diese Aktion bestand in Abstimmungen, die am Tag der Jugendvigil unter den Besuchern der päpstlichen Großveranstaltungen durchgeführt wurden, z.B. zu der Frage: “Soll es zukünftig Priesterinnen geben?” Die KjG spricht ausdrücklich von “Abstimmungen” und führt damit die Antwort aus Freiburg, es habe sich nicht um Abstimmungen, sondern um ein Meinungsbild gehandelt, ad absurdum. In einem Schreiben, mit dem die Presse im Vorfeld informiert wurde, heißt es: “Vielleicht haben Sie ja Interesse auch kirchlichen Jugendgruppen zu interviewen/zu zeigen, die nicht der großen Euphorie der Masse folgen, sondern denen es wichtig ist, ihr (sic!) Mund aufzumachen und für die eigene Überzeugung einzustehen.” Gezeichnet ist das Schreiben vom Diözesanleiter der Freiburgischen KjG Andreas Blum. Nach der Aktion brüstete sich die KjG auf ihrer Website, den eigenen Standpunkt “in der Jugendvigil bis neben den leibhaftigen Papst aufs Podest getragen” zu haben, nämlich durch das Shirt “demokratisch.amen”. Auf diesem Hintergrund müssen wir aus der Antwort des erzbischöflichen Ordinariats Freiburg folgern, dass dort die ganze Aktion durchaus positiv gewertet wird. Nach all den Erfahrungen, die in den letzten Jahrzehnten mit kirchlicher Jugendarbeit gemacht wurden, ist dies nicht weiter verwunderlich. Man kann ja schon froh sein, wenn jene Jugendgruppen, die wie etwa die KPE auf dem Boden der katholischen Morallehre stehen, in den Diözesen nicht diskriminiert werden. Dass aber jene Kreise, die diesen Boden verlassen haben, schon so fest im Sattel sitzen, dass sie sich bei einem Papstbesuch einen solchen Affront leisten und sich auf einer diözesanen Website öffentlich dazu bekennen können, ohne ein Einschreiten der zuständigen Hirten befürchten zu müssen, zeigt, wie weit die Unterwanderung der Kirche schon fortgeschritten ist.[…]

Das Kopfinger Dilemma geht in die nächste Runde
[…]Die unglaublichen Spaltungsversuche in der Pfarre Kopfing durch einige wenige Pfarrmitglieder, die in den vergangenen Jahren nicht einmal die Gottesdienste der Pfarre besucht haben, gehen weiter. Offensichtlich mit Hilfe eines Priesters aus der Nachbarpfarre wurde am Sonntag im Rahmen eines Erntedankfestes eine neue Provokation gegen die Pfarre und Pfr. Andreas Skoblicki durchgeführt. Vor der Hl. Messe fand eine Prozession zur Kirche statt. Wie ein KATH.NET-Mitarbeiter, der am Sonntag vor Ort war, berichtet, haben sich dann kurz vor der Kirche Johann Weibold und einige Dutzend seiner Anhänger von der Prozession zur Kirche abgespalten und später im Kulturpark von Kopfing eine Gegenveranstaltung abgehalten. Laut Beobachter vor Ort nahmen daran 50 bis 100 Menschen teil. Besonders brisant: Die dortige Messe mit den Provokateuren leitete der pensionierte Pfarrer Otto Soukup[…]

Weiter: Kopfing: Streit um Pfarrer eskaliert
[…]Da geht’s lang“, drängte ein schwarzgekleideter Mann die Träger der Erntekrone beim Festzug in Richtung Kirche. Damit war am Sonntag die erste Entscheidung im Duell zwischen christlichen Fundamentalisten und Reformern in der Sauwaldgemeinde Kopfing gefallen. Die reformorientierte Aktionsgruppe, bestehend aus Gegnern des erzkonservativen Pfarrers Andrzej Skoblicki, organisierte eine Protestaktion in Form eines alternativen Gottesdienstes im Garten des Kulturhauses … Auf welcher Straßenseite man sich am Sonntagvormittag in Kopfing aufhielt, bedeutete, Farbe für das eine oder andere Lager zu bekennen. Nördlich der Hauptstraße wohnten 400 Gläubige Skoblickis Predigt bei, südlich davon lauschten 220 den Worten des pensionierten Pfarrers Otto Soukup, der klarstellt: „Ich bin nicht gekommen, um zu triumphieren.“ Zum Grund seines Gastauftritts erklärte er: „Wenn in einem Ort ein zürnender, strafender Gott verkündet wird, fühle ich mich verpflichtet, zu verkünden, dass es den nicht gibt.“ … Nicht ganz so friedlich ging es vor dem Fest zu. Mehrmals konnten Handgemenge zwischen Gegnern und Befürwortern nur knapp verhindert werden. Besonders aggressiv seien die Anhänger Skoblickis gewesen, erzählt der Pfarrgemeinderat von Esternberg, Johann Kothbauer: „Die Polarisierung ist extrem. Das ist längst keine Glaubensfrage mehr, sondern eine politische Sache.“ Wie gespalten die Menschen in Kopfing sind, war auch nach den beiden Messen spür- und sichtbar. Die Konservativen hielten an ihrem Pfarrer fest, bekannten sich als gläubige Christen und empörten sich über die Aktionsgruppe, die als „Unruhestifter“ und „Spalter“ verunglimpft wurden … Herbert Grömer, Mitglied der Aktionsgruppe, hat sich zum Kirchenaustritt entschlossen: „Den Glauben an Gott bewahre ich mir – den Glauben an seine irdischen Vertreter habe ich verloren.“[…]

Promis treffen Bibelhelden, gähn …
[…]“Bäckerträume“ heißt die erste Folge der Sendereihe der „Evangelischen Kirche im Deutschlandfunk“ „Mörder, Bäcker und Prophetinnen – Prominente treffen Helden der Bibel“. Der Kabarettist, Autor, Schauspieler und Filmemacher Erwin Grosche setzt sich am Sonntag mit dem Bäcker aus der biblischen Josephsgeschichte auseinander. Gereizt habe ihn das Thema, weil sein eigener Vater Bäcker war, heißt es in einer Ankündigung. So fragt er zwischen 8.35 und 8.50 Uhr: Wieso ist der Bäcker in dieser Geschichte nur eine Randfigur? Welche Rolle spielten die Bäcker damals und was hat sein Auftreten in der Bibel zu bedeuten? Die Senderbeauftragte Pfarrerin Petra Schulze bat für die Reihe vierzehn Prominente, sich mit einer Figur der Bibel auseinanderzusetzen und aus dieser Begegnung einen Beitrag entstehen zu lassen. Mit dabei sind unter anderem Margot Käßmann, Günther Beckstein, Katrin Göring-Eckardt, Eckart von Hirschhausen oder Dietrich Grönemeyer. „Prominente von heute treffen auf Menschen biblischer Zeit. Daraus entsteht Neues: Zeugnisse, die nachdenklich, dramatisch, verstörend, witzig, aufbauend und tröstend sind“, teilte Petra Schulze mit. Die Prominenten träfen ihrerseits nicht nur auf biblische Prominenz, sondern auch auf eher unbekannte Figuren der Bibel, wie eben den Bäcker aus der Josephsgeschichte. Gesendet werden die 15-Minuten-Sendungen ab Sonntag alle zwei Wochen im Deutschlandfunk. Mitte November erscheint zudem unter dem Titel der Sendereihe ein Buch in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig.[…]