Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

„Warnung vor Gleichmacherei der Religionen“, unerträgliche Arroganz der Katholiban
[…]Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des päpstlichen Rates zur Neuevangelisierung, hat die europäischen Bischöfe zu einer tiefgreifenden Glaubenserneuerung aufgerufen. Eine solche Mission dürfe sich nicht auf die Wiederbelebung einer religiösen Praxis beschränken; nötig sei eine „Analyse der Krankheit, um eine wirksame Therapie leisten zu können“, so Fisichella. Der Kurienerzbischof wandte sich gegen Tendenzen, ein vom Christentum unabhängiges Europa zu errichten. „Das Christentum ist eine notwendige Voraussetzung, um die Geschichte und die Gegenwart unserer Länder schlüssig zu verstehen“, so Fisichella. Er warnte vor dem „Treibsand der Gleichmacherei“, die vor Unterscheidungen zwischen den Glaubensrichtungen und vor einer Anerkennung der eigenen kulturellen Ursprünge abhielten. Mit religiöser Gleichgültigkeit lasse sich weder eine Antwort auf den Sinn des Lebens finden noch Einheit zwischen den Staaten herstellen. Wichtig sei, den Menschen eine christliche Identität und ein Gefühl der Zugehörigkeit zur Kirche wiederzugeben. Für ein Modell zur Neuevangelisierung verwies der Vatikanvertreter auf erfolgreiche Stadtmissions-Projekte in zwölf europäischen Metropolen, darunter Wien. Als mögliche Angelpunkte einer neuen Missionsbewegung nannte Fisichella die Bibel, Unterweisungen von Bischöfen an Taufbewerber, Familien und junge Menschen, ferner das Bußsakrament, die Lektüre der „Bekenntnisse“ des Kirchenvaters Augustinus und karitative Dienste.[…]

Von wegen Bildung, keine Macht den Indoktrinations-Aktivitäten Irrgläubiger
[…]“Die Bildung des Menschen gehört zu den zentralen Aufgaben der Kirche“: Diese Überzeugung prägte die „Europa-Akademie“, die kürzlich von der internationalen Vereinigung Katholischer Männer „Unum omnes“ im sächsischen Schmochtitz veranstaltet wurde. Das Thema: „Bildung und Demokratie in Europa: Was kirchliche Bildungsarbeit dazu beitragen kann“. Unter den Teilnehmenden waren neben Vertretern katholischer Männerorganisationen aus dem Gastgeberland Deutschland auch solche aus Frankreich, Irland, aus vielen ehemals kommunistischen Staaten und aus Österreich. Bildung sei als ein lebenslanger Prozess „mehr als Anhäufung von Wissen“, heißt es in den zusammenfassenden „Schmochtitzer Thesen“. Es gehe ebenso um Persönlichkeitsbildung, Urteilsfähigkeit sowie um gesellschaftliche Partizipation und Engagement für das Gemeinwohl. Für Christen essenziell sei „Offenheit für letzte Fragen“. Menschen nach diesen Idealen von Humanität zu bilden „entspringt dem Geist des Evangeliums. Unser Auftrag ist es, dies in unseren Bildungsangeboten sichtbar und erfahrbar zu machen“, heißt es weiter in den Abschlussthesen. Hauptzielgruppe seien Jungen und Männer. „Dies ist umso notwendiger, weil in unseren Ländern Bildung und Erziehung in den ersten Lebensjahren weithin durch Frauen übernommen werden.“ Die Katholische Männerbewegung Österreich (KMBÖ) bekannte sich in einer Aussendung nach der Europa-Akademie ausdrücklich zu diesen Grundsätzen. Tagungsteilnehmer und früherer KMBÖ-Vorsitzender Raimund Löffelmann nahm – wie er gegenüber „Kathpress“ betonte – wertvolle Anregungen durch Vorträge über kommunale Bildungsinitiativen, über den Bildungsauftrag katholischer Verlage am Beispiel des St. Benno-Verlages und über den Beitrag kirchlicher Erwachsenenbildung zu Dialog- und Demokratiefähigkeit in Europa mit.[…]

