Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

Wir blicken neidisch nach Polen, wer hätte das gedacht …
[…]Am Sonntag sind 30 Millionen Polen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Ministerpräsident Donald Tusk von der liberalkonservativen „Bürgerplattform“ kann mit der Wiederwahl rechnen. Zweite Kraft bleibt wohl die rechtskonservative „Recht und Gerechtigkeit“. Mandatschancen werden aber zunehmend auch der neuen Partei von Janusz Palikot eingeräumt … Antiklerikaler Kurs: Bisher wurde Palikot meist nur milde belächelt, wenn er Demonstrationen vor Bischofssitzen organisierte. Seine Forderungen schienen wenig zu interessieren: keine staatliche Unterstützung der Kirche mehr, Abschaffung des Religionsunterrichts an Schulen und die Rücknahme der Entscheidungen, durch die der Staat früher verstaatlichtes Kircheneigentum entschädigte. Alles in allem eine Kriegserklärung an die polnischen Geistlichen – wie zum Hohn schmückte Palikot das Logo seiner Partei mit zwei aus Engelsdarstellungen abgekupferten Flügelchen. Sogar in die Regierung?: Genau damit scheint er aber bei einem Teil der Polen einen Nerv getroffen zu haben. Jüngste Umfragen geben der Palikot-Bewegung bis zu zehn Prozent der Stimmen. Die RPP könnte als fünfte Kraft ins Parlament einziehen, wenn die bisher vertretenen Parteien wieder über die Fünf-Prozent-Hürde springen. Sollte die Stimmung, die sich in den jüngsten Umfragen ausdrückt, bis Sonntag anhalten, könnte Palikot sogar Regierungsmitglied werden.[…]

Der Anti-Christ Lehmann …
[…]Kardinal Lehmann möchte, dass die deutschen Bischöfe bei ‚Reformthemen‘ wie Diakonat der Frau oder wiederverheiratete Geschiedene Vordenker sind. Mainz (kath.net) Kardinal Karl Lehmann hat im Rahmen der Tagung der Deutschen Bischofskonferenz erneut mit antirömischen Aussagen für mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Im ZDF-Heute-Journal vom Dienstag meinte Lehmann, dass die deutschen Bischöfe bei „Reformthemen“ wie Diakonat der Frau oder wiederverheiratete Geschiedene Vordenker seien. “Da ist Raum genug, um in unserem Land das auch vorzubereiten, zu formulieren, in Rom an die Tür zu klopfen, um dann zu sagen; das haben wir erarbeitet.“[…]

Wenn die Piusbrüder könnten wie sie wollten, wären wir alle tot …
[…]Die Lefebvrianer tagen diese Woche in Albano und beraten über die Wiedervereinigung, gleichzeitig wettern Piusbruderschafts-Hardliner über das bevorstehende Weltfriedenstreffen mit Papst Benedikt XVI. am 27. Oktober in Assisi „Dici“ zitiert P. Niklaus Pfluger, einen der Generalassistenten Fellays, mit der Bemerkung, der Text des Vatikans erlaube „Korrekturen“, „um nur schon den Schatten von Zweideutigkeiten und Missverständnissen klar und definitiv auszuschließen“. Ob es sich dabei nur um einzelne sprachliche Formulierungen oder um inhaltliche Änderungsvorschläge handelt, ließ er offen. Scharfe Kritik äußerte Pfluger in diesem Zusammenhang auch an dem bevorstehenden Weltfriedenstreffen mit Papst Benedikt XVI. am 27. Oktober in Assisi. „Assisi und noch mehr die unselige Seligsprechung Johannes Pauls II., aber auch viele andere Beispiele machen deutlich, dass die Leitung der Kirche nach wie vor nicht bereit ist, die falschen Prinzipien von Vaticanum II und dessen Folgen aufzugeben. Also muss jedes ‚Angebot‘ an die Tradition uns die Freiheit garantieren, unser Wirken und unsere Kritik am modernistischen Rom weiterführen zu können. Und dies scheint, ehrlich gesagt, sehr, sehr schwierig zu sein. Nochmals, jeglicher falsche oder gefährliche Kompromiss muss ausgeschlossen sein“, so Pfluger wörtlich.[…]

