„König Abdullah Zentrum“ – Dialog zwischen Abdullah und B16-Ratze gab Anstöße


Quelle: .igs-hamburg.de

Interreligiöses Dialogzentrum in Wien gegründet
Österreich, Spanien und Saudi-Arabien unterzeichneten Gründungsvertrag für „König Abdullah Zentrum“ – Dialog zwischen Abdullah und dem Papst gab Anstöße

Kath.net

Die Außenminister von Österreich, Spanien und Saudi-Arabien haben am Donnerstag in Wien den Gründungsvertrag für das „Internationalen König Abdullah Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog“ unterzeichnet. Die drei Staaten starteten damit offiziell die Aufbauphase einer neuen internationalen Organisation, die ein Dialogforum für die Weltreligionen bieten soll.

Initiator der Einrichtung, die ihren Sitz in einem Wiener Innenstadtpalais haben wird, ist der saudi-arabische König Abdullah, der auch die Anschubfinanzierung leistet. Geplant ist, dass der Vatikan an dem interreligiösen Zentrum, das seinen Vollbetrieb voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres aufnehmen wird, als Beobachter mitwirkt und auch einen Vertreter in den Aufsichtsrat entsendet.

Außenminister Michael Spindelegger, seine spanische Amtskollegin Trinidad Jimenez und der saudische Außenminister Prinz Saud Al-Faisa hoben beim Gründungsfestakt die Bedeutung des interreligiösen Dialog für die Bewältigung von Konflikten und weltweite Friedenssicherung hervor. Spindelegger betonte zudem im Rahmen der Unterzeichnung, dass durch die vorgesehene Struktur in dem Zentrum keine der vertretenen Religionen eine Vorherrschaft haben werde. Ziel sei, dass möglichst viele Staaten der Organisation beitreten. „Wir erwarten uns, dass das Stück für Stück große Dimensionen annimmt“, so der Außenminister.

Festakt mit hochrangigen Religionsvertretern

Am Gründungsfestakt in der Wiener Albertina nahmen zahlreiche Religionsvertreter, Politiker und Diplomaten teil, unter ihnen mit Kardinal Jean-Louis Tauran und Erzbischof Pier Luigi Celata die Spitzenvertreter des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. Die Österreichische Bischofskonferenz wurde durch den Priester und Diplomaten Michael Weninger, die Erzdiözese Wien von Dechant Martin Rupprecht vertreten. Neben dem orthodoxen Metropoliten Michael Staikos und dem evangelisch-reformierten Landessuperintendenten Thomas Hennefeld kam u.a. auch der neue Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Fuat Sanac, zu der Gründungsfeier.

Dem Aufsichtsrat der neuen Organisation werden insgesamt bis zu zwölf Vertretern der fünf großen Weltreligionen angehören. Vorgesehen sind mindestens drei Muslime (zwei Sunniten, ein Schiit), drei Christen (je ein Vertreter der Katholiken, Anglikaner und Orthodoxen), ein Buddhist, ein Hindu und ein Jude. Als weiteres Organ des Dialogzentrums ist ein „Advisory Board“ vorgesehen. Diesem beratenden Gremium sollen 100 Personen der fünf Weltreligionen und anderer Glaubensgemeinschaften sowie Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft angehören.

Indirekt kann Papst Benedikt XVI. als einer der „Paten“ des neuen Dialogzentrums bezeichnet werden.

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Ach neee …
[…]Tauran bestätigte dabei gegenüber „Kathpress“, dass der Heilige Stuhl um einen Beobachterstatus in der neuen internationalen Organisation ansuchen werde. Der Vatikan wolle aber die Entwicklung der neuen Organisation genau verfolgen. Interreligiöser Dialog sei eine Angelegenheit der Religionen, erinnerte Tauran. Im neuen Dialogzentrum dürften politische und religiöse Aspekte nicht vermischt werden. Dass sich das Gründungsabkommen des König-Abdullah-Zentrums auch auf die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und insbesondere auf die darin enthaltene Glaubensfreiheit bezieht, bezeichnete Kardinal Tauran angesichts der Situation für Nicht-Muslime in Saudi-Arabien als „mutigen Ansatz“. Das Zentrum könne dazu beitragen, dass Saudi-Arabien die Regelungen zur Religionsfreiheit im Land an internationale Standards anpasse. Wesentlich für den Erfolg aller interreligiösen Initiativen seien jedenfalls die konkreten Auswirkungen für den praktischen Alltag von Gläubigen. Tauran: „Meine Erfahrung ist, dass wir auf dem Level der Eliten gute und akzeptable Ergebnisse erzielen; aber diese Ergebnisse erreichen oft nicht die Straße.“[…]

Österreich macht mit König Abdullah-Zentrum den Bock zum Gärtner
„Ausgerechnet ein König soll den internationalen interreligiösen Dialog fördern wollen, in dessen Land auf ‚Abfall vom Islam‘ die Todesstrafe steht“, kritisierte die Menschenrechtssprecherin der österreichischen Grünen.

Kath.net

„Die heutige Unterzeichnung des Abkommens zur Gründung des ‚König Abdullah Bin Abdulaziz-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog‘ erhebt den König eines Landes, in dem Religions- und Meinungsfreiheit ein Fremdwort ist, zum glorreichen Namensgeber einer internationalen Organisation“, kritisiert Alev Korun, die Menschenrechtssprecherin der Grünen, die Unterzeichnung des Abkommens.