Gottesstaat Ungarn und die geldgeile Katholiban
[…]Die ungarische Regierung hat sich zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit den Kirchen in kulturellen, gesellschaftlichen und gemeinschaftsfördernden Anliegen bekannt. Wie der für Kirchen, Nationalitätenfragen und Kontakte zur Zivilgesellschaft zuständige Staatssekretär der Regierungskoalition von Fidesz-Partei und christlich-demokratischer Volkspartei KDNP, Laszlo Szaszfalvi, bei einer Pressekonferenz in Szombathely betonte, sollten „neue Wege“ eingeschlagen werden. Es solle nicht mehr nur um eine anteilsmäßige Basisfinanzierung der kirchlichen Institutionen gehen, sondern auch um die Mitfinanzierung von spezifischen kulturellen, gesellschaftlichen und gemeinschaftsfördernden Programmen, so Szaszfalvi. Ungarns Kirchen erhalten eine staatliche Grundfinanzierung, die sukzessive angehoben wurde. Dem christdemokratischen Politiker zufolge stünden heuer dafür 1,8 Milliarden Forint (6,2 Millionen Euro) zur Verfügung … Die Ungarische Bischofskonferenz begrüßte am Montag die Ankündigung des Staatssekretärs. So zeigten sich die Bischöfe zuversichtlich, dass die im Verhältnis zum Gesamtbudget „doch sehr bescheidene finanzielle Unterstützung“ auch in der Zukunft gesichert bleiben werde. Wörtlich heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz: „In Ungarn wurden in Folge der bekannten historischen Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg auch der katholischen Kirche, ähnlich wie den anderen Religionsgemeinschaften, alle Einkommensquellen weggenommen. Da sie nicht zurückerstattet wurden, kann die Kirche nach der politischen Wende ihren Aufgaben – wie Unterricht, Sozialfürsorge und Krankenversorgung – nur dann nachkommen, wenn der Staat diese Tätigkeiten finanziell unterstützt. Die Förderung erfolgte in den letzten 20 Jahren mehr oder weniger kontinuierlich. Die gegenwärtige Regierung hat sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage bemüht, Beträge, die zum Teil ausgefallen waren, zu überweisen. Diese stehen gemäß der international verankerten Vereinbarungen und Gesetze der katholischen Kirche in Ungarn zu.“[…]

Lehmann bettelt darum, endlich in Pension gehen zu dürfen 😀
[…]Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat den Appell des Papstes für eine «Entweltlichung» der katholischen Kirche verteidigt, aber auch zur Behutsamkeit gemahnt. Die Aufforderung von Benedikt XVI. während seiner Deutschlandreise in Freiburg sei auf «blankes Unverständnis» gestoßen, schreibt der Bischof von Mainz in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Dienstag). Allerdings stehe hinter dessen Worten die Überzeugung, dass die Kirche zu weltlichen «verführerischen Mächten» Distanz wahren müsse, ohne sich aus der Verantwortung zu ziehen. «Man kann angesichts mancher Einwände gegen die Rede nur staunen, wie fremd und unbekannt dieses Verständnis der Kirche offenbar vielen geworden ist», so Lehmann. Mit Blick auf die Debatte um die Kirchensteuer erinnerte der Kardinal an die historischen Wurzeln der Abgabe. Sie sei im 19. Jahrhundert nicht von der Kirche, sondern von den Herrschenden eingeführt worden, damit die Kirche den Staat mit karitativer Arbeit unterstützen könne. Zuvor sei sie wegen der Säkularisierung «bettelarm» gewesen. Indes hatte Benedikt XVI. in seiner Freiburger Rede erklärt, die Enteignung von Besitz der Kirche habe zu deren «Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen». Lehmann gab zu bedenken, dass hieraus auch Anweisungen abgeleitet werden könnten «für jene, die die Kirche nicht wohlwollend erneuern, sondern kleinkriegen und in ihren Möglichkeiten grundlegend schwächen wollen». Lehmann betonte, dass der Papst in seiner Rede den karitativen Helfern in der Kirche ausdrücklich gedankt habe. Er kritisierte aber, dass Benedikt XVI. unmittelbar danach erklärte, Agnostiker, die aufrichtig Gott suchten, seien näher an dessen Reich «als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne vom Glauben berührt zu sein». «Der Dank wird durch eine solche Sprache schal. Schade!», so Lehmann.[…]

