Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Eine „Bekehrung“ schließt Hitchens aus
[…]“Und selbst, wenn meine Stimme wegbleibt, werde ich weiterhin gegen die Religion polemisieren“, sagt Hitchens. Eine Hinwendung zum Glauben schließt er auch angesichts seiner Krankheit und des nahenden Todes definitiv aus. „Wobei ich nicht ausschließe, dass ich irgendwann, verängstigt, halbbewusst und dem Schwachsinn nahe, nach einem Priester rufen werde. Aber hier und jetzt, im Zustand absoluter Geistesgegenwärtigkeit, sage ich, dass ich mit diesem Wesen, das sich derart erniedrigt, nichts zu tun hätte.“ Ein Jahr später als in Amerika sind Christopher Hitchens Memoiren am 3. Oktober auf Deutsch erschienen, benannt nach seinem Spitznamen: „The Hitch – Geständnisse eines Unbeugsamen“. Bereits im Vorwort bezeichnet er es als „Anmaßung“, wenn „Gottesfürchtige sich derer annehmen, denen, wie sie glauben, das Ende naht“. Von „Bekehrungen am Totenbett“ halte er nichts, seine Überzeugung stehe fest.[…]

Ströbele gegen Religionsunterricht an Schulen
[…]Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele hat sich gegen Religionsunterricht an staatlichen Schulen gewandt. «Die Schule ist eine staatliche Veranstaltung, da gehört eine neutrale Information hin», sagte er am Mittwochabend in Hannover bei der Aufzeichnung der evangelischen Fernseh-Talkshow «Tacheles». Für die Mehrzahl der Menschen sei das Thema Menschenwürde wichtiger als der Glaube an Gott. «Es ist keine Erziehung zur Toleranz, wenn im Unterricht gelehrt wird, dass derjenige, der nicht glaubt, in die Hölle kommt», sagte der Jurist in der Sendung zum Thema «Sehnsucht nach Sinn: Wie viel Kirche braucht das Land?» in der Marktkirche. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister wies Vorwürfe wie diesen als vereinfachend zurück. An den Schulen werde qualifizierter Religionsunterricht erteilt: «Warum sollen wir den Kindern die Fragen nach Beginn und Ende des Lebens oder nach Orientierung vorenthalten?» Der evangelische Theologe plädierte für ein Bündnis von Glaube und Vernunft. Er bezog sich auf eine repräsentative Emnid-Umfrage zu der Sendung, nach der 71 Prozent der Deutschen einen staatlichen Religionsunterricht befürworten. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Hermann Kues (CDU), sagte, das staatliche Zusammenleben in Deutschland sei sehr stark vom Christentum geprägt. «Wir müssen unsere Wurzeln kennen», betonte er: «Das zu vermitteln leistet der Religionsunterricht.» Er verwies darauf, dass gerade in Ostdeutschland viele Eltern ihre Kinder an einer christlichen Schule anmeldeten. «Es wäre geradezu aberwitzig, wenn die Schule alles anbietet, aber keinen Religionsunterricht.» Der Kirchen-Kritiker Philipp Möller von der Giordano-Bruno-Stiftung dagegen hält den Religionsunterricht für komplett überflüssig: «Die konfessionelle Bibelstunde kostet alle Steuerzahler vier Milliarden Euro im Jahr.» Die Existenz Gottes sei in etwa so wahrscheinlich wie die Existenz einer «Zahnfee». Die Talkrunde wird am Sonntag (16. Oktober) um 13 und 24 Uhr auf Phoenix ausgestrahlt. «Tacheles» wird getragen von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der hannoverschen Landeskirche und der Klosterkammer Hannover.[…]