„Ausgerechnet ein König soll den internationalen interreligiösen Dialog fördern wollen, in dessen Land auf ‚Abfall vom Islam‘ die Todesstrafe steht. Österreich sollte sich nicht dazu missbrauchen lassen, auf diese Weise dem saudischen Unterdrückungsregime einen Persilschein auszustellen, der dann als internationales Feigenblatt für unwürdige Menschenrechtsverhältnisse in Saudi-Arabien dient“ kritisiert Alev Korun (Foto), Menschenrechtssprecherin der Grünen, die heutige Unterzeichnung des Abkommens.

„Wenn König Abdullah schon als Namensgeber fungieren will, dann muss es auch endlich Religionsfreiheit für alle Menschen in Saudi-Arabien geben! Im eigenen Land dieses fundamentale Menschenrecht nicht einmal buchstabieren zu können, sich aber international als Dialogführer zwischen den Religionen zu gerieren, ist völlig unglaubwürdig“, so Korun.

„Unsere Bedenken diesbezüglich haben sich auch nach einem zweiten Gespräch mit dem Außenministerium nicht zerstreut. Dort vertritt man anscheinend die merkwürdige Ansicht, dass religiöser Dialog nicht wirklich etwas mit Menschenrechten zu tun habe“, merkt Korun an. „Für einen echten interreligiösen Dialog ist es unabdingbar, dass auch Reformbewegungen der vertretenen Religionen miteinbezogen werden. Wir werden jedenfalls die Entwicklungen dieses Zentrums weiterhin genau im Auge behalten“ schließt Korun.

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Saudi-Arabien:
[…]Auch Saudi-Arabien muss für jeden überzeugten Europäer ein grausiges Land sein. Es gibt überhaupt keine Demokratie, dafür mutmaßlich viel Korruption und Vetternwirtschaft. Die politische Führung unterstützt terroristische Vereinigungen. Homosexuelle und Ehebrecher müssen mit Auspeitschungen und sogar der Todesstrafe rechnen. Die Rolle der Frau ist indiskutabel. Und die politische Führung an der Spitze des Landes vertritt mit Verve den sogenannten Wahhabismus, eine radikale Ausprägung des Islam. Doch Saudi-Arabien ist für den Westen ein arabisches Vorzeigeland, die Clique der Scheichs ein gerngesehener Geschäftspartner und König Abdullah ein treuer Verbündeter.

Hier die bösen Mullahs, dort die guten Scheichs – es ist merkwürdig, wie gegensätzlich der Westen die beiden Regime wahrnimmt, deren Machtkonflikt im Nahen Osten sich mehr und mehr zuspitzt, vielleicht sogar zu einem „neuen kalten Krieg“, wie das Wall Street Journal schreibt. Zum wiederholten Mal und besonders intensiv zeigt sich das jetzt in der Debatte um das angeblich geplante Attentat iranischer Agenten auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA. Alle Welt empört sich über das iranische Regime – und vergisst darüber die jüngsten Waffendeals mit Saudi-Arabien … Saudi-Arabien ist eine absolute Monarchie. Es gibt keine politischen Parteien, keine nationalen Wahlen und die 150 Mitglieder des legislativen Beratungsgremiums bestimmt allein der Monarch. Die gesamte Macht des Landes liegt in den Händen eines einzigen Clans – den Nachfahren des Königs und Staatsgründers Abd al-Aziz ibn Saud. Nur aus ihren Reihen rekrutiert sich gemäß der Verfassung der amtierende Monarch, aktuell der bereits 87-jährige König Abdullah. Die Chancen auf eine Demokratisierung sind minimal.

… Saudi-Arabiens Wirtschaft wächst und wächst. Öl, Gas, Petrochemie und ein Bauboom – vor allem, aber nicht nur in Mekka: Das alles hat Saudi-Arabien zur größten Volkswirtschaft der arabischen Welt gemacht. Doch bei aller ökonomischen Stärke ist offenkundig: Von einer aufgeklärten und funktionierenden Zivilgesellschaft kann kaum die Rede sein … Es ist erst ein paar Wochen her, da kündigte Saudi-Arabiens König Abdullah eine Reform an. Von 2015 sollen Frauen in seinem Land das Wahlrecht erhalten. Das war aus zwei Gründen allerdings nicht so spektakulär wie es hierzulande zunächst klang: Erstens ließ der König offen, warum denn das Frauenwahlrecht nicht schon beim nächsten, in diesem Herbst anstehenden Urnengang in Kraft tritt, sondern erst in vier Jahren, und zweitens gilt das Wahlrecht nur für Kommunalwahlen, weil es in Saudi-Arabien lediglich Kommunalwahlen gibt.

Dennoch war die Ankündigung des Königs ungewöhnlich, denn die Lage der Frauen in Saudi-Arabien ist miserabel. Alle Frauen müssen in der Öffentlichkeit einen Nikab, also eine Ganzkörperverhüllung, tragen, ihnen stehen nur ein paar Prozent der Arbeitsplätze offen, es herrscht sogar ein Fahrverbot. Eine Frau, die sich kürzlich aus Protest selbst ans Steuer setzte, sollte daraufhin gemäß Gerichtsbeschluss ausgepeitscht werden. Als der Fall öffentlich wurde, verhinderte der König die drakonische Bestrafung … Die Monarchie erkennt nicht nur das Existenzrecht Israels an, sondern arbeitet auch auf Geheimdienstebene eng mit Jerusalem zusammen, um zum Beispiel Informationen über Irans Atomprogramm auszutauschen. Es gibt sogar Gerüchte, dass Saudi-Arabien der israelischen Luftwaffe Überflugrechte für einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen erteilen würde. Zudem arbeitet das Königreich seit Jahrzehnten wirtschaftlich eng mit den USA zusammen und hat sich schon oft als Bündnispartner bewährt[…]