Die Ökumene der Starrsinnigen


Quelle: vitamin-c-online.com

Wer sich einmal gefragt hat, was katholische und evangelische Kirche gemeinsam haben, hat nun wieder die Antwort bekommen: Verzichtet wird auf nichts, die Ansprüche seien gesetzlich legitimiert. Es geht um das gemeinsame Prinzip christlicher Ökumene in Deutschland: Was wir haben, geben wir nicht mehr her. Ein Kommentar.

Von Carsten Frerk Humanistischer Pressedienst

Nach der Rede des Papstes im Freiburger Konzerthaus hatten sich einige der Kommentatoren auf der Interpretationsschiene bewegt, dass der Papst mit seiner Forderung nach „Entweltlichung“ der Kirche in Deutschland und seinem Lob für die zwangsweise Säkularisierung der katholischen Kirche eine Veränderung im Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland in Gang gesetzt habe. Die katholische Bischofskonferenz hat jetzt jedoch klargestellt, dass man sich wahrlich nicht auf diesem Gleis bewege und alles so zu bleiben habe, wie es ist. Zeitgleich wurde sie dabei von der Nordelbischen Kirche flankiert, die sich in den Verhandlungen mit dem Land Schleswig-Holstein über die Höhe der Staatsleistungen als „halsstarrig“ erweist.
Bischofskonferenz.

Nach der ersten Überraschung über die Papstrede hatten die Bischöfe erklärt, dass sie die bevorstehende Herbstkonferenz der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda auch dazu nutzen würden, sich darüber zu verständigen, was denn der Papst mit seinen Äußerungen gemeint haben könnte. In Abwandlung des evangelischen Kirchenliedes haben sie nun „Ein feste Burg ist unser Geld!“ gesungen.

In einem umfänglichen Pressebericht, der mit vielen Worten nichts Neues bringt, wird gedeutet, was der Papst seinen deutschen Bistümern gesagt hat. Mit seinen Äußerungen will er der katholischen Kirche in Deutschland grundsätzlich „sagen, dass sie nicht oberflächlich sein und Gottesvertrauen bewahren soll. Sie soll Dinge wachsen lassen und sich – ungeachtet aller partikulären Herausforderungen – in das Leben und die Vitalität einer weltumspannenden Kirche einbinden. Der Besuch des Heiligen Vaters entzieht sich einer vordergründigen politischen Deutung und auch manchen Denkschablonen, die in den Medien da und dort angewandt werden.“

Auch in der Konzerthausrede gehe „es um die richtige Verbindung von christlichem Weltdienst aus dem Glauben und christlicher Kritik und Distanz gegenüber der modernen Welt mit ihren vielen Defiziten und Fragen. In diesem Zusammenhang spricht er von der Abschaffung von ‚Privilegien‘, ohne damit die kurzschlüssige, antikirchliche Verwendung dieses Wortes als eines Kampfbegriffs fördern zu wollen.“

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