Kirche und Gasthaus gehören zusammen, ach wie nett …
[…]Auch wenn der Kreuzberg sich nicht gerade von seiner schönsten Seite zeigte, sondern nebelverhangen und regnerisch den Herbst ankündigte, ließen sich die unterfränkischen Wirte nicht davon abhalten, ihre Wirtewallfahrt mit einem festlichen Gottesdienst zu feiern. Gut 500 Wirte kamen, um zu danken und für ein weiteres gutes Jahr zu bitten. Mit dabei auch „Wirtekaplan“ Weihbischof Helmut Bauer em., der den Wirten seit 19 Jahren treu zur Seite steht. Unter Leitung von Josef Kessler (Oberweißenbrunn), der einst den Wirtetag auf dem Kreuzberg initiierte, waren rund 100 Wallfahrter von Oberweißenbrunn zum Kreuzberg gewandert. Überrascht über die Bedeutung des Wirtegottesdienstes war Pater Martin, der Guardian des Klosters. „Ich habe noch nie so viele Wirte auf einmal gesehen“, freute er sich über die Wallfahrt. Die Verbindung Weihbischof und Wirtsleute war neu für ihn, es war sein erster Wirtegottesdienst. Wie eng die Verbindung zwischen Kirche und Gasthaus ist, brachte der Weihbischof in seiner Predigt deutlich zum Ausdruck. Nicht umsonst seien Wirtshäuser oft direkt neben den Kirchen zu finden, die Nähe sei nicht zufällig sondern beabsichtigt. Die Wirtsleute früherer Zeit hätten verstanden, dass ihr Beruf viel mit Jesus zu tun habe. Das Wirtshaus gebe den Raum für Begegnung unter den Menschen und für die Tischgemeinschaft. Der Wirtegottesdienst auf dem Kreuzberg möge die Wirtsleute ermutigen und daran erinnern, welche besondere Aufgabe sie als christliche Gastgeber haben. „Gasthäuser und Kirchen haben daher nicht nur räumlich sondern auch eine innere Nähe“, so der Weihbischof. Der Weihbischof rief die Wirte auf, auch in ihren Gaststuben ein klares religiöses Bekenntnis zu leben, durch ein Bildnis oder ein Kreuz. „Gasthäuser sind nicht überflüssig geworden, im Gegenteil, die Menschen brauchen sie und suchen sie auf.“ Und so war es dem Weihbischof ein Anliegen, mit den Gastwirten ins Gespräch zu kommen. Beim gemütlichen Beisammensein im Antoniusbau macht er seine Runde, schüttelte Hände, fragte nach und hörte zu. Aber auch die Geselligkeit, Musik und Gesang kamen nicht zu kurz. Freudig stimmte der Weihbischof sein Lied zum Wirtetag an, die Feuerberg-Musikanten aus Langenleiten begleiteten ihn und so wurde im Laufe des Abends noch manches bekannte Rhöner Lied gesungen: „Und der Bischofs greift zum großen Krug, leert ihn fast mit einem mächt’gen Zug. Gut, dass er heut schon gepredigt hat und Prost nicht statt dem Amen sagt“, lautete eine Liedzeile, die der Weihbischof selbst verfasste.[…]

Präfekt der Kongregation für den Klerus, Katholiban Kardinal Piacenza schwadroniert:
[…]ZENIT: Gibt es in Rom nicht zu viel Macht?
Kardinal Piacenza: „Rom“ bedeutet einfach „katholisch“ und „Kollegialität“. Rom ist die Stadt, die die Vorsehung als Ort des Martyriums der Apostel Petrus und Paulus vorgesehen hat. Die Gemeinschaft mit dieser Kirche hat immer in der Geschichte Gemeinschaft mit der universalen Kirche bedeutet, Einheit, Mission und Sicherheit durch die Lehre. Rom steht im Dienst aller Kirchen, liebt alle Kirchen, und nicht selten schützt sie Kirchen in Schwierigkeiten vor der Macht der Welt und Regierungen, die nicht immer vollständig das unumgängliche menschliche und natürliche Recht der Religionsfreiheit respektieren. Die Kirche muss im Licht der dogmatischen Konstitution „Lumen gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils gesehen werden. Dort ist die Kirche vom Ursprung her beschrieben, die Kirche der Väter, die Kirche aller Zeiten, die unsere Kirche heute ist, in Kontinuität; das ist die Kirche Christi. Rom ist dazu berufen, in der Liebe und der Wahrheit zu leiten, als einzig wirkliche Quellen des authentisch christlichen Friedens. Die Einheit der Kirche besteht nicht im Kompromiss mit der Welt und ihrer Mentalität, sondern ist Ergebnis unserer Treue zur Wahrheit und der Liebe, die wir als Geschenk von Christus in der Lage sind zu leben. Es scheint mir in dieser Hinsicht die Tatsache bezeichnend zu sein, dass heute keiner außer allein der Kirche den Menschen und seine Vernunft, seine Fähigkeit, die Realität zu erkennen und in Beziehung mit ihr zu treten, verteidigt, also den Menschen in seiner Gesamtheit. Rom steht im höchsten Dienst an der ganzen Kirche Gottes, die in der Welt und ein „offenes Fenster“ zur Welt ist. Ein Fenster, das all denen eine Stimme gibt, die keine haben, das alle zu beständiger Umkehr ruft und zu einer besseren Welt beiträgt, einer Zivilisation in Liebe; dies oft im Schweigen und im Leiden, sich selbst preisgebend, oft auch unpopulär[…]

