Wenn Rechts vor Recht geht


In Brasilien dürfen Schwule und Lesbe protestieren - in Belgrad schon wieder nicht. Bild: reuters

Am Wochenende sollte eine Gay Pride Parade in Belgrad stattfinden. Die Regierung hat sie verboten. Der Grund: Angeblich hätten Rechtsextreme mit Angriffen gedroht.

von ANDREJ INVANJ taz

Die tagelange Debatte war so heftig, als ginge es um den Untergang des Staates. Jeder hatte etwas dazu zu sagen, ob sich einige hundert Schwulen-Aktivisten für zwei Stunden in einem Park im Zentrum Belgrads versammeln und um den Block spazieren dürften, selbst der Nationale Sicherheitsrat.

Das Ergebnis: Die für den vergangenen Sonntag angemeldete Belgrader Gay Pride Parade hat wieder einmal nicht stattgefunden. Nicht weil die Staatsdiener etwas dagegen gehabt hätten, sondern weil die serbische Gesellschaft nicht reif dafür wäre, lautete die Begründung, und weil es Wichtigeres gebe als die Schwulenrechte im Staat gebe, wie z. B. den Kampf auf Leben und Tod der Serben im Kosovo.

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