Scientology mit Scientology bekämpfen


Quelle: sackstark.info

Mark Rathbun ist die Nummer zwei der Organisation. Dann steigt er aus, weil er die Gewalt nicht mehr erträgt. Ein Gespräch über die Klauen der „Church“, die bis ins Weiße Haus reichen.

Von Frank NordhausenFrankfurter Rundschau

Ein reuiger Sünder ist Mark Rathbun nicht. Er fühlt sich mehr wie Frankenstein, der ein Monster schuf, das er nicht mehr kontrollieren kann, sagt er. Er sieht mit Schrecken das Ergebnis.

Braun gebrannt sitzt der 54-Jährige in einem Hotel in Hamburg und erzählt von seiner Zeit bei Scientology. Mark Rathbun war einmal die Nummer zwei der Organisation, bis er vor sieben Jahren ausstieg. Jetzt ist er der größte Widersacher der Sekte und ihres Anführers David Miscavige. Er will, dass Schluss ist mit dem „Wahnsinn“. Auf seinem Internet-Blog ruft er dazu auf, eine Petition an die US-Regierung zu unterzeichnen: „Wir fordern, dass das Justizministerium unverzüglich eine Untersuchung der Aktivitäten der Church of Scientology beginnt.“

Anfang September war Mark Rathbun zu Besuch in Hamburg. Er kam, um öffentlich über Scientology zu reden. Um „auszupacken“, wie das Ursula Caberta nennt, die Hamburger Sektenbeauftragte, die ihn eingeladen hatte. Caberta war für Rathbun früher so etwas wie der Teufel persönlich. Wenn er sich jetzt mit ihr trifft, dann ist das, als ob der Lieblingssohn des Mafia-Paten zum obersten Staatsanwalt geht, um reinen Tisch zu machen. Einerseits.

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