Die Russisch-orthodoxe Kirche wächst
[…]Die russisch-orthodoxe Kirche wächst und gründet 13 neue Bistümer. Bereits früher in diesem Jahr hatte das Patriarchat angekündigt, allein in Moskau 200 Schnellbaukirchen errichten zu lassen. Zu den neuen Bischofssitzen gehören unter anderen die russischen Grossstädte Irkutsk, Rjasan und Orenburg, wie die katholische Nachrichtenagentur «Kipa» kürzlich berichtete. Somit zähle die russisch-orthodoxe Kirche nun knapp 180 Diözesen. Damit wurden 2011 bereits knapp zwanzig neue Bistümer gegründet, da bereits im Frühling fünf neue Bistümer errichtet worden waren. Die Meldung zu den Bistumsgründungen ist nicht die erste Nachricht, die ein Kirchenwachstum in Russland beschreibt. In der russischen Hauptstadt Moskau herrsche eklatanter Kirchenmangel, berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur «epd» im Frühling. Patriarch Kyrill bezeichnete das Verhältnis von Einwohnern zu Gotteshäusern als katastrophal, auf 35’000 Gläubige komme nur eine Kirche. Nun sollen in den nächsten drei bis vier Jahren 200 neue, schnell zu errichtende Kirchen errichtet werden, Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin unterstützt das Patriarchat. Punkto Glaubensfreiheit ist trotz dem Aufbruch in Russland noch Verbesserungspotential vorhanden: Erstmals taucht der prägende Teil der einstigen Sowjetunion im Weltverfolgungsindex von «Open Doors» auf (auf Rang 50). Verantwortlich sind zwei Faktoren: Zum Einen ist der Druck von Moskau und Orthodoxen auf freie Christen gestiegen und zum Anderen wächst die Repression in islamischen Gebieten wie etwa in Dagestan, Inguschetien und weiteren Gegenden mit einer grossen muslimischen Bevölkerung[…]

Katholiban Bischof Tebartz-van Elsts Bistum zeugt nicht von Glaubensstärke
[…]Es ist ein radikaler Schnitt, der die rund 55 000 Katholiken, die das Bistum Limburg im Bezirk Wiesbaden zählt, erwartet. Derzeitig noch auf fünf pastorale Räume und insgesamt 17 Pfarreien verteilt, wird es in Zukunft nur noch drei Großpfarreien, die sogenannten „Pfarreien neuen Typs“, geben. Nähere Details zum großen Gemeinde-Umstrukturierungsprozess, an dem die betroffenen Pfarrgemeinden schon seit längerem arbeiten, gehen aus der jetzt bekannt gegebenen Entscheidung des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst hervor … Die Gründe für die in wesentlichen Punkten vom Limburger Bischof vorbestimmte Neuordnung der pastoralen Räume sind vielfältiger Natur. Am augenscheinlichsten dabei: die katastrophal niedrige Zahl der zum Dienst bereitstehenden katholischen Pfarrer. Versehen im Innenstadtbereich und im Westen der Landeshauptstadt noch jeweils drei Priester ihren Dienst, müssen in der etwa hundert Quadratkilometer großen Prärie zwischen Naurod und Delkenheim zwei Geistliche zusehen, wie sie zu Recht kommen. Unter den haupamtlichen Mitarbeitern, darunter Diakone und pastorale Mitarbeiter, sieht es kaum besser aus. Auch die rückläufige Katholikenzahl, die sich, beeinflusst von der allgemeinen demographischen Entwicklung, aber auch im Zusammenhang mit Kirchenaustritten – insbesondere nach dem großen Mißbrauchsskandal vor einem Jahr – erklärt, zieht Tebartz-van Elst für die Begründung seiner Reformen zu Rate. Die sind beim Kirchenvolk nicht gerade beliebt. In den sauren Apfel müsse man aber nun mal beißen, meint Stadtdekan Wolfgang Rösch mit Blick auf die personellen Rückgänge bei Hauptamtlern und Gläubigen. Mit der Pfarreiwerdung der Innenstadtgemeinden zum ersten Januar ist in der City die Umstrukturierung der Gemeinden bereits weit fortgeschritten[…]

Indoktrination von Kindern ist das wichtigste Anliegen der Religioten
[…]Das „Bischöfliche Zentrum für Bildung und Berufung“ bündelt einige der wichtigsten Bildungseinrichtungen der katholischen Kirche in der Steiermark und ist Ausbildungsstätte für bis zu 1.500 junge Menschen im Alter von sechs bis 25 Jahren. Die Lehrenden des „Augustinums“ beauftragte Kapellari damit, sich „bildlich gesprochen immer wieder die Augen Jesu Christi auszuleihen und mit diesen Augen das Kind oder den jungen Menschen anzuschauen, die hier unterrichtet und darüber hinaus umfassend gebildet werden“. Denn wer „mit den Augen Gottes“ blicke, der sehe immer auch das Potenzial jedes Menschen und damit die Entwicklungsmöglichkeiten. Jede Schulstunde könne diesem Ziel dienen, nämlich der Förderung und Entwicklung des Guten in den Schülern, so der Bischof. „Unverzichtbar“ sei für das „Augustinum“ außerdem der Auftrag, „den Menschen, besonders auch den jungen Menschen, Christus zu zeigen“. Das bedeute, Kirche nicht nur als „Verein, der gut oder nicht so gut funktioniert“ darzustellen, sondern sie als „mystischen Leib“ Christi zu vermitteln. Dieser Leib sei vielerorts „geschunden“, es gebe aber auch immer wieder „strahlende Inseln im Gesamtpanorama der Kirche“ – etwa dort, wo sich die Kirche den jungen Menschen zuwende, wie zuletzt etwa der Weltjugendtag in Madrid gezeigt habe, so Kapellari[…]