Religiotie in höchster Ausprägung
[…]Der zuständige Erzbischof von Bialystok Edward Ozorowski steht dem vermuteten eucharistischen Wunder von Sokolka positiv gegenüber. Während der Hl. Messe zum Gedenken an das Wunder äußerte er am vergangenen Sonntag, dass im Lauf der Geschichte die „Substanz von Christi Leib oder Blut den menschlichen Sinnen zugänglich geworden ist, und dies ist ebenso in Sokolka geschehen“. Der Pressesprecher des Bistums, Andrzej Debski, sagte, dass der Vatikan den Fall noch untersuche und noch nicht entschieden habe, ob es sich um ein Wunder handle. In der ostpolnischen Stadt Sokolka hatte im Jahr 2008 ein Priester während der Kommunionspendung eine konsekrierte Hostie versehentlich zu Boden fallen lassen. Für den Fall, dass der Priester die betreffende Hostie nicht konsumieren kann, sieht die katholische Kirche vor, diese in einem mit Wasser gefüllten liturgischen Gefäß zu verschließen und abzuwarten, bis sie sich gänzlich auflöst, so dass von einer Gestalt des Brotes nicht mehr die Rede sein kann und folglich auch nicht mehr vom Leib des Herrn. Genau nach dieser Prozedur ging man auch in Sokólka vor. Als jedoch nach wenigen Tagen das Gefäß geöffnet wurde, stellte sich heraus, dass sich das Wasser rot gefärbt hatte. Der Inhalt des Gefäßes wurde auf ein Korporale ausgegossen, und nachdem die Flüssigkeit verdunstet war, kam ein Stück Gewebe zum Vorschein. Das Gewebe wurde zwei voneinander unabhängigen Spezialisten der Medizinischen Universität von Bialystok zur Untersuchtung vorgelegt. Beide kamen zu dem Ergebnis, dass es sich dabei um ein Stück eines menschlichen Herzens handelt, welches den Todeskampf erlitten hat.[…]

Katholiban an die Macht …
[…]Die Krise der Kirche in Deutschland ist ein hausgemachtes Problem. Man kann nicht Gott dienen und dem Mammon (Mt 6,24). Ebenso wenig darf man von der öffentlichen Meinung erwarten, dass sie sich für Jesus statt für Barabbas entscheidet. Von den deutschen Bischöfen muss man aber verlangen, dass sie jenen die Tür öffnen, welche ernsthaft Jesus Christus nachfolgen wollen. Beim Papstbesuch wurden viele Gemeinschaften ignoriert, die sich auf den Papst freuten: Deutschland Pro Papa, Jugend 2000, Jugend für das Leben, die Christkönigsjugend, Generation Benedikt, Nightfever, Comunione e Liberazione, Opus Dei, Regnum Christi, die Geistliche Familie das Werk, die Familie Mariens, die SJM, Totus Tuus, die KPE, der Freundeskreis Maria Goretti, die Johannesgemeinschaft und etliche mehr. Statt jene in das Programm einzubeziehen, bei denen Kirche lebt, wurden jene auf die Bühne geholt, die nur noch leben, weil sie am Tropf der episkopalen Geldtöpfe hängen. Die Funktionäre des deutschen Verbandskatholizismus fordern mehr Demokratie, weil sie merken, dass sich niemand mehr für eine Kirche interessiert, wie sie sich sie vorstellen. Statt in suggestiven Umfragen Bestätigung zu suchen, sollten sie zur Kenntnis nehmen, dass schon längst mit den Füßen abgestimmt wird. Manch einer, den Jesus mehr interessiert als Strukturdebatten, hat sich bereits für die Freikirche entschieden. (Für BDKJler im Übrigen keine Option, denn obwohl es hier keinen Papst gibt, nehmen die Evangelikalen Röm 1,26-28 wörtlich.) … Neuevangelisierung wird von neuen geistlichen Gemeinschaften getragen und von privaten Initiativen. Radio Horeb, K-TV, kath.net, der fe-Verlag entstanden außerhalb des eng gesteckten Rasters eines verordneten Aktionismus. Diese Initiativen haben auf dem Felsen Petri statt auf Steuergeldern gebaut. Deswegen sind sie „entweltlicht“, deswegen kommen sie an, deswegen sind sie unbezahlbar[…]


Episkopat contra Laienverbände

[…]Die Forderung des Papstes nach einer «Entweltlichung» der Kirche richtete sich nach Einschätzung des deutschen Kardinals Walter Brandmüller an die Adresse von «oft ideologisierten katholischen Laienorganisationen». Diese hätten sich zwar in der Vergangenheit große Verdienste erworben, seien inzwischen aber verweltlicht und stünden mitunter im Gegensatz zum katholischen Lehramt, sagte der in Rom lebende Brandmüller in einem Interview der vatikanischen Tageszeitung «Osservatore Romano» (Mittwoch). So erhofften Laienverbände eine Demokratisierung der Kirche und träten für Themen wie das Priestertum der Frau, die Abschaffung des Zölibats und die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion ein. Der 82-jährige Kardinal sagte, Benedikt XVI. habe während seiner Deutschlandreise «mit bemerkenswertem Mut» Kritik an kirchlichen Organisationsstrukturen in Deutschland geübt. Diese erstickten oft den christlichen Geist. Hoffnungen, der Papst hätte in Erfurt den Reformator Martin Luther rehabilitieren können, nannte Brandmüller unrealistisch und übertrieben. Möglicherweise seien solche Erwartungen nur geschürt worden, um Enttäuschung zu provozieren. Wer sie in die Welt gesetzt habe, hätte wissen müssen, dass Benedikt XVI. keine ökumenische Politik betreibe, sondern gemeinsame Elemente des Glaubens vertiefen wolle.[…]