Volle Zustimmung … weg mit allen Privilegien
[…]Die weltlichen Medien haben das päpstliche Wort verstanden. Sie sahen darin eine Infragestellung der Kirchensteuer und eine deutliche Kritik an den kirchlichen Strukturen und Funktionären in Deutschland. Letztere wollten nicht verstehen und beginnen bereits die päpstlichen Worte schönzureden. Anzeichen für ein wirkliches Umdenken, sind nicht zu erkennen. Kein Wunder. Die Angriffe auf den Papst in den letzten Monaten erfolgten nicht nur von außen sondern auch von innen. Es waren vor allem auch kirchensteuerfinanzierte Institutionen und Personen, die kirchliche Lehren und die Autorität des Papstes infrage stellten. Und es sind die Heerscharen von gutbezahlten Hauptamtlichen, die in den vergangenen Jahrzehnten es nicht nur unterließen, den unverfälschten Glauben an die ihnen Anvertrauten weiterzugeben, sondern oft genug vielen Suchenden Häresien eintrichterten. Wenn der Papst – nach unzähligen unfruchtbaren Appellen an die deutsche Kirche – nun das Nervenzentrum des kirchlichen Apparats, nämlich die Kirchensteuer infrage stellt, so ist dies nicht einfach eine geniale Revanche für den andauernden Ungehorsam, sondern echte pastorale Sorge um die Menschen in seiner Heimat. Eine Sorge, in der ihn die Gläubigen unterstützen sollten. Und noch etwas: Immer mehr praktizierende Katholiken haben Gewissensbisse, mit ihrer Kirchensteuer Einrichtungen und Funktionäre zu finanzieren, die offen gegen die Kirche arbeiten. Und suchende und fragende Menschen – vor allem Jugendliche – nicht für den katholischen Glauben begeistern, sondern sie in eine antikirchliche Haltung steuern. Wie gehen die Bischöfe mit diesen Gläubigen um? Im Vorfeld des Papstbesuchs ist viel von Barmherzigkeit die Rede gewesen. Gilt diese Barmherzigkeit auch für die, die aus Gewissensgründen die Kirchensteuer nicht mehr zahlen wollen, sich aber dennoch zu Glauben und Kirche bekennen und bereit sind, ihre finanziellen Mittel anderweitig zur Verfügung zu stellen? Oder soll dies das nahezu einzige Feld sein, in dem die Bischöfe hart bleiben? Ist die Verweigerung der Kirchensteuer die einzige Handlung, die automatisch zu einer unbarmherzigen Exkommunikation führt? Die nicht auf Verständnis und Dialog hoffen darf? … Wenn aber – um ein Beispiel herauszugreifen – für die vielen katholischen Kindergärten nicht genug Erzieherinnen gefunden werden können, die ihren Glauben tatsächlich leben und an die ihnen Anvertrauten weitergeben? Wenn ein solches Angebot einer wirklich religiösen Erziehung der Kinder von den meisten Eltern gar nicht nachgefragt wird? Wäre es dann nicht vernünftig, die Zahl der Einrichtungen zu reduzieren und in den verbleibenden für eine spirituelle Renaissance zu sorgen? Nicht um sich als eine Art „heiligen Rest“ in ein Schneckenhaus zurückzuziehen, sondern um die Kräfte für eine Neuevangelisierung zu konzentrieren und zu sammeln. Zu einer Lageanalyse von bischöflicher Seite gehört auch das ehrliche Eingeständnis der derzeitigen spirituellen Schwäche in der katholischen Kirche in Deutschland. Und man sollte sich in bischöflichen Amtsstuben wirklich überlegen, ob es tatsächlich die Lösung sein kann, in den weniger werdenden spirituellen Wein immer mehr Wasser zu gießen – nach dem Motto: Hauptsache das Volumen bleibt gleich. Wir werden sehen, was die nächsten Monate in dieser Hinsicht bringen. Es gäbe verschiedene Möglichkeiten, das jetzige Modell zu modifizieren. Weder müsste die Kirche in Deutschland finanziell austrocknen, noch alle ihre Angestellten arbeitslos werden. Aber ein Umdenken tut allemal not. Ein einfaches Weiter-So, wie von vielen Funktionären gewünscht, wird es sicher nicht geben. Für den Anstoß zu diesem Umdenken, sei unserem Papst Benedikt XVI. an dieser Stelle herzlich gedankt![…]