Britischer Premierminister Cameron gibt’s der Katholiban 🙂
[…]Auf dem Parteitag der Tories in Manchester hat Cameron am Mittwoch in einer Rede versucht, seine Parteifreunde von der Gleichstellung von Schwulen und Lesben zu überzeugen: „Jedem, der diesem Thema reserviert gegenüber steht, sei gesagt: Ja, es geht um Gleichberechtigung, aber es geht auch um etwas anderes, nämlich darum, Verantwortung für einen Menschen zu übernehmen“, so Cameron. Das sei ein konservatives Konzept. „Die Gesellschaft wird stärker, wenn wir Verantwortung übernehmen und einander unterstützen. Ich bin nicht für die Ehe-Öffnung, obwohl ich ein Konservativer bin; ich unterstütze die Ehe-Öffnung, weil ich ein Konservativer bin“, erklärte der Tory-Parteichef unter dem Applaus der Delegierten … Am meisten Widerstand gegen die Reformen kommt in Großbritannien von den christlichen Kirchen. Nach der Rede Camerons protestierte Peter Smith, der katholische Erzbischof von Southwark, dass der Staat damit das „Familienleben und die Sorgfaltspflicht für Kinder“ beschädigen würde. Bischof Kieran Conry bekräftigte, dass die Katholiken Proteste planten und die Regierung mit ihrem Vorhaben „kein leichtes Spiel“ haben werde. Ein Sprecher der anglikanischen Staatskirche kündigte gegenüber dem „Daily Telegraph“ ebenfalls Widerstand an: „Nach Ansicht der Kirche bleibt die Ehe eine lebenslange Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau.[…]

Schlachtfeld Kopfing:
[…]In Kopfing im Bezirk Schärding droht sich der Konflikt um den als konservativ geltenden, umstrittenen polnischen Pfarrer, Andreas Skoblicki, zum Boykott der Erstkommunion im kommenden Jahr auszuwachsen. „Eine Mutter ist jetzt aus der Kirche ausgetreten, die übrigen Eltern wollen ihre Kinder in einer anderen Pfarre zur Erstkommunion schicken“, sagte Volksschuldirektorin Maria Hamedinger den „OÖN“. Neun der insgesamt elf Zweitklässler seien römisch-katholisch. Die Eltern hätten das Gefühl, der Pfarrer wolle auf ihre Kinder einen Einfluss nehmen, mit dem sie als Eltern nicht leben können, hieß es in dem Bericht einen Tag nach dem Elternabend. Auch in den Religionsunterricht habe sich Skoblicki eingemischt. „Die Kinder sollten Beichtbücher führen, Rosenkranz beten und die hl. Faustina verehren – das steht alles nicht im Lehrplan“, sagte der für den Religionsunterricht in Kopfing zuständige Fachinspektor Stefan Leidenmühler[…]

Weiter:
[…]Im Kopfinger Pfarrstreit wird nun auch polizeilich ermittelt: ein Drohbrief, adressiert an einen der Kritiker des als radikal-christlich geltenden Pfarrers Andrzej Skoblicki, wird derzeit untersucht. „Wir prüfen noch die strafrechtliche Relevanz“, sagt ein Beamter der Polizeiinspektion Münzkirchen zur „Presse“. Außerdem sollen mögliche Spuren und Hinweise der Urheberschaft des Briefs sichergestellt werden. Laut Auskunft der Sicherheitsdirektion Oberösterreich dürfte der Inhalt des anonymen Briefs zwar „eher harmloser“ Natur sein, allerdings sei damit eine neue Dimension in der Spaltung der Pfarrgemeinde erreicht, meint einer der Aktivisten der Arbeitsgruppe Kopfing, die die Abberufung Skoblickis gefordert hat – und der nach den aktuellen Vorkommnissen nicht mehr namentlich genannt werden möchte: „Wir erwarten uns von der Diözese, dass sie eingreift. Man kann nicht solche Entscheidungen treffen und tatenlos zusehen, wie sich die Leute zerfleischen.“ Pastorlamtsleiter Willi Vieböck erklärt, dass bereits an einem Instrumentarium der Begleitung und einem Mediationsverfahren gearbeitet werde: „Es gibt ein Auseinanderdriften, da muss man etwas tun.“[…]